keinen Millimeter

Unsere Jüngste befindet sich gerade in dieser Phase. Diese Phase, in der ich mich keinen Millimeter von ihr entfernen darf. Sie schon. Sie darf weg von mir, hierhin und dorthin krabbeln, mit dem Papa mit, mit dem Bruder oder der Schwester. Sie darf sich fortbewegen von mir so viel sie will ... aber wehe ich bewege mich. Und sei es nur um meine Hand zu heben oder mich etwas bequemer hin zu setzen. Ihr feines Radarsystem meldet augenblicklich, ihr kleines Gesicht verzieht sich und sie beginnt zu weinen, als ob ich bereits gegangen wäre. Dabei habe ich mich nur bewegt.

Loslösung durch Klammern.

Hört sich im ersten Augenblick paradox an. Ist aber so. Zumindest für die ganz Kleinen.
Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft gehen davon aus, dass kleine Menschen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nur durch bewusste Trennung, Tränen und Schmerz erfahren würden. Nur dadurch, dass der Erwachsene es bewusst alleine lässt und das "ohne ihn auskommen" lernt. 
Dabei ist jede Intervention, jede Inszenierung und jedes Übungsprogramm, welches dem kleinen Menschen Unabhängigkeit "lehren" soll im Grunde vollkommen überflüssig und richten (genau genommen) mehr Schaden an als sie von Nutzen sind.
Denn die Erfahrung, dass die Mama ...

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