Posts Tagged ‘leben’

Toleranz ist im Augenblick in aller Munde - und ich kann es verstehen. Toleranz ist ja ein wichtiger Bestandteil unseres Miteinanders und ein achtsamer und toleranter Umgang miteinander eigentlich eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander. Bei all den Diskussionen fällt mir aber eines auf (und das eigentlich nicht erst in jüngster Zeit): als tolerantes Verhalten wird oft nur jenes Verhalten bezeichnet, welches dem Anders sein am nächsten kommt bzw. dieses nachahmt. Ich bin immer wieder ganz erstaunt, wenn mir in Gesprächen Leute ganz vorsichtig gestehen, dass sie etwas anders machen als wir. Aber warum? Lebt unsere Gesellschaft nicht eben von dieser Vielfältigkeit? Und wäre es nicht schrecklich wenn wir alle alles gleich machen würden? Abgesehen davon: wer meint, das Toleranz nur dann ....

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Gleich zwei wundervolle Begegnungen in den letzten Wochen haben mich wieder einmal zum Nachdenken gebracht. Die erste fand vor wenigen Wochen statt und hat mir einmal mehr gezeigt, dass nicht alles so "negativ" ist, wie es immer scheint. Ich habe die Blicke der älteren Dame schon gleich nach ihrem Einsteigen bemerkt. Sie konnte sich überhaupt nicht mehr losreißen von dem Baby im Tragetuch und den Kindern um mich herum. Ich habe sie nicht weiter beachtet - der Bus war zu voll und die Blicke nichts Neues. Mit ein paar Kindern unterwegs zu sein erregt in unserer Gesellschaft einfach Aufmerksamkeit. Damit habe ich mich abgefunden. Außerdem war ich müde, in Gedanken versunken, ... naja wie das halt so ist. Beim Aussteigen aus dem Lift am Bahnsteig hat sie uns dann aber eingeholt und mich ...

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Ich freue mich euch heute zum kostenfreien 1. Internationalen Online-Bildungskongress für freies Lernen und selbstbestimmte Bildung 2016 „Von der Bindung zur Bildung – selbstbestimmt lernen-leben-arbeiten“ einladen zu können.

Lena und Michael Busch haben fast 50 Experten zwischen 18 und 73 Jahren aus der ganzen Welt interviewt – Freilerner, Bindungsexperten, schulfrei aufgewachsene junge Menschen, Eltern von schulfreien oder schulfrei aufgewachsenen Kindern, Wissenschaftler, Filmemacher und Regisseure, Lehrer, Vorstand und Vertreter von Verbänden und Communities für freies Lernen – ob mit oder ohne Schule- , Vertreter freier Schulen, Ausgewanderte, Berater, Autoren, Fachleute, Menschen, die sich nach der Schule ihre Bildung selbst zusammengestellt haben, Betreiber offener Lernorte, Online-Unternehmer, Reisefamilien, digitale Nomaden, Vorreiter zu den Themen selbstbestimmtes, orts- und zeitunabhängiges Arbeiten. Es geht um die großen Fragen, denn Bildung ist viel mehr, als wir oft denken – und sie kommt nicht ohne Bindung aus, aber sehr gut ohne Erziehung. Und sie fängt gaaanz früh an.

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Trifft manches hiervon auf Dich zu oder stellst Du Dir manche dieser Fragen?

  • Du spürst tief in Dir eine Unzufriedenheit mit dem klassischen Bildungssystem?
  • Was bedeutet sich bilden eigentlich heute? Was sich frei bilden?
  • Du fragst Dich, ob es einen Fahrplan durch die Unsicherheit und alte Glaubenssätze und Muster gibt?
  • Du wünschst Dir Bedürfnisorientierung auch im oder nach dem Baby- und Kleinkindalter?
  • Wie hängt das eigentlich zusammen, Bildung, (Nicht-)Erziehung und Beziehung?
  • Du möchtest Bildungsfreiheit statt Schulpflicht?
  • Dein Kind möchte nicht in Kindergarten oder Schule?
  • Wie kannst Du selbst zeit- und ortsunabhängiger leben?

Dabei sind  Prof. Peter Gray, Lini Lindmayer, Karen Kern, Dr. Alan Thomas, Katia Saalfrank, Stefanie Mohsennia, Die Nestelbergers, Ben Paul, Anke Caspar-Jürgens, Ka Sundance, u.v.m.  bildungskongress.com

 

Vom 18. Bis 27. März 2016 kannst du dir alle Video-Interviews online ansehen und das völlig kostenfrei.

Wann und wo Du willst !

Melde dich jetzt kostenfrei an:bildungskongress.com


Ich freue mich auf euch und euer Dabeisein!

Ehrlich gesagt mag ich die Idee gewisse Entscheidungen gemeinsam mit den Kindern zu treffen bzw. sie in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Vor allem dann, wenn es um jene Dinge geht, die sie ebenso betreffen und vorausgesetzt, sie befinden sich bereits im sogenannten regelmachenden Alter, in dem es Kindern einfach Freude bereitet dabei sein zu dürfen und die Situation ist entspannt genug um längere, ruhige Gespräche führen zu können. Und ich finde nichts spannender und interessanter, als mir die Ideen und Gedanken meiner Kinder anzuhören. Aber dennoch nagt da ein unbestimmtes Gefühl der Skepsis in mir, wenn ich mir die ganze Entwicklung der letzten Jahre dahingehend ansehen und in der Praxis immer wieder erlebe, wie sehr die permanente Konsensfindung –bzw. der Versuch es dahin zu schaffen- im Chaos und der vollkommenen Überforderung enden kann.

Denn eine Entscheidung zu treffen bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen und setzt voraus, dass ...

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Der Blogeintrag für heute war eigentlich fertig. Es hat nur noch der letzte Schliff gefehlt. Aber dann war ich dazwischen mit meinen Kindern in der Stadt unterwegs und jetzt muss der Blogeintrag für heute einem dringlicheren weichen. Denn ich bin wütend. Und nicht nur ein bisschen. Ich bin wirklich wütend. Im Prinzip sollte man nämlich meinen, dass in Bioläden Dinge wie Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Umweltgedanken usw. im Vordergrund stehen und Grundbestandteil des Konzeptes sind. Aber ... weit gefehlt. Begonnen hat es damit, dass ...

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Begonnen hat alles eigentlich schon Donnerstag Vormittag mit der dringenden Bitte einer Mutter, ich solle doch zu ihre Kommen. Das ging sich aufgrund meiner Termine an dem Tag nicht mehr aus, aber am Freitag Abend konnte ich sie einschieben und das Gespräch hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig eine individuelle Begleitung in einer Umgebung ist, in der sich die Familie wohl fühlt. Besonders war an dieser Begleitung, dass auch die Oma anwesend war. Ihr Feedback am Schluss nach einer herzlichen Verabschiedung: "das war alles sehr aufschlussreich und vor allem hilfreich!"
Ein schönes Gefühl, danach heim zu gehen und zu wissen, dass ich wieder eine Familie in ihrem Weg bestärken und Zweifel entkräften konnte. 
Weiter ging es dann mit dem (vorläufig) letzten Treffen mit jener Mama, die ich in den letzten Wochen begleitet haben. Während der letzten Schwangerschaftswochen und jetzt danach mit dem Baby. Keine ganz einfach Zeit für die kleine Familie, weil es gleich verschiedenen Komplikationen gab ... aber es geht bergauf und auch hier konnte ich mit einem guten Gefühl im Bauch Abschied nehmen. 

Gleich im Anschluss hat unsere Elternaustauschgruppe begonnen und ich muss sagen, wir sind wirklich eine kleine, aber feine Gruppe. Ich habe die Gruppe mit einem Spruch von Virginia Satir begonnen und er hat genau das bewirkt, was ich erhofft hatte, ein Gefühl des Miteinanders. Neben den vielen berührenden und interessanten Themen gab es auch jene Momente, die uns alle zum Lachen gebracht haben. Und mitten drinnen, die Kinder.

 

Und heute? Sonntag ist unser Familien/Freunde/Verwandtentag .. da ist immer viel los und es gibt viel zum Lachen. Es sind jene Tage in der Woche, an denen ich versuche möglichst erst am Abend den Computer zu starten. Ideen werden in mein Heft geschrieben aber sonst herrscht Sendepause. Warum? Weil ich nicht ständig damit beschäftigt sein will und weil es einfach gut tut sich ab und an eine Pause zu gönnen. Und, weil eben diese Tage es sind die mich stärken und die mich durch Gespräche dann wiederrum in neue Bereiche oder zu jenen Themen bringen, von denen ich dann überzeugt bin, dass ich sie ansprechen werde oder kann.

So ist auch das morgige Thema entstanden - unser (ehemaliges) Leben als ROHKOSTFAMILIE. Gefragt wurde ich ja schon öfters und vor allem in meinen Gruppen war es immer wieder Thema, aber zu lesen wird es jetzt -seit langem wieder einmal, meine letzten veröffentlichen Berichte in gängigen Rohkostmagazinen sind schon eine Zeit her- etwas geben. Rohkost ist popolär im Moment, in sich ist sie aber ein sehr komplexes Thema und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden ... aber da greife ich schon wieder vor ... Freut euch auf morgen!

 

 

Linis These, es liegt an der Beziehung.... und in dem deutschen Windelfrei Blogs und Foren, da geht es ständig um Thema Sreik ...und so weiter. Zitat aus einer eben erhaltenen Mail.

Drehen wir einmal den Spieß um. Betrachten wir die Situation vom Baby aus. Ich habe gestern abend über das Problem der Kopflastigkeit geschrieben, mit der wir prinzipiell an viele Dinge herangehen, mitunter auch an die Kommunikation mit dem Baby über sein Ausscheidungsbedürfnis. Diese Kopflastigkeit führt dazu, dass man ständig an das mögliche Ausscheidungsbedürfnis des Babys denkt und schon nicht mehr ruhig und gelassen ist. Sie führt dazu, dass man bei jedem Mucks aufschaut, jeden Gedanken mit der Frage beendet, ob man nicht vielleicht doch mit dem Baby auf die Toilette gehen soll. Und dann soll das Baby da auch noch mitspielen.
Ich wäre die erste, die mit Abwehr und Protest reagieren würde.

Ich glaube kaum, dass es jemanden gibt, der sich nicht daran stören würde, wenn er ständig zur Toilette "getragen" werden und nach einem dringenden Bedürfnis gefragt werden würde. Warum sollte es den Babys da anders gehen?
Dass in den deutschen Blogs und Foren leider immer wieder über diese Thematik geschrieben wird, hängt einerseits sicherlich damit zusammen, dass das Thema einfach aufgrund der Kopflastigkeit präsent ist, andererseits aber auch damit, dass es schlicht und einfach gut zum derzeitigen Mainstream passt. Wir wälzen gerne Probleme, wir bewegen uns ständig im Kopf und suchen nach dem Hacken an etwas, wir geben uns nicht damit zufrieden, dass es uns gut geht, sondern leben in der ständigen Erwartung, dass das nicht so bleiben wird.
Ein Baby pinkelt manchmal in die Hose und manchmal auf den Boden. Jede Kultur in der die Windelfreiheit vollkommen normal ist kennt das und würde nicht großartig darüber berichten geschweigen denn ein ganzes Problemthema daraus machen. Manchmal erwischt man ein Lulu/Pipi etc. eben nicht. Da wird ein wenig gewischt, gelacht, eine neue Hose angezogen und die Sache hat sich.
Wir aber beginnen zu analysieren und nachzudenken, wir erwarten das Schlimmste und werden verbissen und im Endeffekt, geht gar nichts mehr.

Und schon haben wir den totalen Streik und dieser Streik ist nicht natürlich. 

Ja manchmal kommt es vor, dass ein Baby sich jetzt nicht halten lassen möchte, trotz einem dringenden Bedürfnis. Aber es kommt auch vor, dass es jetzt gerade nicht an der Brust trinken oder essen möchte, trotz eindeutigem Hungergefühl. Es kommt auch vor, dass es jetzt nicht schlafen möchte obwohl es müde ist und es kommt auch vor, dass es nicht angezogen werden möchte obwohl im offensichtlich kalt ist ...

Ein Baby ist nun einmal keine Puppe mit der wir machen können was uns gerade gefällt ohne dass es sich bemerkbar machen würde. Es hat ebenso seine Bedürfnisse und Gefühle, Prioritäten und Notwendigkeiten, die die meiste Zeit über recht gut mit den unseren kooperieren, manches Mal aber einfach nicht übereinstimmen ... dass ist keine Abnormität, sondern schlicht und einfach das Leben!!!

Du musst deinen Kindern doch bestimmte Sachen zeigen, damit sie wissen, dass es sie überhaupt gibt! Wenn du deinen Kindern nichts zeigst, dann werden sie von vielen Dingen gar nicht wissen, dass es sie gibt!

 

 


Wirklich? Liege ich da falsch in der Annahme, dass Kinder alles in sich aufsaugen, was sie in ihrem Umfeld wahrnehmen oder irgendwo aufschnappen und was ihr Interesse weckt. Liege ich falsch in der Annahme, dass Kinder von Geburt an danach streben ihre Welt zu entdecken und zu erfahren, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt? 

 

Wäre dem nicht so würde das doch bedeuten, dass ich einem Baby bereits wenige Augenblicke nach der Geburt lernen müsste, wie es an meiner Brust trinken kann und später dann, wie es sich bewegen und aufrecht gehen kann. Ich müsste ihm zeigen, wie es seine Finger und seine Füße gebrauchen und was es mit all den Muskeln anfangen kann. Ich müsste ihm zeigen wie man spricht und zeichnet .... würde ich das nicht tun, würde das bedeuten, dass mein Baby dazu verdammt ist sein Leben lang in Embryonalstellung in einem Bettchen zu liegen ...

So ist das ja nicht gemeint, aber gewisse Dinge muss man Kindern zeigen. Kinder müssen Dinge kennenlernen, damit sie wissen was das ist und sich dafür oder dagegen entscheiden können. Sonst sind sie doch arm dran.


Wirklich? Sind sie arm drann wenn ich ihnen gewisse Sachen nicht zeige oder darauf vertraue, dass sie ihren Weg finden und gehen werden? Muss ich meinem Kind dann auch Alkohol, Drogen und andere Suchtmittel zeigen? Muss ich ihm Waffen in die Hand drücken und ihm Kriegsfilme zeigen? Muss ich ihm alle möglichen und unmöglichen Dinge zu Essen geben und ihm alles was nur irgendwie geht zeigen, ganz gleich ob gesund oder ungesund, gefährlich oder ungefährlich? Schließlich wäre es arm dran, wenn

ich so gemein wäre ihm all diese Seiten unseres Lebens vorzuenthalten. Oder sehe ich das falsch?

 

Um ehrlich zu sein habe ich es ziemlich satt mir ständig irgendwelche absurden Vorurteile im Bezug auf das Freilernen von Kindern anzuhören, die scheinbar ohne Nachzudenken getätigt werden. Ob Schule oder nicht, ob homeschooling oder freilernen: Kinder lernen. Sie wollen ihre Erfahrungen sammeln, sie wollen entdecken und dazu brauchen sie meinen "Senf" nicht. Sie brauchen keine gescheiten (oder weniger gescheiten) Meldungen von mir. Was sie brauchen ist vor allem eines: Ruhe. Ruhe zum Entdecken, zum Beobachten, zum Erfahren und Erkennen, zum Ausprobieren und Trainieren.

Und da wir davon ausgehen können, dass Kinder mit den besten Voraussetzungen auf die Welt kommen, können wir auch darauf vertrauen, dass sie sich perfekt entwickeln und wir ihnen nicht jeden Aspekt unseres Lebens quasi als Pflichtübung vor die Füße werfen müssen.
Abgesehen davon entwickeln Kinder ganz eigene Interessen und Vorlieben und ich kann noch so interessant und ausführlich über Botanik sprechen, wenn sich mein Kind nicht dafür interessiert, dann werden meine Vorträge vollkommen sinnlos bleiben. Kinder leben nicht in einer Seifenblase in der sie nichts mitbekommen vom Leben. Und Kinder brauchen zum Entwickeln und Lernen keine künstliche erschaffene, durch einen Filter (was passend ist und was nicht) gepresste Welt von der sie dann lernen sollen.

 

Was Kinder brauchen ist das Leben, so wie es ist und Möglichkeiten leben, entdecken, erfahren, bebachten und ausprobieren zu können. Unsere Aufgabe ist es Lebensräume zu schaffen, in denen sie genau das können.