Ist unsere "Freiheit" wirklich so frei?

Einen ähnlichen Beitrag gab es ja schon mal - da vor allem in Bezug auf Kindergarten-, Schul- und Ausbildungspflicht. Heute aber möchte ich generell auf unsere angebliche Freiheit ansprechen. Ja aber wir sind doch frei ... werden jetzt die meisten denken, nicht zuletzt, weil wir gelernt haben, dass wir in einem freien, demokratischen Land leben und mehr oder weniger frei wählen dürfen. Aber dürfen wir wirklich frei wählen und entscheiden und mitbestimmen? Ist es uneingeschränkt möglich Eigenverantwortung zu übernehmen und als freier Mensch zu leben ohne dabei mit dem Gesetz auch nur in irgendeiner Art und Weise in Konflikt zu treten, weil ich vielleicht irgendeine Pflicht nicht einhalten mag/kann/will weil diese in Diskrepanz mit meiner Eigenverantwortung als Mensch und meiner Freiheit steht?

Einige von euch werden jetzt vielleicht schon ahnen, in welche Richtung dieser Blogeintrag geht und es ist nicht auszuschließen, dass es in Zukunft einige solcher Beiträge geben wird. Nicht zuletzt, weil dieses Thema unweigerlich mit dem Dasein als Eltern und dem Leben mit Kindern verbunden ist und weil es ein paar ganz eigene Erfahrungen der letzten Wochen von unserer Familie gibt. Erfahrungen die uns aufgrund unserer Entscheidung für die Eigenverantwortung in Konflikt mit dem "Gesetz" gebracht haben (mehr dazu ein ander Mal). Beiträge solcher Art wird es aber auch deshalb geben, weil ich Teil einer (Bewusstsseins) Veränderung sein möchte und die Nase voll von all den Lügengebilden und Konstrukten habe, mit denen wir leben und die uns so gerne als absolute Wahrheit verkauft werden.

Wo soll ich anfangen? Warum bin ich im Laufe der letzten Jahre zu dem Schluss gekommen, dass wir ...

nur eine angebliche Freiheit besitzen und es wichtig ist, das zu erkennen? Aus vielerlei Gründen - wirklich bestätigt wurden meine Gedanken (und das Wissen damit nicht alleine zu sein) dahingehend aber eigentlich erst durch die Freeman-Bewegung und einigen Menschen aus der Freilerner "Szene". Und es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn sich der Nebel immer weiter lichtet und man immer mehr Zusammenhänge sieht und erkennt, wenn man die schönen Lügengebilde einmal zur Seite geschoben und wirklich erkannt hat, was das alles zu bedeuten hat. Diese ganzen Zetteln und die Spielarten des Systems in dem wir uns bewegen. Dass zum Beispiel jedes Neugeborene im Augenblick seiner Geburt 40 000€ Staatsschulden aufgebürdet bekommt ist ja kein Geheimnis mehr und dass es den Staat Österreich eigentlich nicht mehr gibt, sondern nur mehr die Firma Österreich wissen auch schon so einige. Und dass man sich - sobald man auch nur irgendetwas ein klein wenig anders macht - auf einen mühsamen Hürdenlauf zwischen Behörden und sich widersprechenden Aussagen und "ich verbinde sie weiter" - Telefonaten und "da bin ich nicht zuständig" oder "das kann/darf/will ich ihnen nicht sagen" Auskünften begibt ist bekannt. Über letzteres reißen wir ja gerne unsere Späßchen ... in Wahrheit ist es aber zermürbend und einfach irgednwie lächerlich.
Aber zurück zur Freiheit. Kurz zusammengefasst: Wir sind nicht wirklich frei. Ja ich weiß schon, man ist immer so frei wie man sich fühlt und es stimmt auch, dass Freiheit nur innerhalb gewisser Grenzen vorhanden sein kann (weil es sonst keine wirkliche Freiheit sondern nur Leere wäre) ... aber seien wir einmal ehrlich, tragen die bestehenden Gesetze und Pflichten wirklich zu unserer Freiheit bei? Nehmen wir beispielsweise die Bildungsfreiheit als klassisches Beispiel, die in Wahrheit in extremer Diskrepanz zur Schulpflicht steht. Denn wirklich frei uns zu bilden sind wir natürlich nicht ... Ich kann noch ein paar weitere Beispiele nennen. Beispiele mit denen ich prinzipiell das harmlose Terrain verlasse und offen in den Diskussionsbereich wechsle wo einem dann Abwehrhaltung ebenso begegnet wie die Aussagen "das man es auch nicht übertreiben muss mit der Freiheit". Woran ich denke? An Schwangerschaft und Geburt zum Beispiel. Ich darf nicht einfach nur schwanger sein und diese Schwangerschaft genießen. Um als Schwangere anerkannt zu werden, muss ich mich Untersuchungen unterziehen. Um hier nicht falsch verstanden zu werden: natürlich ist es gut, dass wir ärztliche Versorgung und Begleitung durch Hebammen haben (gerade letzteres finde ich wichtig). Aber es sollte die freie Entscheidung der Frau sein, wann wie und wo sie begleitet werden möchte. Nicht, wie es üblich ist, dass sie sich an gewisse Fristen und Vorgaben zu halten hat. Menschen und besonders den schwangeren Frauen wird hier gerne die Entscheidungsmöglichkeit abgenommen. Sie wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie muss sich untersuchen lassen .. nur dann bekommt sie das Geld. Nicht: sie darf sich untersuchen lassen. Natürlich kann Frau sich dazu entscheiden die Untersuchungen nicht zu machen ... dann bekommt sie halt kein Geld oder hat mitunter gar Probleme, dass ihre Schwangerschaft oder Mutterschaft anerkannt wird (und das sind keine Vermutungen, ich spreche aus Erfahrung - mehr dazu aber ein ander Mal). Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet sieht das alles nach einer Art Belohnungssystem aus: wenn du brav bist und machst was wir sagen, bekommst du das Leckerli.

Weiters denke ich an die Geburt. Frau darf nur eingeschränkt wählen wie, wo und mit wem sie gebären möchte. Und ja, Hausgeburten sind zwar erlaubt, müssen aber zum Teil vollständig selbst finanziert werden wodurch sich nicht jede Frau eine Hausgeburt leisten kann. Und vorsätzlich alleine gebären - weil es sich richtig und stimmig anfühlt - darf Frau in Österreich so und so (wenn man es genau nimmt) nicht. Auch hier finde ich es wieder wichtig zu erwähnen, dass es nicht um die finanzielle Wertschätzung der Arbeit einer Hebamme gegenüber geht, sondern um die Tatsache, dass Spitalsgeburten bezahlt werden, Hausgeburten aber eben nur zu einem bestimmten Prozentsatz (wenn überhaupt). Selbstbestimmte Geburt an jenem Ort, wo Frau sich wohlfühlt sollte keine Frage der Leistbarkeit sondern selbstverständlich sein - eigentlich.

Und auch hier kann man nicht so einfach sagen, ich mach was mir gut tut und was sich richtig anfühlt für mich. Kann man natürlich schon ... in weiterer Folge muss man aber mit einigen Hürden und möglicherweise unangenehmen Begegnungen mit Behörden rechnen. Was ja auch nicht schlimm ist ... eigentlich, aber mühsam und auch irgendwie fraglich. Denn welche Straftat begeht man denn, wenn man sich dazu entschließt Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben sowie das Leben der Kinder zu übernehmen?

Dann wären da noch all die Untersuchungen, die man mit dem Kind machen muss, die Rechtfertigungen, die man mitunter liefern muss, weil man gewisse Untersuchungen nicht machen möchte oder weil man gewisse Medikamente nicht geben möchte oder weil man nicht impfen möchte oder weil man noch nicht zufüttern möchte oder noch immer stillt ... und natürlich hätte man eigentlich wieder die Freiheit auf die Untersuchungen ebenso wie die Konfrontationen zu verzichten, aber dann müsste man auch wieder die finanziellen Einbußen in Kauf nehmen ... was allerdings leichter gesagt als getan ist, wenn es bestimmte Fixkosten im Leben gibt, die beglichen werden müssen ...

Die Freiheit, von der uns weis gemacht wird das wir sie besitzen, klingt ein wenig wie die Freiheit des Vogels im Käfig, dem man weis zu machen versucht, dass er frei ist dahin zu fliegen wo er hinfliegen möchte ... innerhalb der Gitterstäbe. Wirklich frei ist er dabei aber nicht. 

Sieht ein freies Land so aus? Mit einer immer größer werdenden Schere aus Arm und Reich, mit Menschen die sich kein Essen leisten können und keinen Platz zum Schlafen haben? Mit Menschen, die sich für ihre Eigenverantwortung in Konflikt mit dem Gesetz begeben? Mit Menschen, die sich dafür rechtfertigen müssen, dass sie in bestimmten Bereichen anderer Meinung sind als die breite Mehrheit oder die Politiker .... Sollte es nicht im Interesse eines Landes sein, dafür zu sorgen dass es allen Menschen unabhängig ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihres Berufs etc. an nichts fehlt und gut geht, dass sie selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben und handeln?

Und nicht zuletzt die Frage: Wie kann ich meinen Kindern erzählen, dass wir in einem freien, demokratischen Land leben und ihnen gleichzeitig erklären, dass wir uns mit unserer Art zu leben und ihrem freien Lernen in eine Art Graubereich zwischen Gesetzestreue und -bruch begeben ... eigentlich. Ich kann es ehrlicherweise nicht. 

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Kommentare   

0 #1 Mirjam 2016-03-19 18:11
Danke für diesen Beitrag!!!!!! Vielen, vielen Dank! Du sprichst mir so aus dem Herzen! Ich habe die Befürchtung, dass das Streben nach mehr Freiheit süchtig macht ;-) Es mag ganz klein beginnen und dann kommen immer mehr Bereiche hinzu und plötzlich steht man da und fragt sich, wo ist die Freiheit? Der Durst nach selbiger wird immer größer und das Streben und Sehnen, den Nachkommen Freiheit zu ermöglichen, sie wirklich frei aufwachsen zu lassen als freie Menschen.
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