Ich habe "Nein" gesagt ...

Warte nur bis er lernt "nein" zu sagen!!!

 

 

Haben wir uns schon einmal die Frage gestellt, warum Babys und Kinder so oft "Nein" sagen? Haben wir schon einmal daran gedacht, dass es nicht mit ihrem Willen zu rebellieren zusammenhängt sondern lediglich eine Kopie unseres eigenen Verhaltens ihnen gegenüber ist? Wie oft ...

Plastik, Plastik, Plastik ...

Der Blogeintrag für heute war eigentlich fertig. Es hat nur noch der letzte Schliff gefehlt. Aber dann war ich dazwischen mit meinen Kindern in der Stadt unterwegs und jetzt muss der Blogeintrag für heute einem dringlicheren weichen. Denn ich bin wütend. Und nicht nur ein bisschen. Ich bin wirklich wütend. Im Prinzip sollte man nämlich meinen, dass in Bioläden Dinge wie Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Umweltgedanken usw. im Vordergrund stehen und Grundbestandteil des Konzeptes sind. Aber ... weit gefehlt. Begonnen hat es damit, dass ...

Schule muss sein!

Schule muss sein?

Schule wird nicht in Frage gestellt, von den wenigsten. Schule muss einfach sein ab einem gewissen Altern und die meisten sind nicht nicht einmal der Tatsache bewusst, dass wir in Österreich keine Schulpflicht sondern lediglich eine Unterrichtspflicht haben. In Österreich haben Eltern das Recht darauf ihre Kinder zum häuslichen Unterricht abzumelden und finden hier mittlerweile auch ein breites und tolles Netzwerk wo sie Information, Unterstützung und Erfahrung finden.


Ich habe meine Probleme mit dem vorherrschenden Bildungssystem, in dem es nicht um das Kind an sich geht, sondern um seine Leistung. Es ist nicht nur starr und leistungsorientiert, sondern auch darauf aus, die Schwächen eines Kindes doppelt und dreifach zu unterstreichen. Anstatt seine Stärken zu erkennen und es dort zu begleiten und zu unterstützen, versteht sich unser Bildungssystem darauf, in den Schwächen (die mitunter aus fehlendem Interesse an der Thematik entstanden sind) der Kinder zu stochern und endlose Energien dafür aufzuwenden, die bestehenden Schchen des Kindes in Stärken zu verwandeln. Dabei gehen meist auch noch die Stärken des Kindes verloren, weil es keine Zeit dafür mehr aufbringen darf.

In der Psychologie ist schon lange bekannt, dass ich die Stärken eines jeden Menschen hervorstreichen und positiv stärken muss, damit auch seine Schwächen stärker werden. Wobei ich mir an diesem Punkt die Frage erlaube, ob nicht jeder Mensch seine Schwächen haben darf und unsere Vielfalt genau darauf beruht, dass es Stärken und Schwächen gibt. Wäre die Welt nicht schrecklich langweilig, wenn jeder alles könnte und überall stark wäre?

 

Aber gerade in der Schule sollte ein Kind gut sein - überall. Und genau damit kann ich nicht. Aber lange bevor ich dass alles wusste, lange bevor ich das als Grund für das Freilernen meiner Kinder anführen konnte, war ich überzeugt davon, dass meine Kindern einmal nicht in die Schule gehen würden.

Damals war ich sieben oder acht Jahre alt. Ich war nicht unglücklich in der Schule, aber mir war unendlich fad und ich hätte gerne viel mehr gemacht, als wir machen durften. Immer wenn es spannend zu werden schien, dann war die Stunde aus und ich musste etwas anders tun. Außerdem fand ich es schrecklich ständig nur sitzen zu müssen und nicht entscheiden zu können, was ich gerne machen würde.
Ich kann nicht einmal mehr genau sagen, wann der Gednaken kam aber irgendwann war ich mir sicher, dass meine Kinder einmal nicht in die Schule gehen müssten. Das stand fest und auch nicht zur Debatte. Und so ist es auch geblieben.

 

Ich will und kann meine Kinder nicht einem System unterordnen, von dem ich weiß, dass es keinerlei Wert auf Individualität legt.

Ich weiß schon, es ist mitunter auch personenabhängig wie es einem Kind in der Schule geht. Aber prinzipiell sind auch Lehrern und Lehrerinnen die Hände gebunden in gewissen Bereichen und um ehrlich zu sein hatte ich auch nie vor russisches Roulette zu spielen und darauf zu hoffen, doch eine "tolle" Lehrerin oder einen "tollen" Lehrer für meine Kinder zu bekommen.

Mit meiner Tochter haben wir noch diesen Schulreifetest gemacht, von dem ich heute weiß, dass man ihn nicht machen muss. Im Nachhinein war es aber keine schlechte Idee, den Test zu machen, denn er hat uns ein Jahr zusätzlich geschenkt. Denn meine Tochter wurde als nicht schulreif erklärt. Nicht weil sie nicht kommunizieren oder einfache Zahlen erkennen konnte. Nein die einzige Begründung lag darin, dass meine Tochter nicht auf der Linie sondern neben der Linie schnitt. ??? Die Lehrkraft die für die Test verantwortlich war, war aber nicht in der Lage meine Tochter zu Fragen warum sie so schön neben der Linie schnitt. Denn dann hätte sie von meiner Tochter erfahren, dass sie dies schlicht und einfach aus dem -vollkommen logischen- Grund tat, um die Linie nicht wegzuschneiden ... sonst wäre ja die Linie, die den Elefanten (den sie da ausschneiden musste) zeigte ja nicht mehr da gewesen.

Das war nur eine Linie und ein Elefant. Aber derlei Dinge -Beurteilungen ohne nach dem Grund zu fragen- geschehen in der Schule oder auch im Alltag ständig.

Heute habe ich eine Mutter und ihre kleine Tochter beobachtet. Das kleine Mädchen etwa zwei Jahre alt, hat aus einer Trinkflasche Wasser in ihre zu einem Becher geformte Hand gelehrt und daraus getrunken. Es hat etwas wichtiges erkannt und riesigen Spaß daran, dies immer wieder zu probieren ... Die Mutter sah ihr Mädchen die Trinkflasche ausschütten und begann mit ihm zu schimpfen. Es sei schlimm, weil es dies tat.

Ich möchte die Mutter nicht verurteilen, denn -zugegeben- geht es mir auch manchmal so, dass ich im ersten Moment überhaupt nicht wahrnehme was meine Kinder eigentlich machen und mit welchen Hintergedanken, sondern ich sehe im ersten Moment nur, was sie tun und bilde mir mein -mitunter bedingt durch Müdigkeit und Stress- vielleicht nicht sehr objektives Urteil. In solchen Momenten muss ich mich immer wieder zurücknehmen und daran erinnern dass Kinder nicht einfach tun um mutwillig oder boshaft zu sein, sondern jede ihrer Handlungen hat einen bestimmten Hintergrund der sie wieder ein Stück weiter bringt.

Eben das möchte ich nicht aus den Augen verlieren und genau das sehe ich durch ein an Leistung orientiertes Bildungssystem verloren gehen.

In dem Sinn:

 

Nimm ein Kind an die Hand und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast.


Unbekannter Verfasser

 

 

Eltern haben schon genug Druck ...

da muss man sie nicht auch noch dazu nötigen, ihre Kinder ohne Windeln zu lassen!

Bei der Verbreitung des Grundgedankens der Windelfreiheit geht es nicht darum Eltern zu nötigen oder ihnen zu vermitteln, dass nur ein Baby ohne Windel ein glückliches Baby sei. Aber natürlich kann ich der Aussage das Eltern heute so und so schon genug Druck hätten, auch etwas abgewinnen. Denn sie haben Druck. Zum Teil natürlich bedingt durch ihre eigenen Ansprüche, die sie glauben erfüllen zu müssen, zum Teil aber auch durch jenes Bild, dass ihnen von Medien und Werbung vermittelt wird. Sie müssen glücklich sein, ihren Kindern etwas bieten, beruflich schnell vorankommen, ein gewisses Pensum an Freizeitaktivität erfüllen (hier schließe ich eigentlich an den gestrigen Artikel an), gut aussehen, gesund essen, einer bestimmten Elterngruppe angehören und so weiter und so fort. All diese Dinge setzten unter Druck. Natürlich werden sie nicht immer dezitiert angesprochen, aber sie werden suggeriert.

 

 Die Windelfreiheit oder die Kommunikation mit dem Baby über sein Ausscheidungsbedürfnis an sich setzt Eltern nicht unter Druck. Was Eltern hier unter Druck setzt ist das, was sie daraus machen. Die Idee, die sie davon haben und der Perfektionismus der dahinter steht. Was an der Windelfreiheit kritisiert wird (eben der vermeintliche Druck der daruch in Eltern entsteht) kann im Prinzip überall gefunden werden. Beim Thema Geburt ebenso wie beim Stillen oder der Frage nach dem "richtigen" Umgang mit dem Kind. Wenn eine Mutter meint nur natürlich und ohne Schmerzmittel gebären zu dürfen, weil ihr Baby sonst Schaden erleiden würde -wie manches Mal behauptet wird- dann ist auch das psychischer Druck und wenn eine Mutter meint, nur stillen, tragen und im Familienbett schlafen wäre die einzig richtige Entscheidung die sie treffen kann hat sie weit mehr Druck in sich aufgebaut, als eine Mutter, die ein windelfreies Baby hat, stillt, trägt und Familienbettet und das ohne Erwartungen sondern schlicht und einfach aus ihrer persönlichen Entscheidung und Überzeugung heraus. Bei allem was wir tun geht es im Endeffekt darum, ob wir es aus einer persönlichen Entscheidung heraus machen oder uns gewissen Erwartungen von außen unterwerfen.

Die mitunter sehr dogmatisch und verbittert geführten Kämpfe zwischen der vermeintlich einen und der vermeintlich anderen Seite (in Wahrheit gibt es keine Seiten, denn wir alle sind Eltern und versuchen den für uns richtigen Weg zu finden) führen im Endeffekt dazu, dass Eltern sich unter Druck gesetzt fühlen. Nicht die Sache an sich ist es, die dies verursacht, sondern der Umstand, das Meinungen und Glaubensgrundsätze kursieren, die nur das Eine als wahren Weg bezeichnen. Für den Alltag heißt das im Grunde, dass ich mir überall Druck machen oder machen lassen kann und dass es im Endeffekt bei mir liegt, ob ich Entscheidungen treffe, die für mich selbst gelten und sich stimmig anfühlen oder die von der Gesellschaft als richtig bezeichnet werden und die ich nur aus dem Grund treffe, um mit der Masse zu schwimmen und nicht exotisch zu wirken.

 

Die Windelfreiheit an sich bzw. die Kommunikation mit dem Baby über sein Ausscheidungsbedürfnis hat wenig mit Druck oder Perfektionismus zu tun. Es geht hierbei schlicht und einfach um das Wissen, dass ein Baby sehr wohl fähig ist sein Ausscheidungsbedürfnis zu kommunizieren. Und das Windeln mehr oder weniger unnötig werden, wenn man darauf eingeht.

Work-Life-Balance ...

oder die Kunst das gesunde Gleichgewicht zwischen Kindern, Arbeit, Haushalt, Partnerschaft und Freizeit nicht zu verlieren.

Es ist schon als nicht berufstätige Mutter schwierig, genügend Zeit für sich selbst und jene Momente zu finden, die einem die Kraft geben, den Alltag mit all seinen Anforderungen zu meistern. Als berufstätige Mutter scheint dies noch einmal schwieriger zu sein und als selbstständig tätige Mutter wird es mitunter dann gänzlich kompliziert. Wobei ich hier nicht bestreiten möchte, dass es Vätern hier anders ergeht - vielleicht sind sie nicht genau in der selben Lage wie Mütter, aber doch auch in der Lage, ständig das Gefühl zu haben den Anforderungen gerecht werden zu müssen.

Work-Life-Balance ist eines jener modernen Wortkreationen, die erst mit der Hektik der heutigen Zeit gekommen ist. Ebenso wie Burn out. Ich bin überzeugt davon, dass sie mit der leistungsorientierten Gesellschaft unserer Zeit in engem Zusammenhang steht. Mehr noch, gerade durch sie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Denn ...

Rohkosternährung ...

Mein Thema heute hat wenig mit Freilernen oder Windelfreiheit zu tun, aber doch mit dem Leben im Allgemeinen. Als ich vor mehr als zehn Jahren mit der Rohkost anfing, war das noch weitgehend unbekanntes Terrain, umso spannender finde ich es jetzt, dass Rohkost immer populärer wird und sich immer mehr dafür interessieren. Das ist mit ein Grund, warum ich mich dazu entschlossen habe (oder mich dazu überreden ließ -was wohl treffender wäre) etwas über unsere Erfahrungen zu berichten. Wobei es mir keinesfalls darum geht hier das Für und Wider abzuwägen oder eine Ernährungsform zu beurteilen. Ich bin keine Ernährungsexpertin, aber ich finde Ernährung an sich einfach spannend und hochinteressant.
Ernährung beschäftigt mich schon mein halbes Leben und mich sechs Jahre lang ausschließlich von Rohkost zu ernähren, war für mich keine Überwindung sondern einfach ein naheliegender Schritt, nicht um extrem zu sein, sondern einfach, weil mir Früchte und Gemüse immer schon am besten geschmeckt haben. Und als ich dann meinen Mann kennenlernte -er war zu dem Zeitpunkt bereits einige Jahre Rohköstler- brauchte es nicht viel um mich für diese Ernährungsform zu faszinieren. Rohkost, schien genau das zu sein, wonach ich schon so lange Zeit gesucht hatte.

In meiner Rohkostzeit war ich sowohl Schwangere als auch stillende Mutter und ...

Was für ein Wochenende!!!

Begonnen hat alles eigentlich schon Donnerstag Vormittag mit der dringenden Bitte einer Mutter, ich solle doch zu ihre Kommen. Das ging sich aufgrund meiner Termine an dem Tag nicht mehr aus, aber am Freitag Abend konnte ich sie einschieben und das Gespräch hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig eine individuelle Begleitung in einer Umgebung ist, in der sich die Familie wohl fühlt. Besonders war an dieser Begleitung, dass auch die Oma anwesend war. Ihr Feedback am Schluss nach einer herzlichen Verabschiedung: "das war alles sehr aufschlussreich und vor allem hilfreich!"
Ein schönes Gefühl, danach heim zu gehen und zu wissen, dass ich wieder eine Familie in ihrem Weg bestärken und Zweifel entkräften konnte. 
Weiter ging es dann mit dem (vorläufig) letzten Treffen mit jener Mama, die ich in den letzten Wochen begleitet haben. Während der letzten Schwangerschaftswochen und jetzt danach mit dem Baby. Keine ganz einfach Zeit für die kleine Familie, weil es gleich verschiedenen Komplikationen gab ... aber es geht bergauf und auch hier konnte ich mit einem guten Gefühl im Bauch Abschied nehmen. 

Gleich im Anschluss hat unsere Elternaustauschgruppe begonnen und ich muss sagen, wir sind wirklich eine kleine, aber feine Gruppe. Ich habe die Gruppe mit einem Spruch von Virginia Satir begonnen und er hat genau das bewirkt, was ich erhofft hatte, ein Gefühl des Miteinanders. Neben den vielen berührenden und interessanten Themen gab es auch jene Momente, die uns alle zum Lachen gebracht haben. Und mitten drinnen, die Kinder.

 

Und heute? Sonntag ist unser Familien/Freunde/Verwandtentag .. da ist immer viel los und es gibt viel zum Lachen. Es sind jene Tage in der Woche, an denen ich versuche möglichst erst am Abend den Computer zu starten. Ideen werden in mein Heft geschrieben aber sonst herrscht Sendepause. Warum? Weil ich nicht ständig damit beschäftigt sein will und weil es einfach gut tut sich ab und an eine Pause zu gönnen. Und, weil eben diese Tage es sind die mich stärken und die mich durch Gespräche dann wiederrum in neue Bereiche oder zu jenen Themen bringen, von denen ich dann überzeugt bin, dass ich sie ansprechen werde oder kann.

So ist auch das morgige Thema entstanden - unser (ehemaliges) Leben als ROHKOSTFAMILIE. Gefragt wurde ich ja schon öfters und vor allem in meinen Gruppen war es immer wieder Thema, aber zu lesen wird es jetzt -seit langem wieder einmal, meine letzten veröffentlichen Berichte in gängigen Rohkostmagazinen sind schon eine Zeit her- etwas geben. Rohkost ist popolär im Moment, in sich ist sie aber ein sehr komplexes Thema und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden ... aber da greife ich schon wieder vor ... Freut euch auf morgen!

 

 

Ehrgeiz und Wissbegierde

Oder warum Lob und Beurteilung Kinder unter Druck setzt und nicht jenes tiefgreifende Verständnis verursacht wie wenn das Lernen vom Kind ausgeht und von den Begleitpersonen wertgeschätzt wird.

Ehrgeiz ist gut und erwünscht. Der Trugschluss aber, ist zu glauben, dass Ehrgeiz zur dann entstehen würde, wenn man ein Kind mit Lob oder Kritik (je nachdem welchem Kulturkreis man entspringt) überschüttet. Alleine das Wort stößt mir sauer auf. Ehr-geiz. Die Gier nach Ruhm und Ehre ... Ist Lernen genau das? Oder ist Lernen ...

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