aktuelle Situation in Österreich


Freilernen, Unschooling, Homeschooling ... das Interesse wächst! Hier ein Auszug vom Bericht über die aktuelle Situation in Österreich anlässlich der GHEC 2012 in Berlin, geschrieben von Joya. 

 

Home Schooling in Österreich – ein Überblick
GHEC November 2012, Global Home Education Conference, Berlin
Home Ed ist in Österreich grundsätzlich legal, allerdings bisher wenig bekannt und praktiziert (unter 1
% aller schulpflichtigen Kinder)
Home Ed ist als temporäre Form der Bildungsvermittlung angelegt – jährlich neu bekannt zu geben
und auch jedes Jahr Erfolgskontrolle in Form einer Externistenprüfung an einer öffentlichen oder
privaten Schule nach staatlichem Lehrplan
Unschooling ist schwierig bis unmöglich, da die Behörden freie Privatschulen mit
reformpädagogischen Methoden derzeit als nicht geeignet für die Erfolgskontrolle sehen – daher ist
unser Recht auf Bildungsfreiheit zwar vorhanden, aber stark eingeschränkt!
Die freie Wahl der Prüfungsschule ist derzeit unser wichtigstes Anliegen, das wir aktuell mit einem
Präzedenzfall vor das Höchstgericht gebracht haben. Die Entscheidung wird die Weichen für die
weiteren Aktivitäten stellen – eventuell müssen wir eine Gesetzesänderung durchsetzen.
Aktuelle Probleme:
- Blockade und mangelnde Gesprächsbereitschaft von Behörden
- Beamte sind wenig informiert über die Rechte der Home-Ed-Familien, handeln daher oft willkürlich
und gesetzeswidrig
- gesetzliche Grundlagen lassen viel Interpretationsspielraum auch zum Nachteil der Home-Ed-
Familien, daher immer häufiger entschlossener Protest mit juristischer Hilfe nötig
- Home-Ed wird nicht als gleichwertiger Bildungsweg wahrgenommen, sondern als temporäre
Notlösung, falls Schulbesuch zB aus Krankheitsgründen nicht möglich ist
Positive Entwicklungen der letzten Jahre:
- die Vernetzung der Home-Ed-Familien wird immer besser, die Bewegung wächst und gedeiht, neue
Familien können sich anschließen und fühlen sich nicht mehr isoliert
- durch den Zusammenschluss als Verein und die intensive Arbeit der letzten beiden Jahre werden
wir auch bei Behörden und Politik als Gruppe wahrgenommen
- mediales Interesse wächst, die zunehmende Präsenz führt zu wachsendem Zulauf
Thema deutsche Einwanderer:
Österreich ist kein Schlaraffenland! Bitte gut informieren und selbstbewusst auftreten.
Resumée: Es gibt noch viel zu tun!
Familiennetzwerk der Freilerner
Verein zur Förderung freier Bildung und Unterstützung von Familien im häuslichen Unterricht www.freilerner.at
Netzwerk und Vereinsstruktur „Familiennetzwerk der Freilerner“:
Stark heterogen – breites Spektrum zwischen Homeschooling und Radical Unschooling
Das Kernstück ist die Internetplattform mit einer Fülle an Informationen und einem Forum für
Austausch, Kontakte und Organisation gemeinsamer Aktivitäten
Lokale Gruppen organisieren sich dezentral
Der bundesweite Verein wurde 2010 gegründet als Präsenz nach außen, der Beitritt ist freiwillig und
nicht Bedingung für die Teilhabe am Netzwerk, die Beiträge sind sehr niedrig mit 40,- Jahresgebühr
pro Familie
Die Vereinsstruktur ist unhierarchisch, dynamisch und transparent – die Kommunikation und
gemeinsame Beschlüsse geschehen im Vereinsforum, Vorstandssitzungen werden online und für alle
Mitgliedern frei zugänglich abgehalten.
Eigenverantwortung der Familien und Freiwilligkeit wird groß geschrieben!
Familiennetzwerk der Freilerner
Verein zur Förderung freier Bildung und Unterstützung von Familien im häuslichen Unterricht www.freilerner.at

Feedback ...

Diese Mail, die mich vor längerer Zeit errreicht hat, möchte ich euch heute als Mutmacher und einfach als schönes Feedback zum Lesen mit auf den Weg geben. Einfach toll zum Lesen ...

 
Na, da hat meine Mama also doch recht gehabt! Als ich vor über zwanzig Jahren eine Tochter bekommen habe, hat sie mich immer wieder gefragt, warum ich das Kind denn nicht einfach abhalte, da müßte ich halt ein bißchen aufpassen, was es will, dann wäre alles ganz einfach.
Damals konnte man eine solche Kunde eigentlich unmöglich glauben, geschweige denn annehmen.  Schwere Störungen der Persönlichkeits- und Sexualentwicklung wurden als Folgen einer zu früh ansetzenden Sauberkeitserziehung angedroht. Ich habs dann aber heimlich trotzdem gemacht - für das "große Geschäft" - eigentlich von Anfang an. Und wurde sehr, sehr schief angeschaut, wenn die Sprache darauf kam, fast ein wenig als Kinderquälerin betrachtet. Hat aber funktioniert! Und war, laut meiner Mutter, absolut üblich früher. Seitdem glaube ich ja, daß diese ganze Sauberkeitserziehung, die erst mit zwei, drei Jahren stattfinden soll, eine Idee der Windelindustrie ist.
Schön zu lesen, daß man jetzt daüber  reden darf!
Die Oma würde es freuen und das KInd ist ja mittlerweile groß und kommt mir so gar nicht gestört vor.
 
Wahrswcheinlicht ist das ja wirklich nichts Neues - halt in Vergessenheit geraten, eine Zeitlang war ja auch Stillen gar nicht modern. Und ja, es ist eine Frage der Kommunikation ohne Worte. Das fällt in einer an Sprache orientierten Umwelt nicht jedem leicht.
 
Dranbleiben, ihr Lieben!
 
Und liebe Grüße von einer Pionierin aus der älteren Generation!
C.

einmal anders betrachtet

 

 

Es kommt eine Phase im ersten Lebensjahr des Kindes, in der es entdeckt, dass es Dinge alleine tun kann. Will das Baby sich in der Phase nicht abhalten lassen, ist das Wort "Streik" recht schnell ausgesprochen, der Frust der Eltern und ihre Versagensängste ebenso schnell vorherrschend und das gesamte Verständnis kommt ins Wanken.

"Streik" ... alleine dieses Wort spiegelt die negative Erwartungshaltung unserer Gesellschaft in das Kind. Selbst in Kreisen, die von sich behaupten für einen liebevollen, respektvollen, artgerechten, bedürfnisorientierten Umgang mit dem Kind ...

Ach nein ... das ist mir zu stressig!

Windelfreiheit? Nein, dass ist sicher nichts für uns?

Für wen? Für die Eltern oder für das Baby? Natürlich - eine etwas provokative Frage und ich weiß aus der Praxis nur zu gut, dass ...

Die Philosophie ...

... hinter der Windelfreiheit? Nichts wirklich zu brauchen, von nichts abhängig zu sein und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, seinen eigenen, individuellen Weg finden und das tun, was einem selbst gut tut anstatt sich darauf zu verlassen, was andere als richtig erachten. Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, dann würde ich gerne einmal die Frage stellen ...

Kommerzialisierung ...

das die Idee, der Grundgedanke der Windelfreiheit immer bekannter wird, hat einerseits seine guten Seiten und es freut mich riesig, dass Leute die bei mir waren um etwas über die Windelfreiheit zu lernen, heute darüber berichten und etwas zur Aufklärungsarbeit beitragen oder für Eltern da sind die mehr darüber erfahren wollen oder Fragen haben. Trotzdem muss ich auch immer häufiger eine gewisse Kommerzialisierung der Windelfreiheit -deren Grundgedanken ja eigentlich damit einher geht, nichts für die Umsetzung zu benötigen- beobachten, was mich traurig und nachdenklich stimmt. 

Gerade Eltern haben ein Anrecht darauf, Begleitung zu erfahren ohne in die Maschinerie des Kommerzes gezogen zu werden. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und ein Netzwerk von erfahrenen Windelfrei-BeraterInnen mit fundierter, umfassender Ausbildung zu schaffen haben wir die Ausbildung zur ehrenamtlichen Windelfrei-BeraterIn ins Leben gerufen. http://www.windelfrei.at/ausbildung 

Windelfrei Österreich, das europäische Institut für natürliche Säuglingspflege als Teilbereiche des Vereins für natürliches Aufwachsen und selbstbstimmtes Leben sowie der Verein selbst sind/ist GEMEINNÜTZIG UND STOLZ DARAUF! und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Global Home Education Conference 2012 ...

... diese findet zur Zeit in Berlin statt und soll Aufklärungsarbeit leisten und Aufmerksamkeit für ein so wichtiges Thema wie die Bildungsfreiheit erregen. Abgesehen davon gilt es Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und klar darzulegen, dass Bildung zu Hause eine Lernform ist, die vielleicht nicht für jederman passend aber neben anderen Bildungswegen ihren eigenen Wert hat.

 

"GHEC 2012 ist eine Konferenz für Bildungspioniere, Eltern sowie an Home Education/ Freilernen interessierte politische Entscheidungsträger

Bildung zu Hause (Home Education) oder Freilernen ist derzeit die am schnellsten wachsende Form primärer Bildung. So, wie Schule eine Innovation der frühen Industriegesellschaft war, sist Home Education die pädagogische Innovation der frühen Wissensgesellschaft. Home Education hat Forscher wie Immatrikulations-Zulassungsbehörden mit ihren sowohl in akademischer wie in sozialer Hinsichthervorragenden Resultaten überrascht. Allmählich entfaltet sich ein neues Verständnis von Lernen und Entwicklung, das im Laufe der Zeit unsere Ansichten über Bildung und Ausbildung ändern wird. Niemand weiß, wie Ausbildung in der reifen Wissensgesellschaft aussehen wird, aber Home Education/Freies Lernen liefert grundlegende Erkenntnisse über das Lernen der Zukunft. Sehr wahrscheinlich werden wir eine Vielfalt von verschiedenen Lernormen d für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen erleben. (...) Quelle:  http://www.ghec2012.org 

 

Warum Freilernen? Warum Lernen zu Hause? Warum ... wo es doch Schulen gibt denen man die Bildung unsrer Kinder anvertrauen kann? ...

Sonst noch was? Gehts noch?

WINDELFREI? EIN BABY OHNE WINDEL? Wie verrückt ist den das?! Das ist sicher nichts für uns.

Ich habe Besseres zu tun als die ganze Zeit mein Kind zu beobachten und darauf zu warten, dass es mir sein dringendes Ausscheidungsbedürfnis zeigt. Für was gibt es denn Windeln? Ich habe Besseres zu tun als ständig hinter meinem Kind her zu sein damit es nicht daneben macht oder es vielleicht gar ständig umziehen zu müssen, weil es ständig daneben macht und ich nicht hinterher komme Ich habe so schon genug Wäsche und Arbeit, da soll ich auch noch meinem Kind hinterher sein und es über ein Töpfchen halten, vielleicht gar noch alle paar Minuten?

 

Ja, ich auch. Ich habe auch Besseres zu tun als mein Baby unter ständiger Beobachtung zu halten. Ich habe auch Besseres zu tun als ständig Wäsche zu waschen -obwohl man das mit drei Kindern soundso schon tut. Ich habe Besseres zu tun als ständig nasse Hosen zu wechseln oder kleine Lacken am Boden zu beseitigen und ständig hinter meinem Kind hinterher zu laufen um nur ja keine Grimasse zu übersehen die vielleicht ein Ausscheidungsbedürfnis andeuten könnte! Und trotzdem ...

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