Das Beste ...

Ist das Beste für den kleinen Menschen wirklich die Aufopferung der Eltern?
Dieses permanente Streben danach, es dem kleinen Menschen "leicht und schön und wunderbar bequem" zu machen?
Dieses ständige Kopfzerbrechen darüber, wie sich "miese" Stimmung beim kleinen Menschen bestmöglich verhindern lässt oder wie man den Alltag so gestaltet, dass es keine Ecken und Kanten gibt, an die der kleine Mensch stoßen könnte? 
Dieses sich verbiegen und verdrehen und alles nur für den kleinen Menschen, wobei die eigenen Bedürfnisse ignoriert werden?
Dieser irrwitzige Versuch niemals Nein zu sagen ... aus Angst, das dieses "Nein" dem kleinen Menschen unendlichen Schaden zufügen könnte.

Liegt das Beste für den kleinen Menschen wirklich darin, wie sehr sich Eltern anstrengen um eine Umgebung zu schaffen, die wenig mit der Wirklichkeit im späteren Leben zu tun hat? Mit dieser Wirklichkeit die dann kommt, wenn die Eltern eben nicht mehr ständig da sind um alles zu verhindern, was anstrengend oder herausfordernd sein könnte. Und mehr noch, was ist das Beste eigentlich?

Aus vielerlei Gründen hat sich in den meisten Eltern die Idee festgesetzt, dass sie ...

für jede Stimmung des kleinen Menschen verantwortlich sind. Und damit einher gehend die Ideen, dass sie zum einen alle unangenehmen oder weniger tollen Situationen verhindern könnten und zum anderen ihr Elternsein nur dann "gut" machen würden, wenn sie genau das schaffen. Und sicherlich, wir Eltern schaffen den Raum für die Kleinen. Den Raum aus Liebe und Geborgenheit, mit viel Platz zum Spielen und Entdecken und Sein dürfen ... Aber wir sollten auch die Grenzen dieses Raumes schaffen und noch wichtiger, wir selbst bleiben. IMMER.
Und genau das ist mitunter extrem schwer, wenn man - so wie wir - in einer leistungsorientierten Gesellschaft aufgewachsen ist, wo es eigentlich nur darum ging "gut" zu sein. Denn wer "gut" ist, wird geliebt. Aber Elternsein ist keine Leistung. Eltersein ist einfach. Es ist lebendig und vor allem ist es BEZIEHUNG.
Und diese Beziehung braucht das Sein (dürfen) des kleinen Menschen ebenso, wie das der Großen damit sie im Gleichgewicht bleicht. Aber dieses Gleichgewicht wird eben nicht dadurch erreicht, dass Eltern den kleinen Menschen in Watte betten und ihm den Weg ebnen sondern hauptsächlich dadurch, dass sie authentisch bleiben und ihre "Aufgabe" darin sehen schlicht und einfach zu begleiten. In allen Situationen.

Zum Streben nach Selbstständigkeit
gehört das "Hinfallen", "an Ecken stoßen", "ein Nein hören" und "Probieren, Erfahren, Entdecken, ..." einfach dazu. Diesem Streben liegt ein ganz eigene Ehrgeiz, ein Erreichen und Erfahren wollen zugrunde, aber vor allem eine ganz eigenen AKTIVITÄT. Wenn nun Eltern aber alles daran setzen es dem kleinen Menschen möglichst leicht zu machen, fehlen genau diese Erfahrungswert um aktiv zu bleiben. Das "Erreichen wollen", das Streben nach Selbstständigkeit und Eigentverantwortung wird im Keim erstickt wodurch der kleine Mensch in die PASSIVITÄT gedrängt wird und keinen Sinn mehr darin sieht, selbst aktiv zu werden. 
Dieses Streben und Erreichen wollen braucht aber noch etwas anderes, es braucht nicht nur den Raum, sondern auch die Vorbilder. Sprich Menschen, die selbst aktiv sind und die mit ihrem ganzen Sein zeigen, dass "alles" in Ordnung ist. Wut ebenso wie Freude, Hinfallen ebenso wie schnell vorankommen. Es braucht Vorbilder, die kein unerreichbares Ideal vorleben oder die sich selbst klein machen, sondern die sind, wer sie sind. Mit allen Ecken und Kanten, mit allen Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie in sich tragen. Es braucht Vorbilder, die Zuhören und Zuschauen können ohne gleich eingreifen zu wollen und die nicht ständig das Bedürfnis haben dem kleinen Menschen zu beweisen, dass sie "es" besser können oder mehr wissen. Und es braucht Vorbilder, die sich dennoch ihrem "älter sein" bewusst sind und dem kleinen Menschen durch ihr Verhalten (nicht durch Belehrungen!!!!) zeigen, dass es sich eigentlich immer wieder lohnt aufzustehen und weiter zu probieren.

Das Beste für den kleinen Menschen
sind Eltern, wie auch andere Erwachsene, die es verstehen einen Raum zu schaffen, der gleichzeitig Wurzeln aber auch Flügeln gibt, der lebendig ist und Liebe gibt. Das Beste für den kleinen Menschen sind Eltern, die es verstehen authentisch zu sein ...

KLEINER TIPP zum SCHLUSS - das nächste Seminar über authentisches Elternsein findet Ende Juni in Wien statt - nähere INFOS findet ihr HIER

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