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Der Sommer war gar nicht so lang. Nicht so lang zumindest, wie ich ihn mir -wie jedes Jahr übrigens- vorgestellt habe. Immer, wenn es an die Feiertage oder Ferientage geht und wenn meine Termine langsam weniger werden bis sie für eine bestimmte Zeit letztendlich ganz verebben, sehe ich eine scheinbar unendliche Weite an Zeit vor mir. Nur um am Ende resigniert festzustellen, dass ich nicht einmal die Hälfte von dem geschafft habe, was ich eigentlich schaffen wollte. Weil ich wieder einmal viel zu viele Ideen für das bisschen Zeit hatte und diese unendliche Leere in meinem Kalender vollkommen falsch eingeschätzt habe.

Also gut, der Sommer ist wieder einmal fast um und eigentlich -rückblickend betrachtet- habe ich natürlich so einges von dem geschafft, was ich machen wollte. Aber wie das nun einmal ist, mit sich selbst zufrieden zu sein ist gar nicht so einfach. Und -schmerzlich aber doch- muss man auch als Erwachsener mitunter immer wieder feststellen, dass man alles aufeinmal einfach nicht machen kann. Was ich -trotz der Jahre auf meinem Buckel :-)- immer noch furchtbar finde. Gäbe es eine Stelle an der ich Einspruch gegen diese furchtbar kurzen Tage erheben könnte, wäre ich die Erste, die dort vorstellig werden würde. Aber wie heißt es so schön: Zeit hat man immer soviel, wie man sich nimmt. Und von diesem Aspekt kann ich letztendlich nur bei mir selbst Einspruch erheben, meine Ansprüche an mich selbst ein wenig nach unten schrauben und Prioritäten setzen.
Womit ich eigentlich schon beim Titel dieses Eintrags bin. Dem "Wichtigeren" das es manchmal zu tun gibt. Wichtigeres als vor dem Computer zu sitzen und wichtigeres als an Termine und Semesterplanungen zu denken. Wichtigeres, wie zum Beispiel die reifenden Früchte in Garten und Wald, die gepflückt und verarbeitet werden wollen, oder die aus dem Boden sprießenden Pilze, die einfach nicht stehen gelassen werden wollen oder die Decke im Garten, die zum Ausruhen einlädt oder mit den Kindern durch den Wald zu streifen oder mit Freunden beisammen zu sitzen oder oder oder ... Die Liste der wichtigeren Dinge, die mir hier einfällt ist unendlich lange und wenn es ein Vorhaben für das begonnene Herbstsemester gibt, dann diese Dinge nicht aus den Augen zu verlieren, wenn es wieder einmal recht stressig ist. 
Überhaupt wäre es nicht schlecht, all die wichtigeren Dinge die einem so einfallen einmal in Worte zu fassen und in einer Liste zusammengefasst an einen gut sichtbaren Platz zu hängen. Dort wo man es garantiert sieht, wenn einem dank der herumstehenden und liegenden Arbeit wieder einmal die Haare zu Berge stehen und man eigentlich so gar nicht weiß, was man zuerst tun soll. Noch besser, wenn unter dieser Liste der gemütliche Sessel steht, wo man sich dann die Tasse Tee oder Kaffee oder was auch immer man in solchen Momenten gerne trinkt inklusive des nicht zu vergessenden, wichtigsten "Nahrungsmittel der Elterntiers" ( :-) )  überhaupt, dem Stück (oder sagen wir gleich der ganzen Tafel) Schokolade genüßlich einverleiben kann. Nicht, dass man das immer schafft, wenn die Berge Arbeit sich um einen Türmen. Aber schon alleine der Gedanke, dass man es eventuell tun könnte ist schon tröstlich. Und vielleicht schafft man es dann doch irgenwann, es auch zu tun.

Ganz im Zeichen der wichtigeren Dinge die es im Miteinander gibt möchte ich auch das kommende Semester sehen. Und ich freue mich auf die Gruppen und Seminare die auf mich warten und natürlich auf unser -sich schon in der heißen Vorbereitungsphase befindliche- SYMPOSIUM mit vielen spannenden Vorträgen und Gästen! Und -ganz ehrlich- freue ich mich ganz ein kleines bisschen auch wieder auf den übervollen Kalender.

Ehrlich gesagt mag ich die Idee gewisse Entscheidungen gemeinsam mit den Kindern zu treffen bzw. sie in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Vor allem dann, wenn es um jene Dinge geht, die sie ebenso betreffen und vorausgesetzt, sie befinden sich bereits im sogenannten regelmachenden Alter, in dem es Kindern einfach Freude bereitet dabei sein zu dürfen und die Situation ist entspannt genug um längere, ruhige Gespräche führen zu können. Und ich finde nichts spannender und interessanter, als mir die Ideen und Gedanken meiner Kinder anzuhören. Aber dennoch nagt da ein unbestimmtes Gefühl der Skepsis in mir, wenn ich mir die ganze Entwicklung der letzten Jahre dahingehend ansehen und in der Praxis immer wieder erlebe, wie sehr die permanente Konsensfindung –bzw. der Versuch es dahin zu schaffen- im Chaos und der vollkommenen Überforderung enden kann.

Denn eine Entscheidung zu treffen bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen und setzt voraus, dass ...

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lass mir Zeit!

Unsere schnelllebige Zeit drängt uns dazu, ständig im Stress zu sein. Wobei uns unsere eigene Hektik gar nicht mehr bewusst ist. Unseren Kindern scheinbar umso mehr. Das, was bei Kleinkindern als Trotzphase bezeichnet wird ...

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Warte nur bis er lernt "nein" zu sagen!!!

 

 

Haben wir uns schon einmal die Frage gestellt, warum Babys und Kinder so oft "Nein" sagen? Haben wir schon einmal daran gedacht, dass es nicht mit ihrem Willen zu rebellieren zusammenhängt sondern lediglich eine Kopie unseres eigenen Verhaltens ihnen gegenüber ist? Wie oft ...

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und einfach nur unrund. Alles was man möchte ist eine ruhige Minute (oder auch mehrere) ohne gefordert und verlangt zu werden.

Zugegeben: niemand bereitet uns darauf vor, was es heißt 24 Stunden am Tag rund um die Uhr für ein anderes Individuum verantwortlich und zuständig zu sein. Niemand sagt uns, was es heißt, nicht einfach gehen zu können und die Arbeit jemand anderem zu überlassen.
Ein Baby braucht, möchte gehalten, getragen, versorgt, gekuschelt und gehört werden ...

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"du kannst das ja alles machen" ...

 

Wie oft hören Mütter diese Sätze. Mütter, die zu Hause bei ihren Kindern sind; Mütter die von zu Hause arbeiten, die weniger arbeiten, Mütter die ihre Kinder tragen ...

 

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jetzt hast du also wirklich begonnen.


Voller Christkindlmärkten, Nikoloinvasionen, Weihnachtsmännern und übervollen Einkaufsstraßen. Voller Stress und Hektik, weil man noch so viele Geschenken kaufen sollte und voller schlechtem Gewissen, wenn man es nicht schon im Juni gemacht hat ... Die Weihnachtsdeko, Schokonikoläuse und Schokokrampusse (schreibt man sie so?) beglücken uns ja schon seit Ende September und so mancher fragt sich nach den Schlagzeilen der letzten Tage sicherlich, was da denn so drinnen ist in den Schokoleckereien für die Weihnachtszeit.


Ganz ehrlich? Eigentlich mag ich die Weihnachtszeit. Ich mag die frühe Dunkelheit (bis nach Weihnachten) und den Lichterglanz überall, ich mag den Duft nach Weihnachtsbäckerei und Kerzenrauch und die frische nach Schnee riechende Luft (wenn man nicht gerade neben einer dicht befahrenen Straße oder einem Punschstand vorbei geht oder wenn dank Erderwärmung Frühlingstemperaturen herrschen). Und seit einigen Jahren mag ich die Adventzeit besonders gerne, weil meine Kinder da am längsten in der Früh beschäftigt sind und mich überhaupt nicht zu brauchen scheinen - was mir die Ruhe gönnt noch ein wenig zu schlafen.

Warum sie das machen? Weil sie den Adventkalender ausräumen und das am liebsten schon dann, wenn noch nicht einmal annähernd Morgen ist. Das führt dann mitunter dazu, dass ich vom Licht geweckt werde, dass plötzlich durch die Tür dringt und ich meine Kinder um den Tisch sitzend ihre Leckereien aus dem Adventkalender vernaschend oder mit ihren Kleindigkeiten spielend vorfinde - sagen wir einmal zu einer Uhrzeit, zu der man normalerweise noch nicht an den Morgen denkt. Aber das kommt glücklicherweise eher selten vor. Überwiegend stehen sie etwas vor der Morgendämmerung auf, aufgeregt flüsternd aus dem Zimmer schleichend ... 

Aus weiser Voraussicht habe ich bis dato den Adventkalender immer erst am Vorabend für den nächsten Tag gefüllt aber dieses Jahr gibt es noch einen zweiten Adventkalender - einen mit kleinen Büchlein drinnen- von der Oma, und mit diesem Kalender kam es heute Nachmittag beinahe zu einem Drama.

Denn, aus Neugierde und Ungeduld, wurde dieser von meinen Sohn  in einem unbedachten Moment mithilfe eines Stockerls um ihn leichter zu erreichen ausgeräumt ... Als ich es bemerkte war ich glaube ich im ersten Moment eben so überrascht wie mein Sohn. Er hat gewusst, dass es nicht so in Ordnung war, was er da getan hat und ist gleich weinend verschwunden. Ich habe zuerst den Schaden behoben um zu vermeiden, dass Tochter Nr. 1 etwas bemerkt und einen Schreikrampf bekommt (verständlicherweise - ihr Gerechtigkeitssinn ist enorm) und habe mich dann auf die Suche nach meinem weinenden und sichtlich wütenden Sohn gemacht.

Nach einigen Kuscheleinheiten ging es dann wieder ... und nein, ich habe ihn weder bestraft noch angeschrien, sondern ihm nur gesagt, dass ich seine Neugier zwar verstehe, es aber nicht so toll finde, wenn er alle Bücher alleine ausräumt und ansieht, schließlich gehört er nicht nur ihm sondern auch seinen Geschwistern. Ich hätte nichts gesagt, wenn es sein eigener Adventkalender gewesen wäre, denn ich kann mich selbst an meine eigene Neugier erinnern als Kind und wie schwer es mir gefallen ist, nicht alle Kästchen aufzumachen oder vorab schon eines zu öffnen. Und ich weiß, dass man Geduld erst mit der Zeit lernt aber vor allem nicht dann, wenn sie einem aufgezwungen wird ... Aber in diesem Fall musste ich einschreiten, weil er eben allen Dreien gehört und gerade die Älteste sehr darauf bedacht ist, bis zum 24. immer nur ein Kästchen aufzumachen.

 

Als wir die erste Kerze entzunden haben war dann wieder Stille eingekehrt - weitestgehend, denn da fanden die beiden Älteren es nicht so toll, dass die Jüngste ständig die Kerze ausgeblasen hat, schließlich macht man das an Geburtstagen so ... Wirkliche Stille kehrt bei uns eigentlich erst immer dann ein, wenn die Kinder im Bett sind und friedlich schlafen. Die Weihnachtszeit macht trotzdem Spaß ... besonders wenn man bereits um acht Uhr Früh mit den Kindern beim Kekse backen steht, so wie heute, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Ja, ich mag die Weihnachtszeit. Und mehr als sonst habe ich in der Weihnachtszeit das Bedürfnis meinen Kindern etwas anderes zu zeigen, etwas, das neben all dem Komerz und dem Konsum den sie in der Welt sehen, existiert. Ich möchte ihnen Dasein und Zuhören vermitteln und das Gefühl, das Weihnachten mehr ist als nur schenken. Ich möchte sie auf Dinge aufmerksam machen, über die wir -in der Wohlstandgesellschaft- gerne hinweg sehen. Aber mehr als das, möchte ich, dass sie sich ihre eigene Meinung und ihr eigenes Verständnis von Dingen bilden können.

 

anzuerkennen, dass es im Leben nicht darum gehen kann, sich allen vermeintlich richtigen Wegen zu unterwerfen, nur weil wir gelernt haben, dass "man es eben so machen muss". Es ist an der Zeit zu verstehen, dass ein Weg sich nur dann "leicht" geht, wenn er stimmig ist. Es ist

 

an der Zeit zu verstehen, dass wir nicht Gott und der Welt die Schuld an unserer Situation geben und uns somit der Verantwortung entziehen können. Denn die Verantwortung liegt in unseren Händen. Wir sind es, die darüber entscheiden wie die Welt aussieht und wie sie für unsere Kinde

r aussehen wird.

Wenn wir uns immer in die bequeme Position begeben, uns zurück lehnen und alles tun, was "man" eben so tun muss dann wird sich nichts ändern. Nichts für die Welt, nichts für uns und nichts für unsere Kinder. Es wird alles so weiter gehen wie bisher, schlimmer noch, wird es immer ärger werden, als was wir es kennen. Denn aus Resignation, wird Belanglosigkeit, aus stummen Protest, pure Gewalt und aus Missachtung Beziehungsunfähigkeit.

Wir meinen zivilisierte, intelligente Bewohner dieses Planeten zu sein und vergessen dabei selbstständig, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt zu denken, zu leben und zu handeln. Na da kann man halt nichts machen, dass ist leider so sind unsere Worte und im selben Atemzug beschweren wir uns über die Situation. Ein krankes System wird durch Ignoranz und Wegschauen nicht gesund, es wird sich auch nicht verändern oder zum besseren Wenden. Ein krankes System kann nur dann geheilt werden, wenn ehrlich und offen darauf geschaut, Fehler erkannt und Wege beschritten werden, die "man"  vielleicht nicht unbedingt als Mainstream bezeichnen kann, die aber zum Unterschied zu üblichen und gängigen Wegen, selbstbestimmt und ehrlich beschritten werden.

 

 

Wir wollen, dass unsere Kinder eine "schöne" Zukunft haben? Dann müssen wir etwas dafür tun.

Wir wollen, dass unsere Kinder selbstbestimmt und frei aufwachsen? Dann müssen wir uns selbst einmal von unseren Fesseln befreien und selbstbestimmt sein

Wir wollen, dass unsere Kinder selbstbewusst und aufrichtig durchs Leben gehen? Dann müssen wir damit aufhören sie unserem Urteil zu unterwerfen und zu versuchen, sie durch Manipulation und Unterdrückung an den Punkt zu bringen, an dem wir sie haben wollen. Dann müssen wir damit aufhören, Idealen nachzueifern und uns für unsere Kinder ein bestimmtes Leben zu wünschen sondern endlich damit anfangen auf ihre Ideen und Vorstellungen zu hören

Wir wollen eine wunderbare starke, tiefe und ehrliche Beziehung zu unseren Kindern? Dann müssen wir aufhören daran zu glauben, dass wir diese durch eine manipulierenden, unterdrückende, missachtende, ... Erziehung aufrecht erhalten.

 

Es ist an der Zeit aufzuwachen und zu erkennen, dass es alleine in unserer Hand liegt und das wir es sind, die etwas verändern können.