Reich beschenkt

Seit Wochen werden hier Kekse gebacken. Und es wird gebastelt Und darüber gejammert, dass das Tixo (Klebeband) schon wieder aus ist oder irgendwer alle Scheren "versteckt" hat. Seit Wochen türmen sich kleine und große Packerln in den Regalen der Kleinen, liebevoll verziert und beschriftet und "nicht schauen" ist wohl der Ausruf, den ich in eben dieser Zeit am häufigsten gehört habe.
Ein sicheres Zeichen dafür, das Weihnachten vor der Türe steht. Der Lärm zu den Weihnachtskonzertproben - ein Konzert das die Kleinen und großen Kleinen hier dieses Jahr geplant haben - ist gelegentlich ohrenbetäubend und am Harmonisieren von Musik und Gesang kann durchaus noch gearbeitet werden - ganz zu schweigen von der Abstimmung der gespielten Lieder. Nichts desto trotz - es lässt sich nicht leugnen: Weihnachten hat vor allem bei den Kleinen hier eine ganz besondere Stellung. Keine Spur von fehlendem Zauber  .... trotz dem absoluten Fehlen von Christkind und Co.

zauberhafte Weihnachten ... 
Das Christkind gibt es hier nicht, auch keinen Weihnachtsmann oder die Geburt des Jesuskindes. Und Weihnachten beginnt für uns am 21. Dezember mit der Wintersonnenwende. Es war eine bewusste Entscheidung. Nicht gegen etwas. Sondern für etwas anderes. Einen anderen Weg. Einen, der für uns besser passt und mit dem wir uns wohl fühlen. An Weihnachten feiern wir die Rückkehr des Lichtes, zelebrieren die Wintersonnenwende und Rauhnächte und versuchen diese Zeit ganz bewusst mit unserer Familie und lieben Freunden zu verbringen. Im gemütlichen Beisammensein, intensiven Gesprächen und im Schenken von Kleinigkeiten.
Mit Letzterem, habe ich in den vergangenen Jahren meinen Frieden gefunden. Weg von der absoluten Verweigerung, zurück zur Freude am Schenken. Ohne MUSS und PFLICHT und ohne KONSUMWAHNSINN. Eigentlich durch ...

unseren Sohn und unsere Töchter, die so unendlich gerne schenken, das sie im Grunde das gesamte Jahr damit beschäftigt sind Geschenke zu basteln und herzustellen. Sie - und ihre absolute Freude am Schenken - waren es, die mich zum abermaligen Nachdenken gebracht haben. Zum Nachdenken über das Schenken. Was es ist und was es bedeutet.
Denn Schenken muss nicht zwangsläufig Konsum bedeuten. Ganz im Gegenteil. Vielmehr sollte es eine Geste sein, die ganz speziell dem Beschenkten gilt und nicht austauschbar ist. Es ist der Zauber und die Vorfreude. Es ist, das sich Gedanken machen über denjenigen, den man beschenken möchte. Es ist die Zeit, die man dafür verwendet, etwas zu basteln oder herzustellen oder auszusuchen oder auch die Zeit, die man sich nimmt, für einen lieben Menschen.

bedingungslos ...
Ein bedeutendes Wort in ganz anderem Zusammenhang erwähnt. Denn von Herzen geschenkt, kennt keine Bedingungen, es verlangt nichts. Und eben das möchte ich unserem Sohn und unseren Töchtern bewahren. Ich möchte ihnen keine Geschichte von irgendjemandem erzählen, der alles weiß und sie beschenkt. Ihnen nicht jemanden vorführen, der so unendlich groß und bedeutend sein soll, dass sie selbst dadurch klein werden und zu jemandem, der das gar nicht kann - Schenken. Gut möglich, dass es nicht so ist. Gut möglich, dass das nur meine Gedanken und Eindrücke sind. Und, dass diese Geschichte ein wichtiger Bestandteil der Kindheit ist, etwas, was untrennbar mit unserer Kultur verbunden ist (angeblich). Andererseits, wo beginnt Tradition und Kultur. Wo finden wir uns wieder? Was fühlt sich für uns gut und richtig an?
Einmal mehr die wesentlichen Fragen, die unser Elternsein zu jeder Zeit prägen sollte.
Ich möchte den heranwachsenden Menschen hier, in jeder einzelnen Minute ihres SEINS vermitteln, dass sie die Kraft haben. Wie auch die Gabe. Ich möchte ihnen die Botschaft "Du kannst das" mit auf den Weg geben und mit ihnen gestalten. Ob es nun um das gesamte Miteinander oder einzelne Feste/Zeiten im Speziellen geht.

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