Seminarwochenende in Graz ...

Eigentlich wollte ich heute ja einen ganz anderen Beitrag machen. Aber irgendwie ist mir in dieser Woche die Zeit abhanden gekommen. Sie war schneller als ich oder ich wollte zu viel. Wie genau, kann ich nicht sagen. Die Erwachsenen meinten früher ja immer, dass die Zeit immer schneller vergeht und gelegentlich tendiere ich auch dazu es so zu empfinden, aber vielleicht wird man als Erwachsener einfach nur schneller ... oder anspruchsvoller, was die Quantität der Erledigungen betrifft, die man in den vielen Stunden des Tages (und der Nacht) unterbringen möchte.
Wie auch immer es sich verhält, den Blogeintrag heute muss ich verschieben. Vorerst geht es jetzt einmal nach Graz ins Hebammenzentrum zum WINDELFREI-INTENSIVSEMINAR und danach zu ganz lieben Freunden auf den MITANANDA H.O.F. - den ich euch jetzt schon empfehlen kann zum Anschauen und Ferien machen und Verweilen bei einer Freilerner Familie in der Südsteiermark ...

 

Nur nicht egoistisch werden!

In einem Miteinander, in dem das Beherrschen der Ellenbogentechnik weit mehr geschätzt wird als ein achtsamer Umgang miteinander erscheint es mehr als absurd (wie so vieles) das gerade junge Eltern davor gewarnt werden, den kleinen, gerade einmal geborenen Menschen allzu sehr zu verwöhnen. Er könnte letztendlich egoistisch werden. Er könnte sich letztendlich zu jemandem entwickeln, dem alle anderen egal sind. In einem Miteinander, in dem die kleinen Menschen bereits in den frühen Kindergartenjahren auf gewinnen und Leistung gedrillt werden, auf besser und größer, klingt das "Es muss aber schon teilen lernen" fast schon wie ein Witz. Ein schlechter Witz.

Erziehungsansichten

Es ist die Idee, die in den Köpfen der meisten Menschen vorherrscht. Die notwendige Erziehung des Kindes, die bewusst oder unbewusst eigentlich all das Misstrauen zum Ausdruck bringt, welches wir in uns tragen, welches uns anerzogen worden ist und welches im Grunde unser gesamtes Dasein und Miteinander prägt. Aus Angst, der kleine Mensch könnte unfähig bleiben, aus Angst der kleine Mensch könnte sich zu einem verzogenen "Monster" entwickeln, ziehen und zerren wir lieber mal ein bisschen an ihm herum, ignorieren lieber mal das eine oder andere Bedürfnis und tun so, als ob der Schmerz der dabei empfunden wird nur notwendig und richtig sei um den kleinen Menschen stark und widerstandsfähig zu machen. WAS FÜR EIN SCHWACHSINN.
Das kleine Ich und das EGO

Das Ich braucht ...

Kunterbunt Teil 7

Es ist mal wieder an der Zeit für einen kunterbunten Beitrag. Oder anders gesagt, bei kleinen Schnupfennasenmenschen, schlaflosen Nächten und einem Berg von Hausarbeit schreibt sich ein kunterbunter Beitrag mit einer Hand einfach schneller als einer der Beiträge, die noch in meinem Kopf herum geistern und etwas mehr Ruhe und zwei Hände erfordern. Etwas mehr heißt: wirkliche Ruhe, statt nur gewünschte Ruhe mit gleichzeitiger Dauerbefragung und Bequatschung von bevorzugt mindestens drei der fünf kleinen Menschen.
Interessant ist natürlich alles, was ich bzw. wir machen und während die Großen damit beschäftigt sind uns ihre neuesten Ideen zu erläutern bzw. sie in unmittelbarer Nähe zu uns zu verwirklichen (zuzüglich etlicher Kommentare) haben sich die zwei Mittleren im Moment dazu entschlossen uns nachzumachen ... mit dreifacher Verstärkung, denn wenn wir so viel Telefonieren und hin und her fahren würden wie sie es im Augenblick spielen würden wir zu gar nichts mehr kommen. Läutet dann das echte ...

Weltstillwoche 2016

Stille Momente

Wie lange ich jetzt eigentlich schon stille ... insgesamt, wurde ich in letzter Zeit einige Male gefragt und so genau habe ich eigentlich noch gar nicht nachgerechnet. War auch nie so wichtig. Stillen hat irgendwie immer dazu gehört und es hat sich einfach so ergeben, dass ich immer recht lange gestillt habe und eigentlich in den letzten zwölf Jahren fast ständig gestillt habe. Stillen ist dadurch ganz normal geworden. So normal, dass ich mir keine großen Gedanken mehr darüber mache, wie lange oder wie oft. Es geschieht einfach und es passt für mich bzw. uns. So normal, dass ich in diesen Momenten sehr viel über die Mama-Baby-Beziehung und das Kommunizieren gelernt habe.

Und Stillen ist noch etwas für mich geworden. Ein Moment des Innehaltens und der Ruhe. Es ist der Moment, den ich irgendwo sitzend verbringen und einfach genießen kann. Einmal kurz die Augen schließen und entspannen kann. Es sind die Momente, die ich mir heraus nehme und die wichtig sind. Für mich - zum Kraft tanken - und für die Jüngsten, zum Entspannen und wieder ins Gleichgewicht finden.

 

Beziehung

Für mich gibt es eigentlich keine optimale Stilldauer. Stillen ist ...

Wie schaffst du das alles?

Warum glauben wir eigentlich immer, dass wir irgendeine Leistung erbringen müssten? Das wir nur dann gut und richtig wären, wenn wir Ansprüchen gerecht werden, die möglicherweise nur in unseren Köpfen existieren? Warum glauben wir so oft, sein zu müssen, wie andere sind (oder das was wir von ihnen sehen) um es leichter zu haben oder alles besser zu schaffen? 
Leicht ist anders

Einmal ganz ehrlich: Wir machen es uns nicht leicht, mit all diesen Zweifeln und all dem schlechten Gewissen, das wir mit uns herum karren, wie einen Rollkoffer der an unserer Hand festgewachsen ist. Elternsein kann man nicht "schaffen" - wir können Zeichnungen schaffen oder Wanderungen, wir können Aufgaben schaffen (bewältigen) und Herausforderungen meistern oder den Alltag ... aber Elternsein kann man nicht schaffen. Man ist als Mama oder Papa nicht irgendwann "fertig" mit dem Elternsein oder dem Familienleben. Man geht nicht irgendwann nach Hause und ist ...

Spielplätze und das ewige "Tu dir nicht weh!"

Ich mag keine Spielplätze. Also nicht wirklich. Vor allem dann nicht, wenn sie voller übereifriger und/oder ängstlicher Erwachsener wimmeln. Erwachsener, die entweder meinen den kleinen Menschen alles zeigen und erläutern zu müssen, die fortwährend kommentieren und bewerten oder die vor lauter Angst permanent "Tu dir nicht weh", "Nein, nicht weiter klettern", "Halt dich fest" oder sonst etwas brüllen.

Ich mag keine Spielplätze, weil es mir jedes Mal wieder weh tut, wenn ich sehe wie oft Interaktion, Lernen, Entdecken ... ganz selbstverständlich und in dem Glauben daran, das Beste zu tun verhindert wird.

Voller Eifer und voller Sorge
Ich gehe davon aus, dass die meisten Eltern (oder Großeltern) nur das Beste wollen und sich zudem wünschen, dass ihr Kind diesen Ort names "Spielplatz" wieder ...

Einfach mal beobachten?

Nein eben nicht. Es geht eben nicht darum das Baby zu beobachten. Auch, wenn das oft und gerne behauptet wird. Mach es dir eben mal gemütlich, leg dein windelloses Baby vor dich hin - auf eine Decke, wasserdichte Unterlage, ein Handtuch oder sonst etwas und beobachte es einfach mal. Welche Zeichen macht es, wenn es ausscheidet? 
Funktioniert so nicht ... 

Wie oft habe ich dieses "funktioniert bei mir nicht" kombiniert mit dem "ich seh einfach nix" oder "ich krieg es einfach nicht mit" gehörtUnd wie oft habe ich mich schon darüber geärgert, dass überhaupt irgendjemand auf die Idee kommt, dass man Bedürfnisäußerungen beim Baby durchs Beobachten erkennen könnte. Ich meine: Welche Mutter setzt sich schon vor ihr Baby und beobachtet es um heraus zu finden ob es hungrig ist oder vielleicht müde oder gekuschelt werden möchte oder ihm warm oder kalt ist. Da vertrauen wir einfach ... oder probieren einfach. Aber hier? Bei der Windelfreiheit? Da soll man dann plötzlich beobachten?

Einmal abgesehen ...

Warum dieses Misstrauen?

Es ist schon erstaunlich, wie misstrauisch und kritisch wir unserer eigenen Spezies gegenüber sind. Wie wenig wir uns selbst und den kleinen Menschen um uns herum eigentlich vertrauen. Und wie überzeugt wir im Gegenzug davon sind, dass ohne Förderung und Erziehung nichts geht. Nämlich gar nichts.
Ohne gehts nicht?

Irgendwie hat sich die Idee von einer bestehenden Fördernotwendigkeit in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Aus irgendeinem Grund sind die meisten Erwachsenen davon überzeugt, dass Entwicklung und Lernen einen oder mehrere Erwachsenen erfordert, die nicht nur zum Entwickeln und Lernen anregen, sondern zudem auch noch darüber entscheiden, wohin die Entwicklung gehen, wie schnell sie sein und was gelernt werden soll. Schon spannend, dass man derartiges im Tierreich nicht erlebt. Da leben die Kleinen einfach mit den Großen und Lernen ganz selbstverständlich vom Beobachten und Mitmachen. Schule? Explizite Lerneinheiten? Gibt es dort interessanterweise nicht. Und auch kein ausgewachsenes Tier, welches die Kleinen in alle möglichen Richtungen zieht und zerrt, damit sie fliegen, jagen, klettern, fressen, fallen, laufen oder was weiß ich noch alles lernen.

Kann man uns mit Tieren vergleichen?

Warum nicht? Wir sind alle Lebenwesen. Und das Argument, dass wir einfach weiter entwickelt und somit "besser" als Tiere seien, lasse ich einfach nicht gelten. Es ist ...

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