wachsen und größer werden ...

sich selbst finden ... entdecken wer man ist und was man will.
Wenn kleinen Menschen größer werden, dann ist das in unserer Gesellschaft meist mit den Worten Trotzalter und Pubertät verbunden. Und mit all den kleinen und großen Zwischenbegriffen, die sich darum ranken, vor allem aber auch mit den Begriffen "SCHWIERIG", "ANSTRENGEND" und "KOMPLIZIERT" und mit dem Hinweis, das man (die Eltern) froh sein soll, wenn "es" (das Trotzalter, die Pubertät) vorbei ist.
Ich habe mich immer gefragt warum das so ist. Mit kleinen Menschen leben ist doch etwas Schönes. Oder nicht? Ja, manchmal anstrengend und gelegentlich auch kompliziert und schwierig - stimmt schon. Aber das liegt nicht nur an den Kleinen. Ganz bestimmt nicht. Sondern sehr oft an uns und der Art und Weise, wie wir auf sie reagieren.

Von Klein bis Groß
Im Grunde ist hier bei uns zuhause gerade alles vertreten. Vom angeblichen Trotzalter bis zur angeblichen Pubertät. Die ganze Bandbreite. Das komische ist nur, ich merke nichts davon. Weder vom Trotzalter, noch von der Pubertät. Mal abgesehen davon, dass diese beiden für mich

eigentlich nicht existieren, sondern nur eine Idee der Erziehungsexperten ist, die vergessen haben, dass das wichtigste ist auf den kleinen, größer werdenden Menschen einzugehen und ihn zu verstehen und dadurch dann viele Probleme gar nicht erst auftauchen. 
Erziehungsprobleme sind hausgemacht? Und nicht natürlich? Ja, genau so ist es. Erziehungsprobleme sind hausgemacht - definitiv.
Das hier trotz passendem Alter weder Trotzalter noch Pubertät vorhanden sind liegt liegt ganz bestimmt nicht daran, dass die kleinen und etwas größeren kleinen Menschen hier in irgendeiner Art und Weise anders wären als andere kleine Menschen. Und es liegt auch nicht an irgendeiner Zauberei oder sonst etwas. Ganz im Gegenteil. Sie sind so, wie die anderen Kleinen auch, eigentlich auf der Suche nach sich selbst und dem, wer sie sind und was sie wollen. Und das geht öfters mal mit Wutanfällen und Tränen einher, mit Wollen und nicht Können und mit eigenen Gedanken und Ideen, die man kund tut und erläutert.
Und das ist -zugegeben- gelegentlich schwierig oder kompliziert und ja, manchmal auch anstrengend. Aber vor allem ist es eigentlich eine begrüßenswerte Entwicklung, eine, die wir ja wollen oder uns wünschen und es erfordert  zunächst einmal Geduld und die andere Sichtweise.
Wer öfter hier liest, weiß wahrscheinlich schon, dass ich diese "andere" Sichtweise ganz besonders mag. Dieses: den eigenen Standpunkt verlassen und von wo anders auf die Siuation schauen. Dieses: sich an sich selbst erinnern und bewusst werden, wie es war ... Ich mag es deshalb, weil es etwas verändert und uns dorthin bringt, wo wir eigentlich hin müssen - zum Verstehen. 

Erzieherische Handlungsanweisungen ...
bringen nichts. Absolut gar nichts. Denn wenn ich nicht verstehe, dann ist jede Handlung eigenltich sinnlos, weil sie üblicherweise nach hinten los geht. Sinnlos auch deshalb, weil diese empfohlenen erzieherischen Handlungungen meist mit den üblichen Bekannten Druck, Manipulation, Suggestion und Misstrauen einher gehen und das größer werden des jungen Menschen, das sich selbst finden und in Frage stellen, abwerten bzw. ganz oft auch negieren und ignorieren.
Aber gerade die Zeit des Größer werdens braucht unser Verstehen. Größer werden braucht Sein dürfen ganz dringend. Denn nur wenn ich sein darf, wer ich bin, dann kann ich mich selbst auch mögen. Es muss mir als Mama  nicht gefallen, wie sich die größer werdenden Kleinen kleiden, was sie hören, was ihnen gefällt und wofür sie sich interessieren. Es mag schon sein, dass sie Dinge tun, von denen ich denke, dass sie anders wohl sinnvoller wären oder besser funktionieren würden, aber sie dürfen ihre eigenen Erfahrungen machen und so wie ich die ganz Kleinen nicht davor schützen kann, dass sie beim Gehen lernen stolpern oder das ihr Turm immer wieder umfällt den sie bauen wollen und sie sich deshalb ärgern, so kann ich die Großen nicht davor schützen, dass sie sich verkühlen, wenn sie zu dünn angezogen sind oder ihre Ideen sich als unbrauchbar herausstellen ...
Was die größer werdenden Menschen aber von mir als Mama brauchen ist (wie immer eigentlich) mein Zuhören und Dasein, mein Verstehen und Begleiten und vor allem aber auch (wieder einmal) meine Zurückhaltung.
Kleine Menschen gleich welchen Alters dürfen ihre Erfahrungen machen - so wie wir sie gemacht haben - und wir dürfen uns darüber freuen, dass wir sie begleiten und all diese Momente erleben dürfen.


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