Posts Tagged ‘kommunikation über das ausscheidungsbedürfnis’

Ich habe das Bedürfnis etwas klarzustellen. In letzter Zeit kommt es wieder häufiger vor, dass die Windelfreiheit als Erziehungsmethode gesehen und beschrieben wird. Bis ins kleinste Detail wird erläutert wie man sein Kind windelfrei erziehen könne und wie das vor sich geht. Nicht nur das schnappe ich auch immer wieder die Aussage: „Ich erziehe mein Kind windelfrei“ auf.

ABER: Windelfreiheit und Erziehung haben nichts gemein. Denn die Windelfreiheit hat kein Ziel, sie verfolgt nicht die Idee, dem Kind etwas zu lernen. Sie hat auch nicht die Absicht, das Kind in eine bestimmte Richtung zu zerren sondern greift lediglich eine bereits bestehende Fähigkeit auf um dem Baby im Hinblick auf die Erfüllung eines Bedürfnisses helfend zur Seite zu stehen. Wer meint, dass man ein Kind dazu erziehen müsse, sein Ausscheidungsbedürfnis bewusst wahrzunehmen, der müsste auch in puncto Stillen oder Nahrungsaufnahme von Ernährungserziehung und beim Schlafen von ...

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Wenn wir wo zu Besuch sind, dann ziehe ich meiner Tochter eine Trainer-U-Hose an. Zur Sicherheit. Zwar passiert es nicht oft, dass was nass wird, aber weil ich weiß, dass es mich stressen würde, wenn Schwiegervaters Edelteppich etwas abkriegen könnte ist mir das lieber. Eine Strategie zum Lockerbleiben sozusagen. Trotzdem ist die U-Hose dann immer wieder mal nass –vielleicht eben wegen meinem Stress …

Oder neulich war eine Freundin, die windelfrei seltsam findet, bei uns zu Besuch und da mache ich mir leider auch noch immer einen Kopf, was sie denkt. Und wie soll es anders sein, 4 nasse Hosen an dem Tag, wo wir sonst immer nur eher eine haben …

 

Und sogar heute Nacht bei der Schwiegermutter im Bett hat sie zweimal in die Stoffi gepinkelt. Bei uns zuhause hat sie immer nur einen Schlafsack an den ich unten aufgeschnitten habe und es passiert so gut wie nie, dass etwas nass wird. Zweimal schon gar nicht … Sie ist gar nicht wach geworden wie normal. Ich glaube es war halt sehr aufregend alles und der Rhythmus war sicherlich auch verändert. (…)

Meine Schwiegermutter erzählt mir fast jedes Mal wieder, dass man das früher nicht gemacht hat und man gesagt hat, das die Kinder ihr Ausscheidungsbedürfnis noch nicht kontrollieren könnten und es zu psychischen Schäden führen würde usw. …

Ich mache es einfach nicht mehr zum Thema –das ist jetzt meine Strategie- aber es löst vermutlich trotzdem etwas aus in mir.

Und was mache ich, wenn der Besuch mal zuständig ist für meine Kleine?

Meine Mutter z.B. findet Windelfrei super, aber sie merkt die Zeichen nicht und wenn sie auf die Kleine aufpasst sind immer wieder Hosen nass.

 

Immer wieder erreichen mich Mails wie die oben zitierte und in Seminaren und Gruppen zählt die Frage nach dem Besuch und dem Umgang mit dem Besuch zu den Standardfragen überhaupt. Auch die Frage, was man macht wenn einmal jemand anders auf das Baby aufpasst …

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... wo besteht hier die Verbindung oder Verknüpfung. Sind die zwei untrennbar miteinander verbunden oder gibt es das eine auch ohne das andere ....

Eines vorweg: WINDELFREI KANN VON ALLEN OHNE IRGENDEINE EINSCHRÄNKUNG PRAKTIZIERT WERDEN. Aber dazu später etwas mehr zunächst einmal die Einleitung. Sobald man sich näher mit der Thematik auseinandersetzt bekommt man wohl auch den einen oder anderen Mythos zu hören. Und die meisten von euch haben wahrscheinlich schon viele Mythen über die Windelfreiheit gehört oder sind damit durch einen vorwurfsvolle Ansage in Verbindung gekommen. Wie zum Beispiel jene, dass windelfreie Babys immer nackt sein müssten oder jenen Mythos, dass Mütter und Väter von windelfreien Babys 24 Stunden am Tag im Beobachtungsmodus sein müssen, damit das überhaupt "funktioniert" so ohne Windel ...

Windelfrei und Attatchment Parenting ... auf die Idee hier eine symbiotische Verbindung herzustellen bin ich noch nicht gekommen ... aber scheinbar jemand anderer, denn gestern hat mich ...

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Wonach streben wir? Welchem Ziel hetzen wir hinterher?

Ich habe keine Zeit oder dazu habe ich keine Zeit, dazu fehlt mir die Zeit oder wenn ich doch die Zeit hätte ... das sind wohl unsere liebsten Aussagen in Bezugt auf gewisse Dinge. In Bezug auf das Zusammenleben mit Baby/Kind geht es meist darum, dass man nicht die Zeit hat zu tragen oder zu stillen, dass einem die Zeit fehlt mit ihm über seine Bedürfnisse zu kommunizieren oder auf seine Bedürfnisse respektvoll einzugehen. Schlimm wird es dann ...

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... es ist ja nicht gerade so, dass Eltern mit Babys und Kindern ein besonderes Willkommen erfahren würden, ganz gleich wo sie hingehen. In der Gesellschaft sind Eltern mit Kindern zwar geduldet aber je mehr Kinder sie haben, desto schräger werden sie angesehen. Wo Eltern aber gerne gesehen werden ist, wenn sie ihren Geldbeutel öffnen um wieder irgendein Produkt zu kaufen, von dem ihnen weiß gemacht wurde, dass sie es unbedingt benötigen. Wobei die vermeintliche Notwendigkeit vieler Produkte schon auf den ersten Blick als Reinfall gewertet werden kann und bei denen man spätestens nach dem ersten Gebrauch merkt, dass sie nicht nur überteuert waren sondern auch vollkommen sinnlos sind. Das Maß an Absurdität erreichen Produkte, die für die Unterstützung einer bestimmten Sache verkauft werden, diese aber durch ihren Gebrauch aber alles andere als unterstützen sondern lediglich dazu führen, dass ...

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Ein Baby ohne Windel ... das ist ja ein recht netter Gedanken zumindest im Sommer. Aber im Winter ist das doch unmöglich. Wie soll man das dann denn machen mit so einem kleinen Baby und noch dazu bei der Kälte und überhaupt ... da sind doch Windeln viel praktischer ... oder?

Abgesehen davon, dass Windeln nicht praktisch sind und weder im Sommer noch im Winter darum herum kommt diese zu wechseln, ist Windelfreiheit auch im Winter machbar, umsetzbar und möglich. Wieder einmal geht es darum nicht im Kreis zu denken sondern einfach umzudenken. Meine drei windelfreien Kinder sind alle in der kalten Jahreszeit auf die Welt gekommen. Und nicht etwa da, wo es nur mehr eine Frage der Zeit war bis es wieder warm werden würde, sondern gleich zu Beginn der kalten dunklen Jahreszeit. Also zu einem Zeitpunkt, wo diese es sich gerade erst gemütlich gemacht hat und ihr Besuch noch Monate dauern wird. Trotzdem habe ich mich mit meinen Babys ohne Windel nicht zuhause neben dem Ofen verkrochen sondern war genauso draußen unterwegs. Die Babys im Tragetuch eingemummelt und unter meiner Jacke gut geschützt vor der Kälte, angezogen mit praktischer, leicht aus- und wieder anzuziehender Kleidung.

 

 

Wie diese praktische Kleidung im Winter aussehen kann? Bevorzugt aus natürlichen Materialen, die bekannt dafür sind, Temperaturausgleich zu schaffen, in Schichten und bestehend immer aus Hose und Oberteil anstatt einem Einteiler. Warum in Schichten? weil man dann immer wieder etwas wegnehmen oder hinzufügen kann, falls man es als zu warm oder zu kühl empfindet. Warum keine Einteiler? Weil es wahnsinnig schwierig ist, das Baby aus diesem heraus zu schälen und dabei keine Hektik zu entwickeln, wenn man das Baby nirgends hinlegen kann oder man das Gefühl hat es muss schon sehr dringend (auch wenn das vielleicht nicht der Fall ist).

 

Meine bevorzugten Materialien im Winter ...

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... heißt nicht gleich 24 Stunden rundum Beobachtung. Keine Mutter oder kein Vater sitzt 24 Stunden vor seinem Kind und wartet darauf, dass es ihr/ihm zeigt, wann es hungrig oder müde oder erschöpft oder kuschelbedürftig ist oder einfach nur Nähe möchte. Wir alle vertrauen darauf, dass uns unsere Kinder schon zeigen werden, was sie brauchen.

 

Sobald aber die Windel unten ist bricht Panik aus und kein vernünftiger Gedanken scheint mehr gedacht werden zu können, die ganze Aufmerksamkeit und der ganze Fokus liegen auf dem Ausscheidungsbedürfnis des Kindes. Netter Gedanke, dass man durch Beobachtung schneller irgendwelche Signale erkennt. Aber ich kann es nur immer wieder betonen, dass man dadurch ganz häufig und in den meisten Fällen genau genommen nichts erkennt. Das Problem ist, der Frust der dann kommt und viele Eltern dazu veranlasst zu glauben, dass sie einfach unfähig sind oder ihr Baby sich nicht für die Windelfreiheit eignen würde (als ob man sich dazu eignen müsste bewusst auszuscheiden!)

Wieder einmal sind es Fehlinformationen

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... oder die Windelfreiheit unnötig schwer machen.

 

Wir sind darauf trainiert uns nur dann richtig gut zu fühlen, wenn wir dem Mainstream folgen. Dass sich das nicht unbedingt stimmig für uns selbst anfühlen muss, scheint hier nebensächlich zu sein. Und weil sich das nicht immer stimmig anfühlt oder weil wir uns manches Mal doch trauen etwas anders zu machen, machen wir uns ständig und immer wieder Gedanken darüber, zweifeln und sind unsicher mit dem Effekt, dass wir uns durch unsere eigenen Gedanken blockieren und in unserem Handeln und Sein einschränken. 

Was das für die Windelfreiheit heißt?

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