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und dann soll es plötzlich!
Dazwischen? Ist nichts. Kein Lernen dürfen, kein Erfahren dürfen, kein Entdecken dürfen.

Dieser Umgang mit den Kindern lässt sich in allen Bereichen beobachten. Solange ein Kind noch klein ist, wird seine Hand festgehalten oder ihm jeder Versuch es selbst zu machen in dem Sinne erschwert, in dem ihm einfach alles abgenommen wird. Gegenstände werden immer weiter weggeschoben oder höher gestapelt. Versuche mithelfen zu wollen werden als lästig und anstrengend eingestuft und das Kind mit Spielzeug sich selbst überlassen oder abgelenkt.

"Nein", "Lass das" und "Ich mach schon" sind wohl jene Worte die ein Baby/Kleinkind in seinen ersten Lebensmonaten hört.

Fragwürdige Methoden aber durchaus gängig. Schließlich kann man doch nicht, darf man doch nicht, soll es doch nicht, .... lernen und erfahren am realen Leben. Schließlich ist es noch zu klein, zu ungestüm, zu unwissend, zu ungenau, zu was auch immer ....

Zusammenfassend gesagt wird das kleine, am Leben und Tun interessierte Wesen in die Passivität gedrängt und zur "machen sowieso alles die Großen, da lehn ich mich zurück und schrei ein bisschen wenn ich was brauch" Einstellung erzogen.

Aber wehe es wird groß! Oder erreicht ein Alter, in dem es dann nicht mehr als schicklich gilt dem Kind alles zu machen. Oder der Zeitpunkt ist erreicht zu dem die Eltern ihr Herumschusseln um das Kind satt haben und nach Mithilfe im Haushalt und Selbstständigkeit verlangen.
Ja und was kommt dann? Der ewige Kampf um Selbstständigkeit, zermürbende Diskussionen um Verantwortung und Mithilfe, Wut, Ärger und Zorn. Denn so schön es ist dem kleinen Baby alles zu machen so mühsam wird es, wenn das Kind dann einmal nicht mehr klein und niedlich ist. So schön es ist ständig um das Kind herum zu flattern und ihm alles abzunehmen, so mühsam wird es mit der Zeit weil Eltern eben nicht nur ....

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Wir kennen ihn wahrscheinlich alle, diesen netten Spruch. Ihn und viele andere. Sprüche, die uns mitunter bereits in frühester Kindheit erzählt wurden und die, wenn man ganz ehrlich ist und ganz genau hinhört, dass Misstrauen wiederspiegeln, dass Kindern in unserer Gesellschaft leider immer noch entgegen gebracht wird. Das Misstrauen in ihre Fähigkeiten und ihre Selbsteinschätzung, ihr Körperbewusstsein und ihre Kompetenzen in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse.

Das ist doch zu gefährlich! Man kann doch nicht …! Es weiß doch noch nicht …!

Weiß es wirklich nicht? Ist es wirklich zu gefährlich und sind Eltern, die ihren Kindern mehr zutrauen verantwortungslos oder doch eher mutig? Und wie viel Gefährlichkeit oder Mut ...

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den ganzen Tag?

Oh diese Frage hören wir oft. Freilernen, Unschooling, ... meine Kinder gehen weder in den Kindergarten noch in die Schule. Sie lernen frei und zuhause. Nein, sie werden auch nicht unterrichtet, denn wenn ich sie unterrichten müsste damit sie etwas lernen, dann könnte ich sie ja gleich in die Schule geben ... also nein: sie lernen selbstbestimmt und frei zu Hause. Sie zählen zu jenen Kindern, die man Freilerner nennt.

Und das soziale Lernen? - das ist meist die erste skeptische Frage nach dem "was macht ihr denn da" - fast so als würden Kinder erst mit Schuleintritt Sozialverhalten lernen und davor vollkommen isoliert ohne soziale Kontakte vollkommen asozial dahin vegitieren. Ist diese Frage geklärt ...

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Du musst deinen Kindern doch bestimmte Sachen zeigen, damit sie wissen, dass es sie überhaupt gibt! Wenn du deinen Kindern nichts zeigst, dann werden sie von vielen Dingen gar nicht wissen, dass es sie gibt!

 

 


Wirklich? Liege ich da falsch in der Annahme, dass Kinder alles in sich aufsaugen, was sie in ihrem Umfeld wahrnehmen oder irgendwo aufschnappen und was ihr Interesse weckt. Liege ich falsch in der Annahme, dass Kinder von Geburt an danach streben ihre Welt zu entdecken und zu erfahren, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt? 

 

Wäre dem nicht so würde das doch bedeuten, dass ich einem Baby bereits wenige Augenblicke nach der Geburt lernen müsste, wie es an meiner Brust trinken kann und später dann, wie es sich bewegen und aufrecht gehen kann. Ich müsste ihm zeigen, wie es seine Finger und seine Füße gebrauchen und was es mit all den Muskeln anfangen kann. Ich müsste ihm zeigen wie man spricht und zeichnet .... würde ich das nicht tun, würde das bedeuten, dass mein Baby dazu verdammt ist sein Leben lang in Embryonalstellung in einem Bettchen zu liegen ...

So ist das ja nicht gemeint, aber gewisse Dinge muss man Kindern zeigen. Kinder müssen Dinge kennenlernen, damit sie wissen was das ist und sich dafür oder dagegen entscheiden können. Sonst sind sie doch arm dran.


Wirklich? Sind sie arm drann wenn ich ihnen gewisse Sachen nicht zeige oder darauf vertraue, dass sie ihren Weg finden und gehen werden? Muss ich meinem Kind dann auch Alkohol, Drogen und andere Suchtmittel zeigen? Muss ich ihm Waffen in die Hand drücken und ihm Kriegsfilme zeigen? Muss ich ihm alle möglichen und unmöglichen Dinge zu Essen geben und ihm alles was nur irgendwie geht zeigen, ganz gleich ob gesund oder ungesund, gefährlich oder ungefährlich? Schließlich wäre es arm dran, wenn

ich so gemein wäre ihm all diese Seiten unseres Lebens vorzuenthalten. Oder sehe ich das falsch?

 

Um ehrlich zu sein habe ich es ziemlich satt mir ständig irgendwelche absurden Vorurteile im Bezug auf das Freilernen von Kindern anzuhören, die scheinbar ohne Nachzudenken getätigt werden. Ob Schule oder nicht, ob homeschooling oder freilernen: Kinder lernen. Sie wollen ihre Erfahrungen sammeln, sie wollen entdecken und dazu brauchen sie meinen "Senf" nicht. Sie brauchen keine gescheiten (oder weniger gescheiten) Meldungen von mir. Was sie brauchen ist vor allem eines: Ruhe. Ruhe zum Entdecken, zum Beobachten, zum Erfahren und Erkennen, zum Ausprobieren und Trainieren.

Und da wir davon ausgehen können, dass Kinder mit den besten Voraussetzungen auf die Welt kommen, können wir auch darauf vertrauen, dass sie sich perfekt entwickeln und wir ihnen nicht jeden Aspekt unseres Lebens quasi als Pflichtübung vor die Füße werfen müssen.
Abgesehen davon entwickeln Kinder ganz eigene Interessen und Vorlieben und ich kann noch so interessant und ausführlich über Botanik sprechen, wenn sich mein Kind nicht dafür interessiert, dann werden meine Vorträge vollkommen sinnlos bleiben. Kinder leben nicht in einer Seifenblase in der sie nichts mitbekommen vom Leben. Und Kinder brauchen zum Entwickeln und Lernen keine künstliche erschaffene, durch einen Filter (was passend ist und was nicht) gepresste Welt von der sie dann lernen sollen.

 

Was Kinder brauchen ist das Leben, so wie es ist und Möglichkeiten leben, entdecken, erfahren, bebachten und ausprobieren zu können. Unsere Aufgabe ist es Lebensräume zu schaffen, in denen sie genau das können.

 

 

Der Herbst naht und irgendwie scheint sich plötzlich alles um den Ernst des Lebens zu drehen, den Schulanfang. Ernst des Lebens, wie das schon klingt. Ist das Leben eines Kindes davor nicht ernst oder echt? Lernt es davor nichts? Und -wenn der Ernst des Lebens beginnt- darf es dann nicht mehr fröhlich und ausgelassen sein?

Meine Kinder gehen nicht zur Schule und sie werden auch nie zur Schule gehen. Nicht in diesem System, in dem Kinder dazu verdammt sind nach Schema A beschult zu werden. Ja, natürlich, es gibt sie auch die Reformpädagogischen Schulen aber aus welchem Grund muss ich mein Kind von Montag bis Freitag morgens früh stressen und dazu nötigen sein Spiel zu unterbrechen, damit es rechtzeitig in der Schule ist, wenn es diese Dinge auch Zuhause und im Alltag lernen kann.

Den Fragen nach scheint kein Mensch infrage zu stellen, ob ein Kind das, was es in der Schule lernt nicht auch zuhause lernen könnte. Denn danach werde ich nie gefragt. Ich werde nie gefragt, wie es mit Rechnen und Schreiben und all den Dingen aussieht, die man in der Schule lernt. Worum sie die Menschen Sorgen machen sind ganz andere Dinge. Sie sorgen sich darum, dass es meinen Kindern am sozialen Umgang fehlen könnte. Sie sorgen sich darum, dass sie sozial zurückbleiben würden und es ihnen an Möglichkeiten zum Sozialen Lernen fehlt, weil sie eben nicht in einem Raum mit lauter gleichaltrigen Kindern und einem Erwachsenen sitzen. Sie sorgen sich darum, dass es meinen Kindern an Konfliktsituationen zum Lernen fehlen würde. 

Nun stellt sich die Frage ob Kinder erst dann zu lernen beginnen, wenn sie in die Schule kommen und in einem Raum sitzen müssen. Gehen sie etwa sechs Jahre lang blind, taub und emotionslos durchs Leben bevor sie endlich im künstlich erzeugten Ernst des Lebens das einem Gefängnis gleicht lernen dürfen was sozial heißt?

Haben denn das Lächeln des Babys, sein glückliches vor sich hin brabbeln, seine ersten Kontaktaufnahmen mit anderen, seine ersten Konflikte und sein aufmerksames Beobachten nichts mit Lernen, mit sozialem Lernen zu tun? Und was ist mit den Kleinkindern, die fröhlich grüßend und winkend durch die Welt wandern, die Menschen beobachten und über ergreifende Fragen nachdenken, lernen die etwa auch nicht?

Muss ich um soziales Verhalten lernen zu können auf einem kleinen Holzstuhl an einem Tisch, neben einem anderen Kind sitzen und der Lehrerin oder dem Lehrer der vorne an der Taf

el steht zuhören, der mir erklärt wie das so ist mit dem Leben. Muss ich um soziales Verhalten lernen zu können irgendwelche Übungen mit anderen Kindern machen ...

Soziales Lernen beginnt mit dem Augenblick der Geburt. Kinder beobachten, erfahren, denken nach erleben, überlegen, probieren aus und erkennen. Dazu brauchen sie keine Schule, sondern den Freiraum dies alles im echten, wirklichen Leben erfahren zu dürfen. Sie brauchen Menschen um sich, die sie auf ihrem Weg begleiten anstatt sie zu  blockieren. Sie brauchen Menschen um sich die bereit dazu sind, mit ihnen zu gehen ohne Bedingungen, Hand in Hand. Leben mit Kindern soll Freude machen und keine Aneinanderreihung von Verpflichtungen und künstlich erzeugten Lernsituationen sein.