Vorbereitungen

Der Countdown läuft, Vorfreude und Spannung steigen ...
In wenigen Tagen ist es soweit - zum ersten Mal in dieser Form, startet das Freilerner-Sommertreffen NORD mit der FamilienzeitSommerwoche im Gepäck.
Mehr als 9 Monate sind vergangen, seit der erste Gedanken für diese Woche entstanden und weiter gewachsen ist. Viele Besprechungen, Ideenwälzungen und Verwerfungen wie auch Konkretisierungen später, sind es nur mehr ein paar Tage hin, bis wir die Tore öffnen und unsere Gäste, wie auch alle teilnehmenden Familien begrüßen dürfen. Und ich schwanke zwischen Aufregung, Vorfreude und leiser Panik, ja nichts zu vergessen und an alles gedacht zu haben.
Vor mir auf dem Tisch seit Tagen zahlreiche Listen, die ich immer und immer wieder durchgehe. Eckpunkte, die ich immer und immer wieder durchdenke und Randnotizen, mit denen ich meine Listen unleserlich mache ... naja, fast unleserlich. Wirklich unleserlich werden sie eigentlich nur durch das Geschreibsl unserer Jüngsten, die voller Hingabe darüber malt. Mit Filzstift ... Überlebensnotwendiger Ruhepol in diesen Tagen, mein lieber Mann, der glücklicherweise den Überblick behält .... und die so wohltuende Ruhe.

Der Wetterbericht verspricht Sonne und Wärme und unser Programm eine Fülle an Inspiration, Austausch, Spielmöglichkeiten und Miteinander. Tage, die erfahrungsgemäß wie im Flug vergehen und gefüllt sein werden mit bereichernden Begegnungen, die uns ohne Zweifel das eine oder andere Mal dazu bringen werden, den eigenen Standpunkt zu verlassen und andere Sichtweisen kennen zu lernen. Der rote Faden der Woche? Das Elternfeld der Liebe, welches wir miteinander aufspannen werden. Ein Elternfeld, welches den kleinen Menschen (aber auch uns selbst) alles gibt, was für ihr Wachstum nötig ist ...
Wo wir ansetzen? Beim Spielen, beim Verlassen unserer Prägungen, dem erwachsenen Denken ... und uns auf die Spuren unseres Seins begeben, des Spürens und Wahrnehmens ...
Von da bewegen wir uns über das Nachdenken und Besprechen, das Singen, Tanzen und Lachen, hin zum Fühlen und Spüren ... um all das hinaus zu tragen und weiter zu geben.

Wer von euch noch Lust darauf hat, den einen oder anderen Tag mit uns zu verbringen ... oder die drei wunderbaren, unbeschreiblichen und unvergesslichen Tage mit Alexander und Margaritha mitzumachen, ist herzlich willkommen. Wer sich in den nächsten Tagen noch dazu entscheidet schreibt einfach eine kurze Mail inkl. Telefonnummer, wer spontan und kurzfristig dabei sein möchte, meldet sich bitte per SMS (0681 2022 6061)

Und jetzt?
Widme ich mich wieder unseren Vorbereitungen :-)
Danke an dieser Stelle schon mal an all die Helferleins, ohne die diese Woche nicht möglich wäre.
Ausführliche Berichterstattung wird es an dieser Stelle dann natürlich geben ...
Bis dahin wünsch ich euch eine wundervolle Zeit und freu mich auf euch in der Familienzeit Sommerwoche :-)

Extrem?

Jetzt übertreibst du aber, oder?
Alles muss ja nicht sein, oder?


Doch. Hab ich mir vor ein paar Jahren gedacht und mich auf die Suche gemacht. Selbermachen hat mich eigentlich immer schon fasziniert und mich zu einigen Versuchen in meiner Jugend animiert, mit nicht immer zufriedenstellendem Ergebnis und immer irgendwie mit dem Hintergedanken, dass das doch alles sehr zeitintensiv ist. Mit Selbstständigkeit und dem ganzen Rundherum des Familienalltags .. Der Impuls war zwar immer noch da, die Idee ebenso, aber lange auch das Gefühl, dafür keine Zeit zu haben. Bzw. keine Anahltspunkte oder passable Ideen und schon gar keine Lust irgendwelche Experimente zu starten, die dann mehr Arbeit machen, als sie Ersparnis und Nutzen bringen würden ...
Trotzdem. Ich hatte irgendwann vom ständigen Kaufen die Nase voll. Vom Müll, der dennoch anfiel, der Abhängigkeit und der Unmöglichkeit Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, ökonomisch und fair in der Produktion und unbedenkliche Inhaltsstoffe in einem zu vereinen. Und wenn es doch mal der Fall war, wenn ich es doch mal gefunden hatte, dieses Produkt, dann war es nicht nur relativ teuer, sondern oft auch der absolute Reinfall.
Es waren immer wieder Kompromisse mit komischen Nachgeschmack, die ich beim Einkaufen eingegangen bin. Sei es nun in puncto Müll, sei es in puncto Produktion oder in puncto Inhaltsstoffe ...

Selbermachen beginnt im Kopf, in kleinen Schritten und ist gar nicht so schwer ...
Angefangen hat alles mit Ölauszügen und Tinkturen, die ich aufgrund der vielen Kräuter in unserem Garten und der Natur rundherum angesetzt habe. Dann kam der Fichtenwipferlansatz, das Einkochen der Früchte und irgendwann bin ich über ein Waschmittelrezept gestolpert. Es klang eigentlich ganz gut und der Aufwand erschien mir relativ gering. Also hab ich es ausprobiert ... und seitdem keines mehr gekauft.
Das Rezept habe ich im Laufe der Jahre noch unseren eigenen Bedürfnissen angeglichen und etwas verbessert. Aber im Prinzip, seit damals (7 Jahre sind es jetzt fast schon) fürs Wäschewaschen nur mehr Selbstgemachtes verwendet. Und wenns mal noch schneller gehen musste, das Waschmittel aber leer war, dann war der Efeu im Garten eine kostenfreie, wunderbare, Schnellvariante, für nicht stark verschmutze Wäsche, die noch dazu absolut zufriedenstellende Ergebnisse lieferte.

Ergebnisse, die im Endeffekt auch dazu geführt haben, weiter zu machen und Schritt für Schritt umzustellen. Aufs Selbermachen bzw. sich auch die Frage zu stellen - was braucht es wirklich. Ich war nie der Kosmetikatyp, aber Deo oder Shampoo verwendete ich halt trotzdem ... oder Zahnpasta. Aber nach dem Waschmittelerfolg wollte ich mehr und hab meine früheren Experimente mit allen möglichen Dingen wieder ausgegraben und einfach probiert ...

Wenns so einfach ist ...
warum dann nicht selber machen? Statt Zahnpasta mache ich mittlerweile Zahnpulver, mit getrockneter und gemahlener Minze aus dem Garten und absolut unbedenklich. Die muss nicht ausgespuckt werden, darf von den Kleinen auch in geschluckt oder gegessen werden und hinterlässt ein herrlich frisches Gefühl im Mund ohne Chemiegeschmack ... Aber das Beste daran ist, das Zähneputzen auch den Kleinen Spaß macht, sich die Große ihr Pulver mittlerweile selbst herstellt und es keinen Müll erzeugt und wirklich kostengünstig ist ...

Ab dem Zeitpunkt gabs eigentlich kein Halten mehr. Bei meinen Recherchen und auf der Suche nach Austausch bin ich dann auf diese wunderbare, vielfältige und voller Tipps und Tricks nur so überquellende Seite gestoßen. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her und ich hab in all der Zeit immer wieder gerne drauf geschaut, mir Anregungen geholt oder Inspiration.
Seit kurzem gibt es auch ein paar wunderbare Bücher. Eines durfte ich letzte Woche aus unserem Postkasten holen (danke an dieser Stelle ans Smarticular-Team) und dann stundenlang aufs Anschauen warten, weil die Mädls hier es nicht aus der Hand gegeben haben:
Es ist ein gelungenes Buch, mit tollen und einfachen Rezepten, die Lust aufs Selbermachen und Probieren machen und welches zeigt, dass wir mit auf einfachem Weg etwas für uns, unser Wohlbefinden und usere Erde tun können. Wenn ihr also auf der Suche nach Büchern seid, die euch das Selbermachen erleichtern oder versüßen und euch mit Ideen versorgen, dann kann ich euch DIESE durch und durch empfehlen!

Denn eines ist gewiss. Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn ich weiß, mit was ich Wäsche wasche, meine Zähne putze, meine Haare wasche, etc. Es ist ein gutes Gefühl, eines ohne Kompromisse und schlechtem Gewissen, wenn ich bedenkenlos Abspülen kann, weil keine Chemie in die Erde sickert ... und wenn ich die Kleinen hier beobachte, die mittlerweile selbst experimentieren, Kräuter trocknen und selber machen.

"Nicht zu wild!"

Ich habe kürzlich in meinem Artikel im Pippi-Magazin darüber geschrieben - über dieses "Spiel schön" und unsere Idee davon, wie Spielen zu sein hat. Es ist wie beim Lernen, wo ebenso fixe Vorstellungen darüber kursieren, wie Lernen zu sein hat und was noch Lernen ist und was nicht mehr. Dabei sind Lernen und Spielen und Leben nicht voneinander zu trennen. Sie gehören zusammen. Und sie kennen diese Begrenzung nicht. Diese Idee davon, wie es zu sein hat und was noch okay ist und was schon nicht mehr. Was richtig ... und was falsch ist.

Wie können wir kleinen Menschen hier Vorgaben machen?
Wie können wir von ihnen verlangen, ihre Impulse hier einen Gang runter zu schrauben, ihr Tun im Augenblick des Geschehens zu drosseln, unseren Vorgaben statt ihrem Bauchgefühl zu folgen? Mit welcher Begründung, dürfen sie nicht auch mal wild sein? Miteinander Rangeln? Mit Stecken kämpfen? Den Hang hinunter laufen, vom Baum springen? Laut sein?
Es versteht sich natürlich von selbst, dass die Grenzen anderer gewahrt werden müssen und das im Tun niemand verletzt werden darf und wir das kommunizieren und noch wichtiger vorleben müssen. Aber darüber hinaus?
Steht es uns zu hier Anweisungen zu geben? Die Grenze zu ziehen zwischen passend und unpassend? Einzuschränken und zu kritisieren?

Ihr merkt schon, die Gedanken rund um das Thema lassen mich derzeit nicht los. Nicht zuletzt, weil mir gerade in den letzten Monaten immer ...

Frisch aus der "Druckerpresse" ...

Kann man hier wohl nicht sagen. Frisch ist sie aber dennoch - unsere Erstausgabe vom Onlinemagazin Pippi.
Und angefüllt mit ganz wunderbaren, vielfältigen und breitgefächerten Themen rund ums Hauptthema "Raus aus der Komfortzone".

Seit etwas mehr als einem halben Jahr planen, sprechen, schreiben, überlegen, probieren ... und arbeiten wir daran, einen Traum, eine Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Der Traum ein umfassendes Magazin zu gestalten, welches zum Nachdenken einlädt, neue Blickwinkel bietet und Mut macht den Schritt zu wagen. Den Schritt Richtung Selbstbestimmung, Freude am Tun, Genuss, Lebendigkeit, Spiel ....

Aber lest selbst ... lasst euch inspirieren und freut euch auf ganz viele, wunderbare Ausgaben vom Pippi - Magazin.


Egotrip

Es schreckt mich immer wieder, wie sehr die Idee des bedürfnisorientierten Umgangs, diese wunderbaren Gedanken von William Sears und seiner Frau verwässert und fehlinterpretiert werden. Wenn Eltern das Unverständnis und die Irritation der Umgebung nicht verstehen wollen, weil ihr Sohn oder ihre Tochter auf deren Taschen herumspringt, Kästen anderer durchstöbert, oder andere zwickt, beißt, kratzt, etc. Es schreckt mich, wenn ich die Schilderungen von Eltern mitbekomme, die überzeugt davon sind, dass die Umgebung mit ihrem Kind klarzukommen hätte und das Treiben ihres Kindes halt aushalten müsse. Wenn sie lächelnd dabei zusehen, wie ihre Tochter oder ihr Sohn Grenzen anderer überschreiten und felsenfest davon überzeugt sind, dass es sich hierbei um ein wesentliches Bedüfrfnis ihres Kindes handeln würde und sie dieses Bedürfnis nicht einfach übergehen könnten ...

Von echten und vermeintlichen Bedürfnissen
Gibt es das überhaupt, echte und vermeintliche Bedürfnisse? ...

keinen Millimeter

Unsere Jüngste befindet sich gerade in dieser Phase. Diese Phase, in der ich mich keinen Millimeter von ihr entfernen darf. Sie schon. Sie darf weg von mir, hierhin und dorthin krabbeln, mit dem Papa mit, mit dem Bruder oder der Schwester. Sie darf sich fortbewegen von mir so viel sie will ... aber wehe ich bewege mich. Und sei es nur um meine Hand zu heben oder mich etwas bequemer hin zu setzen. Ihr feines Radarsystem meldet augenblicklich, ihr kleines Gesicht verzieht sich und sie beginnt zu weinen, als ob ich bereits gegangen wäre. Dabei habe ich mich nur bewegt.

Loslösung durch Klammern.

Hört sich im ersten Augenblick paradox an. Ist aber so. Zumindest für die ganz Kleinen.
Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft gehen davon aus, dass kleine Menschen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nur durch bewusste Trennung, Tränen und Schmerz erfahren würden. Nur dadurch, dass der Erwachsene es bewusst alleine lässt und das "ohne ihn auskommen" lernt. 
Dabei ist jede Intervention, jede Inszenierung und jedes Übungsprogramm, welches dem kleinen Menschen Unabhängigkeit "lehren" soll im Grunde vollkommen überflüssig und richten (genau genommen) mehr Schaden an als sie von Nutzen sind.
Denn die Erfahrung, dass die Mama ...

Vollkommen natürlich

und trotzdem manchmal so komplex.
So schwer zu durchschauen - bei all den Informationen und Meinungen, bei den Glaubenssätzen, die einem gelegentlich nur so um die Ohren fliegen und den mitunter auch halbseidenen Wahrheiten und Weisheiten, die einem kund getan werden.
So viele Informationen, so viel Theorie ... so viel Verunsicherung.
Dabei ist es gar nicht so schwer. Sondern ziemlich natürlich und eigentlich keine große Sache. Und trotzdem. In einer Gesellschaft wo natürlich ganz oft nur mehr ein schönes Wort ist und wir häufig den Bezug zum eigentlich selbstverständlichen und natürlichen verloren haben, tun ein paar Tipps gelegentlich ganz gut. 
Natürliche Säuglingspflege, Windelfrei, Elimination Communication ... das intuitive Eingehen auf die Bedürfnisse - unter anderem eben auch das Ausscheidungsbedürfnis ... wie auch immer man es für sich selbst bezeichnen möchte, es ist weder Konzept, noch verrückte Idee noch alternativer Ökoquatsch oder sonst etwas in der Art und schon gar nicht ist es irgendeine neumodische Erscheinung. Denn das Eingehen auf all die Bedürfnisse eines hilfsbedürftigen (kleinen) Menschen ist Notwendigkeit. Anders würde der kleine Mensch nicht überleben.
Aber statt sich eben in Form des Windelwechselns darum zu kümmern, geben wir den Babys die Möglichkeit über einem Töfpchen, dem Klo, dem Waschbecken oder zum Baum, in die Wiese etc. auszuscheiden. Wir tun im Grunde nichts anders, als wenn wir seinem Bedürfnis nach Nahrung nachkommen, oder es ihm ermöglichen, in den Schlaf zu finden ...
Naja, ganz so ist das nicht oder?
Oh doch, genau so ist es. Mit dem einen, feinen, kleinen ...

so idyllisch

Idylle fühlt sich manchmal anders an. Es gibt sie zwar, die Momente der Idylle, diese Augenblicke der absoluten Ruhe und Friedlichkeit. Das Gefühl im Paradies zu leben. Den kleinen Menschen dabei zuzusehen, wie sie die Gegend unsicher machen, Gokart- und Radrennen veranstalten, beisammen sitzen und lesen oder zeichnen, spielen, lachen, Feuerwanzen und anderes Getier fangen und retten,...  Es gibt die Momente und Augenblicke, wo ich das Gefühl habe, alles unter einem Hut zu haben und nirgends hinten nach zu sein ... 
Aber es gibt eben auch die Momente, ... wo Idylle gefühlt so weit weg ist, wie nur irgendwie möglich und ich das Gefühl habe allem nur hinter her zu laufen. All den Bedürfnissen und Ideen, all dem Wollen und Sollen. Es gibt die Momente, wo ich das Gefühle habe im Chaos zu versinken und von einer Baustelle zur nächsten zu laufen ohne wirklich weiter zu kommen. Es gibt die Momente, wo ich weiß, dass Idylle immer nur das Ergebnis vieler, vieler Stunden Arbeit ist ... und beständigem "Dranbleiben", nicht aufgeben, Hürden und Herausforderungen meistern ...

Idealbild vs. Wirklichkeit

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