wie das so ist ...

... in der ersten, intensiven Zeit mit Baby, in einer Großfamilie, im täglichen Versuch alles unter einen Hut zu bekommen.

Unzählige Male habe ich in den letzten Tagen versucht diesen Blogbeitrag zu beenden und man kann die Zahl der Unterbrechungen wohl am Besten an der Zahl der Überarbeitungen dieses Beitrags messen. Wie das so ist, waren im Endeffekt andere Dinge wichtiger. Unaufschiebbar im Familiendasein und im Alltag mit Baby.
Mal war es das Stillen, dann das Zahnen der Zweijährigen, dann der Hunger der Großen, dann wieder das dringende Kuschelbedürfnis von irgendjemandem. Mal war es die Luft im Bauch, dann das Ausscheidungsbedürfnis und abermals das Stillen und ein ander Mal das dringende Redebedürfnis eines der größeren Kleinen. Mal ihre Missverständnisse oder ihre Ideen, die ein wenig Hilfe benötigten um verwirklicht werden zu können. Bedürfnisse der Kleinen und größeren Kleinen, die meine volle Aufmerksamkeit verlangt oder zumindest dazu geführt haben, meinen Gedanken- und Schreibluss zu beenden. Und so musste dieser Beitrag einfach warten. Auf unbestimmte Zeit verschoben könnte man sagen. Kommt schon wieder - später irgendwann. So wie vor einigen Wochen angekündigt :-)
Später irgendwann, dann, wenn Zeit ist. So wie jetzt gerade. Die Jüngste schläft und die anderen toben im frisch gefallenen Schnee, der alles hier über Nacht in eine dicht verschneite Winterlandschaft verwandelt und die Kleinen bereits in aller Frühe nach draußen gelockt hat.

Ein Augenblick Ruhe
Und so, sitze ich hier und lasse meine Gedanken schweifen. Sie kehren zurück, zu den Momenten der Geburt und den vergangenen Wochen. Zu dieser intensiven, ersten Zeit, die so schnell vorüber zieht trotz allem Innehalten. Trotz aller Ruhe, die der Alltag mit so einem kleinen Menschen mit sich bringt. ...

 

Die Tage verfliegen. Weihnachten steht vor der Türe, wieder einmal verschwinden die kleinen Wesen hier für Stunden in ihren Zimmern um zu basteln. Wieder einmal ist hier ständig irgendjemand auf der Suche nach Klebeband, Klebstoff, Scheren, Papier und sonstigen wichtigen Utensilien, die plötzlich ganz dringend fürs Basteln benötigt werden. Wieder einmal werden hier Pläne geschmiedet für die bevorstehenden Raunächte und all die Besuche, die in der Zeit gemacht werden wollen/sollen. Es riecht ständig nach irgendwelchen Leckereien, weil die großen Kleinen ganz eigentständig beschlossen haben Kekse zu backen (ständig, täglich, ohne Ende) und zu verzieren. Mit roten Wangen und ganz vertieft in ihr Tun. Wieder einmal sind sie, dank dem dicht fallenden Schnee nicht ins Haus zu bringen, weil sie nicht müde werden den Hang vorm Haus hinunter zu rodeln, Schneebahnen und Schneemänner zu bauen und darauf zu warten, dass die Schneedecke dick genug ist um Ski und Snowboard aus dem Schuppen zu holen. Und wieder einmal bin ich genau jetzt, in diesem Augenblick unendlich dankbar dafür, dass sie den Schnee genau jetzt genießen können, wo er da ist und all das genau jetzt tun können, wo sie das Bedürfnis danach haben, und es nicht aufgrund von Kindergarten- oder Schulbesuch auf später verschieben zu müssen.
Und ich genieße, diese in letzter Zeit so selten gewordenen ruhigen Augenblicke. Relativ ruhigen Augenblicke. Mit einer dampfenden Tasse Tee neben mir und alleine mit meinen Gedanken. Ich habe so eine leise Ahnung wohin dieser Beitrag heute geht. Nichts bestimmtes. Kein spezielles Thema, sondern einfach ein paar Einblicke und der Wunsch, etwas von dieser besonderen Zeit einzufangen und daran zu erinnern, wie kostbar sie eigentlich ist. Diese Zeit, die wir uns schenken und geben können. Und wie gerne und leicht wir das, im Geschehen des Alltags, in unserer Ungeduld und dem Wunsch "fertig" zu werden vergessen. Wie oft wir meinen, keine Zeit zu haben und uns stressen. Mit allen möglichen Dingen. Und dabei übersehen, was eigentlich wirklich wichtig ist.

Erinnerungen im Alltagschaos
Abermals denke ich an die Geburt unserer Jüngsten an diesem Vormittag. Ich denke an diese ruhige und doch so ereignisreiche Nacht, die schon wieder einige Wochen zurück liegt und die das Ende der Bauchzeit und den Beginn der Babyzeit bedeutete. An das Staunen und Kennenlernen der ersten Tage und das langsame Zurückfinden in einen "neuen" alten Rhythmus und einen Alltag, in dem alle Bedürfnisse ihren Platz haben. Einen Alltag, der wieder einmal durchzogen ist, von diesem typischen Kreislauf aus Stillen, Abhalten, Kuscheln, Herumtragen und Schlafen.
Kein leichtes Unterfangen und nicht selten mit kleinerem oder auch etwas größerem Chaos verbunden, mit Geschrei und Wut und Tränen, weil ich nicht mehr so kann, wie davor oder weil manches eben warten muss oder weil alles aufeinmal kommt und eben nicht warten will oder kann. So wie heute Morgen. Wo sich das Chaos in einer, von der selbstständig sein wollenden Zweijährigen verursachten Mandelmilchüberschwemmung perfektionierte. Ergänzt durch die schon wieder unendlich dringende Müdigkeit der Jüngsten, die scheinbar ebenso dringende Suche der Großen nach der gesamten Skibekleidung und das dadurch verursachte Durcheinander, dem nicht warten wollenden Frühstück am Herd und meinem plötzlich unendlich dringenden Bedürfnis nach einem Augenblick der Ruhe und einer guten Tasse heißen, starken, schwarzen Tee.
Gut. Zugegeben. "Tasse" ist schlichtweg untertrieben. KANNE trifft es wohl eher. Und nein, "ohne" mag ich nicht. Es ist mein Zugeständnis an mich und eines der Dinge - neben dem obligatorischen Stück Schokolade - die einfach sein müssen. Manchmal ... täglich. Zwecks Nervenstärkung und Blutdruckhebung :-) in all dem Chaos hier. 

Kommt schon wieder - später irgendwann
Das Familiendasein, das Dasein für kleine Menschen braucht Geduld. Und Gelassenheit. Es braucht die Zuversicht, dass gewisse Phasen vergehen (werden), aber auch das Wissen, um diese Vergänglichkeit. Ein Wissen, dass zum Innehalten und Genießen einladen sollte, trotz allem möglichen rundherum vorherrschendem Durcheinander. Sie vergehen, diese Momente in denen man gefühlte Kilometer mit dem winzig kleinen Wesen am Arm läuft, damit die drückende Luft im Bauch nach draußen gelangt. In denen man gefühlte Stunden damit verbringt, alles in oben erwähntem Kreislauf zu absolvieren. Endlos. Immer und immer wieder. In denen man sich beinahe leer fühlt, ohne diesen kleinen Körper der sich an den eigenen Körper schmiegt. Sie vergehen, diese Momente in denen man nicht weiß was man zuerst tun soll und davon überzeugt ist, nie wieder auch nur annähernd den Anschein einer gewissen Ordnung in dieses Durcheinander bringen zu können.
Nach all den Jahren Mamasein weiß ich, das sie vergehen, diese Momente und Phasen. Manchmal schneller, als einem lieb ist. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich sie mehr denn je genieße und trotz aller Müdigkeit nicht missen möchte.
Denn wann, wenn nicht jetzt? Wann, wenn nicht in dem Augenblick, wo meine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gefragt ist, sollte ich sie diesen kleinen Wesen schenken.

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