Vom Eins-Sein zum Eigenständig-Sein

Nach einem spannenden Gespräch und darauf folgenden nicht minder spannenden Gedanken, muss ich nun doch noch einmal das Thema Windelfrei aufgreifen. Wenn auch eingebettet in den bedürfnisorientierten Umgang mit kleinen Menschen, geht es dennoch auch um Windelfrei. Beziehungsweise das Eingehen auf das Ausscheidungsbedürfnis des Babys.

Kein Ich-Bezug
Nicht wenige raten heute davon ab einem Baby zu früh die Windel auszuziehen und es zum Sauber werden anzuhalten. Nicht ganz unbegründet - zugegeben. Denn jegliche Art von Druck, Spannung, Stress und Überforderung wirkt sich negativ auf die Eltern-Kind-Bindung und Beziehung aus. Zudem lässt es sich nicht leugnen, dass die meisten Sauberkeitserziehungsmethoden mit Lob und Belohnung arbeiten und das Ausscheiden dadurch zur Leistung machen ... bzw. einer recht widersprüchlichen Angelegenheit.
Trotzdem: Windelfrei wird da gerne mit hineingemixt und passt eigentlich nicht hinein. Vor allem dann nicht, wenn weder Druck noch Stress mithineinspielen und es als das gelebt wird, was es ist. Eine Möglichkeit - ein Eingehen auf das Ausscheidungsbedürfnis des Babys. Abgesehen davon, kann ich mit manch einer Begründung warum windelfrei von Anfang an schlecht sei, nichts anfangen.
Nachvollziehbar sind die Gedanken mitunter - das schon - aber trotzdem nicht schlüssig. Nicht, wenn ich den kleinen Menschen als Ganzheit betrachte. Da ist zum Beispiel der Gedanken, dass das Eingehen aufs Ausscheidungsbedürfnis nicht gut wäre, weil das Baby anfangs noch keinen Ich-Bezug hätte. Weil es noch nicht verstehen würde, dass das, was da im Töpfchen landet von ihm kommen würde.
Es stimmt schon. ICH - also das Begreifen des Selbst als eigentständigen, individuellen Menschen - gibt es in den ersten Lebensmonaten noch nicht. Vielmehr wird das Sein als Einheit mit der Mutter erfahren. Als EINS-SEIN.
Trotzdem ist dieser Umstand für mich keine schlüssige Erläuterung dafür, das Eingehen aufs Ausscheidungsbedürfnis auf einen späteren Zeitpunkt verschieben zu müssen. Denn streng genommen müsste ich dann jegliches Eingehen auf eine Bedürfnisäußerung untersagen. Letzten Endes erfährt das Baby ja auch jedes andere Bedürfnis auf diese Art und Weise - im EINS-SEIN mit der Mutter.

Entwicklungsprozess
Das Erleben und Entdecken vom Selbst ...

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