Die Liste

In meiner langjährigen Tätgikeit bin ich oft gefragt worden, wie man es schafft, sich selbst zu vertrauen und daran zu glauben, dass man genau weiß, wann das Baby muss. Lange Zeit suchte ich quasi nach einem einfachen Mittel, welches Eltern den Beweis erbringen würde, dass sie ganz genau wissen, wann ihr Baby muss. Bis mir vor einigen Monaten während einer Beratung die Idee kam ...

was macht ihr denn da ...

den ganzen Tag?

Oh diese Frage hören wir oft. Freilernen, Unschooling, ... meine Kinder gehen weder in den Kindergarten noch in die Schule. Sie lernen frei und zuhause. Nein, sie werden auch nicht unterrichtet, denn wenn ich sie unterrichten müsste damit sie etwas lernen, dann könnte ich sie ja gleich in die Schule geben ... also nein: sie lernen selbstbestimmt und frei zu Hause. Sie zählen zu jenen Kindern, die man Freilerner nennt.

Und das soziale Lernen? - das ist meist die erste skeptische Frage nach dem "was macht ihr denn da" - fast so als würden Kinder erst mit Schuleintritt Sozialverhalten lernen und davor vollkommen isoliert ohne soziale Kontakte vollkommen asozial dahin vegitieren. Ist diese Frage geklärt ...

eigentlich ...

Eigentlich sollte an dieser Stelle etwas anderes stehen. Eigentlich sollte hier etwas stehen, was wie immer zum Nachdenken anregt und die Sichtweise oder den Blickwinkel verändert. Eigentlich sollte hier etwas für unsere Leser und Leserinnen stehen. Und sicherlich wird es so einen Eintrag heute auch noch geben. Aber davor, davor muss ich meiner Wut und Enttäuschung Luft machen. Davor muss ich meine Bestürzung und meinen Ärger zum Ausdruck bringen, denn wie es aussieht scheinen manche Websitebetreiber zu meinen, sich uneingeschränkt am geistigen Eigentum anderer bedienen zu können ohne dabei auch nur den kleinsten Skrupel haben zu müssen. Wie es aussieht, scheinen hier manche zu glauben, das Netz sei groß genug und man würde ihnen nicht auf die Schliche kommen, wenn sie einfach munter von anderen Websites kopieren ohne auch nur den kleinsten Quellennachweis oder das Copyright und Urheberrecht zu beachten. Ärgerlich für all jene, die dann ihre Texte, Bilder und Ideen in der gleichen Art und Weise auf einer ganz anderen Seite wiederfinden und sich mühsam darum bemühen müssen, dass dieser Umstand geändert wird.

In welcher Welt leben wir? Das im großen Umfeld nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, dass wissen wir mittlerweile wohl alle. Wir tolerieren es, drücken ein Auge zu, meinen, dass man da halt nichts machen kann ... Tragisch genug, dass wir nicht aufstehen und Nein sagen, dass wir nicht aufstehen und auf Veränderung pochen. Tragisch aber auch, dass man selbst in jenen Kreisen, in denen auf die eigenen Ehrilchkeit und Aufrichtigkeit gepocht wir, in jenen Kreisen, in denen man sich mit einem liebevollen und respektvollen und ach so ehrlichen Umgang mit den Kindern schmückt, solche findet, denen es eigentlich nur um die eigene Geldbörse, den Profit und das Ansehen geht.

Nun gut - wir können nicht davon ausgehen, dass die Kinder das nicht mitbekommen und ganz ehrlich ... sie bekommen das auch mit in irgendeiner Art und Weise ... aber nichtsdestotrotz macht es mich schlicht und einfach sprachlos. Und dabei geht es hier nicht nur um Windelfrei Österreich oder meinen Blog. Hier geht es um ganz schön viele Menschen und Websites, die davon betroffen zu sein scheinen.

 

Natürlich hat das Internet auch seine Vorteile. Gedanken, Ideen, Schriftstücke lassen sich wesentlich leichter unter die Leute bringen und verbreiten. An und für sich spricht da ja auch nichts dagegen. Im Prinzip kann es nur im Sinne des Schöpfers oder Schöpferin sein, wenn seine Werke/ ihre Werke Verbreitung finden. An und für sich eine gute Sache - sofern das Urheberrecht beachtet und der Quellennachweis erbracht wird.

 

So viele Menschen machen sich so viele Gedanken über einen korrekten Umgang mit Kindern und dabei wäre es so einfach. Wer sich selbst näher unter die Lupe nimmt, wer seinen Weg mit reinem Gewissen beschreitet, der braucht sich im Grunde keine Gedanken darüber machen wie er seinen Kindern Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit mit auf den Weg geben kann, denn sie merken es an seinem Verhalten. Und sein Verhalten wird seinen Kindern gegenüber kaum anders sein, als sein Verhalten den Mitmenschen gegenüber ...

 

Was kostet die Unsicherheit?

Was kostet die Unsicherheit der Eltern? Was kostet das Wissen über die Windelfreiheit? Lässt sich dieses an nur einem Wochenende so erarbeiten, dass man Gruppen leiten kann?

 

Als ich begonnen habe mich mit der Thematik auseinander zu setzen, war von eigenen Kindern noch nicht die Rede. Ich hatte keine Ahnung wieso aber die Idee faszinierte mich, der Körperkontak, die Nähe, die Kommunikation mit den Kindern, dieses tiefe Verständnis ... Ausbildungen, Eigenstudium und dann die ersten Erfahrungen mit dem eigenen Baby ... das ist jetzt zehn Jahre her ... seit beinahe ebenso langer Zeit beobachte ich die Entwicklung der Elternbetreuung und muss zugeben, dass ich von der Zunehmenden Profitgier entsetzt bin. Noch entsetzer bin ich aber darüber, dass mit der Unsicherheit und dem dazugehörigen Wissen so viel Geschäft gemacht wird. An einem Wochenende schnell einmal eine Ausbildung zum Elterncoach ...

Dasein ist nicht gleich Aufopferung - über Grenzen und Authentizität

 

So eine Nacht und jetzt auch noch lächeln und 200%ig anwesend sein. 

Wer kennt das nicht. Sind es die Zähne? Ist es der Mond? Waren es die vielen Eindrücke oder schlicht und einfach das Bedürfnis nicht alleine sondern ganz nah bei Mama sein zu wollen? Nach solchen Nächten ist uns das meist herzlich egal. Wir sind müde, haben vielleicht Kopfschmerzen, fühlen uns gerädert und wünschen uns schlicht und einfach zu schlafen. Aber noch größer sind die Zweifel, wenn das Nacht für Nacht über einen gewissen Zeitraum so geht und ...

aktuelle Situation in Österreich


Freilernen, Unschooling, Homeschooling ... das Interesse wächst! Hier ein Auszug vom Bericht über die aktuelle Situation in Österreich anlässlich der GHEC 2012 in Berlin, geschrieben von Joya. 

 

Home Schooling in Österreich – ein Überblick
GHEC November 2012, Global Home Education Conference, Berlin
Home Ed ist in Österreich grundsätzlich legal, allerdings bisher wenig bekannt und praktiziert (unter 1
% aller schulpflichtigen Kinder)
Home Ed ist als temporäre Form der Bildungsvermittlung angelegt – jährlich neu bekannt zu geben
und auch jedes Jahr Erfolgskontrolle in Form einer Externistenprüfung an einer öffentlichen oder
privaten Schule nach staatlichem Lehrplan
Unschooling ist schwierig bis unmöglich, da die Behörden freie Privatschulen mit
reformpädagogischen Methoden derzeit als nicht geeignet für die Erfolgskontrolle sehen – daher ist
unser Recht auf Bildungsfreiheit zwar vorhanden, aber stark eingeschränkt!
Die freie Wahl der Prüfungsschule ist derzeit unser wichtigstes Anliegen, das wir aktuell mit einem
Präzedenzfall vor das Höchstgericht gebracht haben. Die Entscheidung wird die Weichen für die
weiteren Aktivitäten stellen – eventuell müssen wir eine Gesetzesänderung durchsetzen.
Aktuelle Probleme:
- Blockade und mangelnde Gesprächsbereitschaft von Behörden
- Beamte sind wenig informiert über die Rechte der Home-Ed-Familien, handeln daher oft willkürlich
und gesetzeswidrig
- gesetzliche Grundlagen lassen viel Interpretationsspielraum auch zum Nachteil der Home-Ed-
Familien, daher immer häufiger entschlossener Protest mit juristischer Hilfe nötig
- Home-Ed wird nicht als gleichwertiger Bildungsweg wahrgenommen, sondern als temporäre
Notlösung, falls Schulbesuch zB aus Krankheitsgründen nicht möglich ist
Positive Entwicklungen der letzten Jahre:
- die Vernetzung der Home-Ed-Familien wird immer besser, die Bewegung wächst und gedeiht, neue
Familien können sich anschließen und fühlen sich nicht mehr isoliert
- durch den Zusammenschluss als Verein und die intensive Arbeit der letzten beiden Jahre werden
wir auch bei Behörden und Politik als Gruppe wahrgenommen
- mediales Interesse wächst, die zunehmende Präsenz führt zu wachsendem Zulauf
Thema deutsche Einwanderer:
Österreich ist kein Schlaraffenland! Bitte gut informieren und selbstbewusst auftreten.
Resumée: Es gibt noch viel zu tun!
Familiennetzwerk der Freilerner
Verein zur Förderung freier Bildung und Unterstützung von Familien im häuslichen Unterricht www.freilerner.at
Netzwerk und Vereinsstruktur „Familiennetzwerk der Freilerner“:
Stark heterogen – breites Spektrum zwischen Homeschooling und Radical Unschooling
Das Kernstück ist die Internetplattform mit einer Fülle an Informationen und einem Forum für
Austausch, Kontakte und Organisation gemeinsamer Aktivitäten
Lokale Gruppen organisieren sich dezentral
Der bundesweite Verein wurde 2010 gegründet als Präsenz nach außen, der Beitritt ist freiwillig und
nicht Bedingung für die Teilhabe am Netzwerk, die Beiträge sind sehr niedrig mit 40,- Jahresgebühr
pro Familie
Die Vereinsstruktur ist unhierarchisch, dynamisch und transparent – die Kommunikation und
gemeinsame Beschlüsse geschehen im Vereinsforum, Vorstandssitzungen werden online und für alle
Mitgliedern frei zugänglich abgehalten.
Eigenverantwortung der Familien und Freiwilligkeit wird groß geschrieben!
Familiennetzwerk der Freilerner
Verein zur Förderung freier Bildung und Unterstützung von Familien im häuslichen Unterricht www.freilerner.at

Feedback ...

Diese Mail, die mich vor längerer Zeit errreicht hat, möchte ich euch heute als Mutmacher und einfach als schönes Feedback zum Lesen mit auf den Weg geben. Einfach toll zum Lesen ...

 
Na, da hat meine Mama also doch recht gehabt! Als ich vor über zwanzig Jahren eine Tochter bekommen habe, hat sie mich immer wieder gefragt, warum ich das Kind denn nicht einfach abhalte, da müßte ich halt ein bißchen aufpassen, was es will, dann wäre alles ganz einfach.
Damals konnte man eine solche Kunde eigentlich unmöglich glauben, geschweige denn annehmen.  Schwere Störungen der Persönlichkeits- und Sexualentwicklung wurden als Folgen einer zu früh ansetzenden Sauberkeitserziehung angedroht. Ich habs dann aber heimlich trotzdem gemacht - für das "große Geschäft" - eigentlich von Anfang an. Und wurde sehr, sehr schief angeschaut, wenn die Sprache darauf kam, fast ein wenig als Kinderquälerin betrachtet. Hat aber funktioniert! Und war, laut meiner Mutter, absolut üblich früher. Seitdem glaube ich ja, daß diese ganze Sauberkeitserziehung, die erst mit zwei, drei Jahren stattfinden soll, eine Idee der Windelindustrie ist.
Schön zu lesen, daß man jetzt daüber  reden darf!
Die Oma würde es freuen und das KInd ist ja mittlerweile groß und kommt mir so gar nicht gestört vor.
 
Wahrswcheinlicht ist das ja wirklich nichts Neues - halt in Vergessenheit geraten, eine Zeitlang war ja auch Stillen gar nicht modern. Und ja, es ist eine Frage der Kommunikation ohne Worte. Das fällt in einer an Sprache orientierten Umwelt nicht jedem leicht.
 
Dranbleiben, ihr Lieben!
 
Und liebe Grüße von einer Pionierin aus der älteren Generation!
C.

einmal anders betrachtet

 

 

Es kommt eine Phase im ersten Lebensjahr des Kindes, in der es entdeckt, dass es Dinge alleine tun kann. Will das Baby sich in der Phase nicht abhalten lassen, ist das Wort "Streik" recht schnell ausgesprochen, der Frust der Eltern und ihre Versagensängste ebenso schnell vorherrschend und das gesamte Verständnis kommt ins Wanken.

"Streik" ... alleine dieses Wort spiegelt die negative Erwartungshaltung unserer Gesellschaft in das Kind. Selbst in Kreisen, die von sich behaupten für einen liebevollen, respektvollen, artgerechten, bedürfnisorientierten Umgang mit dem Kind ...

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