da sein ...

... heißt nicht gleich 24 Stunden rundum Beobachtung. Keine Mutter oder kein Vater sitzt 24 Stunden vor seinem Kind und wartet darauf, dass es ihr/ihm zeigt, wann es hungrig oder müde oder erschöpft oder kuschelbedürftig ist oder einfach nur Nähe möchte. Wir alle vertrauen darauf, dass uns unsere Kinder schon zeigen werden, was sie brauchen.

 

Sobald aber die Windel unten ist bricht Panik aus und kein vernünftiger Gedanken scheint mehr gedacht werden zu können, die ganze Aufmerksamkeit und der ganze Fokus liegen auf dem Ausscheidungsbedürfnis des Kindes. Netter Gedanke, dass man durch Beobachtung schneller irgendwelche Signale erkennt. Aber ich kann es nur immer wieder betonen, dass man dadurch ganz häufig und in den meisten Fällen genau genommen nichts erkennt. Das Problem ist, der Frust der dann kommt und viele Eltern dazu veranlasst zu glauben, dass sie einfach unfähig sind oder ihr Baby sich nicht für die Windelfreiheit eignen würde (als ob man sich dazu eignen müsste bewusst auszuscheiden!)

Wieder einmal sind es Fehlinformationen

 

die verbreitet werden und die dazu führen, dass Eltern sich unter Druck gesetzt und gestresst fühlen. Windelfrei zu sein, mit dem Baby über das Ausscheidungsbedürfnis zu kommunizieren heißt eben nicht, 24 Stunden am Tag das Baby nicht aus den Augen zu lassen und es bei jedem Mucks über die Toilette oder das Töpfchen zu halten, es heißt auch nicht vor dem Baby zu sitzen und nichts anderes mehr tun zu können.

  

 

 

Was es heißt, ist schlicht und einfach einem weiteren Bedürfnis (das es uns zeigt) Aufmerksamkeit zu

 

schenken. Was es heißt, ist, da zu sein und aufmerksam zu sein ohne in eine Starre zu verfallen, die keine Vielfalt mehr zulässt. Das hört sich komplizierter an, als es in Wahrheit ist. Der Weg dahin führt über eine gewisse Gelassenheit und Ruhe. Wer sich keine

 

Gedanken darüber macht, wie oft es daneben gehen könnte, ist schon einmal viel ruhiger und wer mit seinen Augen nicht ständig am Kind hängt und seine Gesten und Laute zu interpretieren die vielleicht irgendein Bedürfnis bedeuten könnten, wird lockerer.
Fakt ist, dass wir Bedürfnisse instinktiv genau dann wahrnehmen, wenn wir uns eben nicht darauf konzentrieren und mit Muss probieren sie zu erkennen. Wenn wir bereit sind loszulassen und uns selbst wie auch dem Baby vertrauen.

Und so ganz nebenbei: für die Windelfreiheit braucht man keine Spezialwindeln und keine Trainierhöschen oder sonstige Utensilien, die einen in seiner Sicherheit verunsichern

 

und dazu führen, dass es öfters daneben geht als was man es im Topf landet ... aber das ist wieder einen andere Geschichte ...