Und wenn es einmal anders wäre?

Wenn es in unserem Miteinander mal nicht um das TEILEN und HERRSCHEN ginge? Wenn es einmal nicht um Vorverurteilungen und Diffamierungen ginge, sondern das Prinzip des achtsamen und wertschätzenden Miteinanders wirklich gelebt werden würde - im Sinne von Leben und Leben lassen, solange die Grenzen jedes Einzelnen gewahrt werden?

Davon, sind wir weit entfernt. Wie der neueste Artikel mit dem äußerst reißerischen Titel "VODOO-PÄDAGOGIK" zeigt. Wieder einmal, so ein Artikel, bei dem es mir schon die Nackenhaare aufstellt, wenn ich nur daran denke. Wieder einmal ein Artikel über das ...
Ja was eigentlich? Das freie Lernen? Die Bildung zuhause? Lerngruppen? Das Lernen kleiner Menschen? Die Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit des Ganzen?
Wobei ...

- Lais ja eigentlich nichts mit dem freien Lernen und sich Bilden zu tun hat, sondern einfach eine Lern-Methode ist. Das Kinder die in derartige Lerngruppen gehen zum häuslichen Unterricht abgemeldet sind, liegt schlicht und einfach darin begründet, dass diese Lerngruppen kein Öffentlichkeitsrecht haben, demnach Externistenprüfungen am Jahresende absolviert werden müssen und die Kinder die dorthin gehen offiziell als zuhause lernende gemeldet werden müssen ....
Darauf kommt die Sprache natürlich nicht in dem Artikel. Viel eher scheint hier der Versuch ...eines (weiteren) Rundumschlages unternommen zu werden, gegen Menschen, die sich das Recht auf die freie Wahl des Bildungsweges heraus nehmen. Wobei natürlich nicht sachlich klar formuliert, sondern alles in einem Topf geworfen, einmal kräftig umgerührt, mit bösen und äußerst wirksamen Verurteilungen gewürzt und danach ausgeschüttet wird. Eine bunte Mischung voller Vorveruteilungen und Mischungen, verpackt als TATSACHE.
Wie jeder nachlesen kann, ist freie Bildung ein Menschenrecht. Verankert in der UN Menschenrechtskonvention ... die wiederum von den damaligen Zuständigen für Österreich unterzeichnet wurde und somit eigentlich Gültigkeit hat und etwas ist, woran man sich halten muss.
Häusliche Bildung ist - anders als in dem Artikel zu lesen - nämlich keine Gesetzeslücke, sondern in der Verfassung verankert und demnach Teil des Bildungsweges in Österreich.

Der nette Experte, der im Artikel zu Wort komme und der ohne Zweifel sehr viel von schulischem Belehren versteht, keine Ahnung aber (ja so muss ich es leider ausdrücken) vom einfachen, natürlichen, selbstverständlichen Lernen hat - warnt alle Eltern mehr oder weniger ausdrücklich davor, auch nur einen Blick in diese Richtung zu werfen und derartige Idee von freiem und natürlichen Lernen überhaupt zu glauben. Laut ihm ist natürliches Lernen nämlich ein absoluter "Schmarrn", den es nicht gäbe. Und ich frage mich wieder einmal, warum das Offensichtliche nicht gesehen wird. Schließlich ist Lernen nichts künstlich erzeugtes, sondern etwas beständig vorhandenes. Vollkommen Natürliches. Vorgesehenes. Von Natur aus. ENTWICKLUNG, ENTFALTUNG, LERNEN ... nennt man das üblicherweise.
Lernen ist eben keine Kunst. Es ist einfach. Aber es kann verkompliziert werden. Forciert werden ... in eine Schiene und Maßstäbe gedrängt und zu einer Wissenschaft gemacht werden - ohne Zweifel.

Diffamierung? 
Alles was anders ist muss bekämpft werden - den Eindruck gewinnt man zumindest und gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, das hier ziemlich viel Angst im Spiel ist. Angst ... ja vor was eigentlich. Angst vor  Menschen, die diesen Weg gehen und sich dafür entschieden haben? Aus freien Stücken? Weil es ihr gutes (Menschen)Recht ist? Angst, vor Menschen, die, die vollkommen bewusste Entscheidung treffen oder getroffen haben, ihre Kinder eigenverantwortlich zu begleiten? Niemand wird hier verpflichtet mit zu machen, sich für eine bestimmte Richtung zu entscheiden. Ob nun herkömmliche Schule, Montessori, Waldorf, Lais, Homeschooling oder freies Lernen und sich Bilden. Niemand wird hier in irgendeiner Art und Weise geködert. Jeder kann für sich entscheiden.
Was uns in all dem eint - so hoffe ich zumindest -, ob nun Eltern, Pädagogen oder Behörden, ist der Wunsch das Beste für die kleinen Menschen zu tun und für das Wohl der jungen Menschen zu sorgen.
Bei allem Verständnis für Gegenargumente, schließlich und endlich ist jeder frei seine Meinung zu äußern und  interessante, bereichernde Gespräche über Bildung habe ich schon zahlreiche geführt, mit Menschen, die kein Problem mit Vielfalt hatten. Mit Menschen die sich über Begegnungen und den Austausch freuen und andere Wege (be)stehen lassen können. Einfach so. Weil es normal ist, natürlich, menschlich. Aber hier - in diesem Artikel - geht es nicht um Gegenargumente. Hier geht es um Anfeindungen, um Angstmache, ums "in den Dreck ziehen" und lächerlich machen. Es scheint darum zu gehen, mit dem Finger in diese Richtung zu zeigen und zu verurteilen.


Wäre es nicht endlich an der Zeit ...
umzudenken? Wirklich zuzuhören? Hinzuschauen? Wahrzunehmen was ist?
Finden wir uns nicht alle, im kleinsten gemeinsamen Nenner - dem Anliegen für das Wohl des kleinen Menschen zu sorgen - wieder? Und braucht nicht genau für dieses Wohl die Vielfalt? Die vielfältigen Möglichkeiten, um jedem Individuum die Chance zu geben, sich optimal zu entfalten? Den eigenen Weg zu finden? Braucht es nicht gerade Menschen, die eigenverantwortlich handeln und somit wirkliche Vorbilder sind? 

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Kommentare   

-1 #1 Alexandra 2018-06-08 10:03
Das ist eine wunderbare Entgegnung, liebe Lini! Die Schulpflicht ist zu einem Glaubensbekennt nis geworden - wer sich ihr widersetzt, gehört auf den Scheiterhaufen, ist ein Ketzer oder Sektierer. Gegenargumente werden nicht einmal angehört. Woher kennen wir denn das?
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