weniger schön ...

Wieder einmal kommt alles ganz anders, als geplant. Denn eigentlich wollte ich euch etwas über die bevorstehende Sommerpause erzählen, über das  Freilerner Sommertreffen Süd in Leibnitz - so großartig organisiert von den MITANANDAs und von bevorstehenden letzten Seminarwochenende. Aber manchmal, braucht etwas anderes Raum. Etwas, was weniger schön ist, aber trotzdem wichtig. Wichtig für mich.
Und da geht es heute einmal nicht direkt ums Leben mit kleinen Menschen, sondern vielmehr ums Leben generell, um unser Miteinander und auch um die Wertschätzung, die wir uns entgegen bringen. Sogesehen dann auch wieder um die kleinen Menschen, für die wir Vorbilder sind und denen wir unser Handeln, unsere Gedanken und unsere Vorgehensweise mit auf den Weg geben - als Prägung.
Ich habe lange mit mir gehadert ob ich so einen Beitrag überhaupt schreiben soll. So einen, wo ich einmal Dampf ablasse und meiner Fassungslosigkeit und teilweise auch Wut Raum gebe. Aber ich habe im Augenblick einen Punkt erreicht, wo ich einfach nicht mehr alles schön reden mag und auch nicht kann.
Es hat in den letzten Jahren unendlich viele wunderbare Begegnungen gegeben und berührende Rückmeldungen, die ich nicht missen möchte und an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere. Es waren viele Menschen bei mir, die sich aufrichtig bedankt haben und mir damit Kraft gegeben haben, diesen Weg weiter zu gehen. Aber es gab und gibt auch die anderen Begegnungen, die weniger schönen eben. Und genau jene sind es, die mich gerade in den letzten Wochen wieder vermehrt beschäftigen und die ihren (augenblicklichen) Höhepunkt mit zwei Mails erreicht haben, die ich heute bekommen habe. Seminarabsagen - einfach so, weil die Lust zu kommen fehlen würde.
Jeder, der selbst für andere Menschen da ist, der organisiert und Wissen weiter gibt weiß, wie viel Zeit und oft auch Geld dahinter steckt, wie viel Herz und Gefühl und Enthusiasmus ... und wie fassungslos und wütend es dann machen kann, wenn all das mit ein paar wenigen Worten beiseite gewischt, ignoriert und einfach nicht wertgeschätzt wird. Vielleicht nicht absichtlich oder bewusst, aber ganz bestimmt ohne viel Gedanken, was solche Worte und ein derartiges Handeln bei anderen Menschen auslöst und mehr noch, was es für die gesamte Veranstaltung eigentlich bedeutet. Es kann schon sein, das einem mal etwas dazwischen kommt. Das man einen Termin fixiert hat und dann krank wird oder das Baby und es war nie ein Thema, wenn die Geburt früher eingesetzt hat oder kurz bevorsteht und ein Seminarbesuch oder ein Beratungstermin aus diesem Grund nicht eingehalten werden kann. Aber wenn die Absage mit den Worten "keine Lust" hier ankommt oder mit einem lockeren "ich mag jetzt doch nicht kommen" dann ist das schlicht und einfach nur mühsam und macht mich auch wütend.
Wütend, weil es nicht wenig Zeit ist, die ich hier am Computer verbringe, wütend, weil Seminarräume und Fahrkarten auch Geld kosten und wütend auch deshalb, weil schlicht und einfach Verstehen und Wertschätzung fehlen und Vieles so oft als selbstverständlich genommen wird.
Du machst es ja gerne ... Ja eh, ich mache es gerne und ich würde es nicht machen, wenn ich es nicht gerne mache. Trotzdem ist es manchmal mühsam und trotzdem gibt es oft genug den Punkt, an dem ich einfach nur alles hinschmeißen möchte. Und nicht selten würde ich die Zeit am liebsten mit den kleinen Menschen hier verbringen, statt am Computer zu sitzen. Aber manche Dinge erledigen sich nicht von selbst und umso wütender macht es mich dann, wenn all die Arbeit, wenige Tage vor der Veranstaltung umsonst zu sein scheint. Oder wenn belehrende Mails kommen, von Menschen, die keinerlei Erfahrung mit selbstständiger Arbeit haben, aber meinen einem erläutern zu müssen wie man es besser machen könnte ...
Im Vergleich zu all den schönen Rückmeldungen und Mails sind das natürlich Kleinigkeiten. Aber manchmal müssen auch Kleinigkeiten angesprochen und erzählt werden :-)

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Kommentare   

0 #1 Manuela Wurm 2017-07-05 13:53
hallo und gleich vorab, ich verstehe deine Gefühle sehr gut. Jedoch möchte ich hervorheben, dass diese Rückmeldung mit Sicherheit ehrlich war. Und wollen wir nicht auch das unseren Kindern vorleben?
Meist kommen solche Themen um uns die Möglichkeit zur Reflexion zu geben und zu hinterfragen, warum mich das verletzt.
Kopf hoch und du brauchst sicherlich keine Bestätigungen in welcher Art und Weise, um deinen Weg zu gehen.
Alles Liebe und fühl dich umarmt
Manuela
Zitieren

Neueste Kommentare

Anmelden