Wo anfangen?

Das Kind schreit, wütet, tobt, …. Lässt sich weder beruhigen, noch besänftigen - noch zu Kompromissen bewegen. Mama und Papa schwitzen, immer noch um ein sanftes Lächeln bemüht, immer noch um eine ruhige Stimme, obwohl sie innerlich kochen. Obwohl sie am liebsten selbst wüten und toben würden. Obwohl sie sich zerrissen fühlen und verzweifelt. Obwohl sie mit den Nerven am Ende sind. Denn Mama und Papa wollen lieb sein. Und sie sind bemüht alles, aber auch wirklich alles für den kleinen Menschen zu tun. Ihrem liebsten Schatz. Ihr ein und alles. Sie wollen ihn weder enttäuschen, noch verletzen und schon gar nicht wollen sie BÖSE sein. Dem kleinen Menschen soll es gut gehen – verständlicherweise.

Aber irgendwann geraten Mama und Papa genau darüber in Streit. Über dieses „gut gehen“. Weil es nicht so läuft mit dem „alles fürs Kind“. Weil es sich nicht so entwickelt hat, wie sie erwartet haben und weil das Ergebnis eben nicht das immer zufriedenen, fröhliche kleine Wesen ist, von dem sie geträumt haben, sondern in so vielen Momenten ein kleiner Giftzwerg. Ein so häufig wütendes und tobendes, selten zufriedenes kleines Wesen.
Und irgendwann sind Mama und Papa vollkommen entnervt, giften sich gegenseitig an, machen sich Vorwürfe und tun, was der kleine Mensch will …. Damit nur endlich Ruhe ist. Damit nur endlich dieses Geschrei aufhört und der kleine Mensch zufrieden ist. Zumindest für die nächsten fünf Minuten. Bis zum nächsten Reizthema. Bis zum nächsten Ausbruch und zum nächsten Streit. Und bis dahin? Gehen Mama und Papa auf Zehenspitzen, verbiegen sich, machen sich klein und ignorieren ihre eigenen Bedürfnisse um nur ja keinen neuerlichen Wutanfall zu provozieren.


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