Warum eigentlich Zurückhalten?

Warum nicht einfach helfen? Helfen ist doch nett?
Im Grunde baut unser gesamtes Bildungssystem genau darauf auf. Auf dem ständigen Zeigen und Helfen und Belehren und Erläutern und Vorgreifen und Beurteilen. Aber nicht alles was gut gemeint ist, tut auch gut. Und gerade im Bereich des Lernens und Entdeckens kann gut gemeinte Hilfe manchmal einfach zu viel sein. Zu übergriffig und zu einschränkend. Zu störend und belehrend.
Erwachsene tendieren leider häufig dazu, schnell mal die Grenzen der kleinen und jungen Menschen zu überschreiten. Einfach so. Ohne böse Hintergedanken und eigentlich durchwegs in guter Absicht ... aber oft auch in absolutem Misstrauen in den kleinen/jungen Menschen und seine Fähigkeiten und in der Überzeugung, dass es "ohne" (Hilfe, Belehrung, Vorzeigen, Eingreifen) nicht gehen würde. Im Übrigen ist das nicht nur ein Problem im Umgang mit den kleinen Menschen, sondern zieht sich eigentlich durch jede Sparte der Begleitung. Dieses schnelle Hingreifen und Vorgreifen, dieses "schnell mal zeigen" und dabei das Gefühl vermitteln, "besser" und "wissender" zu sein.
Begleitung statt Belehrung
Lernen, Entdecken, Erfahrungen sammeln, sich Fähigkeiten aneignen, sich bilden ... all das ist Teil eines äußerst sensiblen Prozesses, der in erster Linie unendlich viel Raum, Selbstbestimmung und Ruhe braucht. Wie auch Menschen, die Lernen/sich Bilden als sensiblen Prozess sehen und dementsprechend achten können. In dem uns bekannten Bildungssystem herrscht das genaue Gegenteil vor. Einheitsbrei wird einer vermeintlichen "Einheitsmasse" vermittelt um am Ende die Einheitsbeurteilung darüber streuen und angemessen schubladisieren zu können, in dem ...

Nicht ohne dich

Oder warum "klammern" einfach wichtig ist und nicht behandelt werden muss.
Schon gar nicht aberzogen.
Wir kennen sie alle nur zu gut, diese Phase wo nichts mehr ohne Mama geht. Nach Wochen und Monaten wo das Baby sich ohne weiteres von anderen Menschen aus seinem Umfeld halten ließ und wenig bis kein Problem damit hatte, wenn Mama mal nicht da war, geht plötzlich gar nichts mehr. Keinen Zentimeter darf man von der Seite des Babys weichen. Nicht einmal annähernd den Versuch starten das Baby abzusetzen. Und wenn man es doch mal schafft sich kurzfristig zu entfernen um in Ruhe auf die Toilette oder unter die Dusche zu gehen, rollen bei der Rückkehr dicke Tränen über die Wangen des Babys. Wie kannst du nur ohne mich - und schon hängt es wieder an uns. Klammert sich an und weint, als ob man es Ewigkeiten alleine gelassen hätte.
Es ist eine anstrengende Phase. Und eine herausfordernde. Für die Mama, für den Papa (der manchmal gar nicht mehr akzeptiert wird) und natürlich auch für die nähere Umgebung. Aber vor allem ist es eine wichtige Phase. Für die Entwicklung des Babys. Das eben dieses Klammern braucht um sich selbst zu finden und zu erkennen, dass es ein eigenständiges kleines Wesen ist.
Weiß es das nicht schon viel früher?

Warum eigentlich ohne Schule?

Wie müsste Schule sein, damit du deine Kinder hinschicken würdest? Eine Frage, die mir in den letzten Jahren wirklich oft gestellt wurde. Und mehr denn je finde ich, dass diese Frage einen Haken hat. Denn warum eigentlich Schule? Warum immer diese Idee, dass wir kleine Menschen aus der Familie herausnehmen und irgendwo hin geben müssten? Und warum immer die Frage, was sich an der Schule ändern müsste damit ich die kleinen Menschen dorthin geben würde.
Ich möchte die kleinen Menschen hier nicht irgendwo abgeben. Ich habe nicht das Bedürfnis danach. Ich bin gerne Mama und ich verbringe gerne  Zeit mit ihnen, ich schaue ihnen gerne bei ihren Entdeckungen und Erfahrungen zu und es macht mich glücklich, daran teilhaben zu können.
Ich möchte jetzt Zeit für sie haben. Jetzt, wo ...

Bauchgefühl

Manchmal ist die Intuition nicht das, was wir erwarten oder erwarten würden.
Ich weiß schon, es hört sich eigentlich ganz gut an, dieses "das spürt man einfach". So als ob das Bedürfnis des kleinen Menschen ganz eindeutig unüberfühlbar auf einmal in uns auftauchen und unsere Aufmerksamkeit einfordern würde. Und eigentlich tut es das ja auch ... irgendwie halt. Vor allem dann, wenn man einmal gelernt hat darauf zu hören und weiß, wie man die kleine Stimme im Kopf abschalten oder auf "stumm" schalten kann. Denn eben diese kleine Stimme ist es ja oftmals, die uns davon abhält auf das Bauchgefühl zu hören.
Sagen wir so, mit dem Bauchgefühl ist es so eine Sache. Eine Sache, von der viele glauben, dass sie sie nicht hätten. Aber jeder hat ein Bauchgefühl. Das ist einfach so. Schließlich und endlich sind wir empfindsame Wesen. Das Problem ist, dass es ganz oft einfach nicht gehört wird. Denn: Wer braucht das schon, das Bauchgefühl. Was zählt ist die Vernunft. Die hat das Sagen und alles andere ist egal.
Ja, stimmt schon, Vernunft und Verstand sind schon auch wichtig und hilfreich. Aber sie sind nicht alles. Nicht im ...

Interview zum Buch

Werbung in eigener Sache zu machen fällt mir meist recht schwer und es kostet mich immer einiges an Überwindung :-). Umso mehr freut mich das Interview hier und ein großes Danke an dieser Stelle an Karl und Claire :-).

 

Für Eltern da sein ...

Für andere Eltern da sein. Irgendwann im Laufe meines eigenen Elternseins war für mich klar, dass ich etwas will. Nämlich für andere Eltern dasein. Ihnen zuhören, sie ein Stückchen begleiten und ihnen zeigen, dass Elternsein Freude bereiten soll und nichts, aber auch wirklich gar nichts mit Erziehung zu tun hat. Also nichts mit dem, was üblicherweise von Eltern verlangt wird.

Aber wie nennt man das eigentlich - diese innige Beziehung zum kleinen Menschen, die entsteht, wenn wir jeglichen Erziehungsgedanken einmal beiseite lassen und einfach nur wir sind. Wir mit dem kleinen Menschen, der uns vertraut und uns glaubt. Inniges Miteinander? Ja auch, und authentisches Elternsein. Weil wir nur dann achtsam und liebevoll sein können, wenn wir authentisch sind und gut auf uns selbst achtgeben. Aus diesem Gedanken heraus hat sich dann das individuelle Begleiten von Eltern entwickeln (natürlich mit etlichen Seminaren und Fortbildungen im Gepäck aus deren Inhalt ich dann was eigenes gemacht habe :-) ) und letztendlich auch das  "Authentic Parenting" Seminar, welches kommenden Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr in Wien stattfindet. Anfang März dann in Kärnten.

Es ist ein Seminar das mir sehr am Herzen liegt und in dem es mir vor allem darum geht für die teilnehmenden Eltern da zu sein. Für ihre Sorgen und Ängste und in erster Linie auch, für ihre Fragen in Bezug auf das Zusammenleben mit den kleinen, heranwachsenden Menschen aber auch in Bezug auf ihr Elternsein. Einzelbegleitungen sind nicht jedermanns Sache und da bietet sich so eine kleine Gruppe, mit viel Raum und Zeit für individuelle Fragen schon an.
Ich möchte Eltern eine große Portion Mut mit auf den Weg geben. Mut sich selbst zu vertrauen, zu sich selbst zu stehen und auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Einfach weil zusammenleben mit kleinen Menschen Freude bereiten und glücklich machen soll.

Was "Elternsein" für mich heißt

Eltern-Kind-Beziehung heißt miteinander. Nicht gegeneinander und auch nicht „geschieht nur zu deinem Besten“ oder noch schlimmer „ …, weil ich dich liebe“. Welche Liebe kann das sein, die bewusst verletzt? Oder abweist? Oder sich zwecks Lerneffekten gegen den kleinen Menschen richtet? Oder belügt? Misstraut?

Ja aber irgendwer muss dem Kind doch lernen, dass…
Ich habe keine Ahnung warum wir ein derartiges Misstrauen gegen uns selbst hegen und warum so viele Menschen felsenfest davon überzeugt sind, dass der kleine Mensch prinzipiell einmal und von Anfang an schlecht ist und erst zu etwas „Besserem“ erzogen werden müsste.
Aber Vertrauen kommt nicht von Misstrauen, Zuhören nicht von Überhört werden und Achtsamkeit nicht von Ignoranz. Wie können wir Vertrauen und Zuhören und Achtsamkeit von diesen kleinen heranwachsenden Wesen erwarten, wenn wir es ihnen nicht entgegen bringen. Und nein, Erziehung macht das nicht. Ganz im Gegenteil. Erziehung drängt den kleinen Menschen meist in eine Ecke und begegnet ihm mit Misstrauen. Oder handelt auf Basis von Eventualitäten, die wiederum davon ausgehen, dass der kleine Mensch prinzipiell schlechte Absichten in sich trägt und diese von Vornherein im Keim erstickt werden. Damit aus dem „kleinen schlimmen Hänschen“ kein „großes schlimmes Hänschen wird“ – das in Anlehnung an den so gerne zitierten Hänschen-Spruch – der ja eigentlich auch ganz gut zum Bildungsthema passt und der gängigen Idee, alles möglichst schnell in den kleinen Kopf hineinzustopfen, damit es abgehackt werden kann – vor allem aber auch, damit es nicht irgendwann vielleicht zu spät ist.
Intakte Beziehung braucht keine Maßnahmenpakete
Und kein Erziehungsprogramm. Und nein, als intakte Beziehungen bezeichne ich nicht jene Eltern-Kind-Beziehungen, wo ...

Energiereserven auffüllen

Manche Dinge kann man nicht ändern. Auch, wenn man das gerne würde.
Seit Wochen sind die Nächte mit unserer Jüngsten unruhig. Mal sind es die Zähne, dann ist es der lästige Schnupfen und ein anderes Mal ist sie einfach so unruhig und um drei Uhr morgens dann frisch, fröhlich und munter. Im Gegensatz zu mir. Ich würde gerne schlafen. Einmal wenigstens, für eine einzige, lange Nacht. Nur, das geht eben nicht. Nicht so einfach und vor allem nicht so auf Knopfdruck.
Denn es gibt diesen Knopf nicht, den man drückt und der die Nächte wie von Zauberhand wieder ruhig werden lässt. Es hilft auch nichts, dem Baby zu sagen, dass es jetzt schlafen soll. Auch wenn man das irgendwann im Laufe der sich summierenden unruhigen Nächte macht. Müde, erschöpft, manchmal flehend und ein anders mal fast schon fluchend, wenn man einfach nur mehr müde ist.
Bringt im Grunde alles nichts. Logischerweise. Abgesehen davon, geschieht es nicht - nie und nimmer - mit Absicht. Das Baby nimmt sich tagsüber nicht vor, nachts unruhig zu schlafen oder uns nicht schlafen zu lassen. Es würde ...

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