"Aber ich handle doch stets ..."

"Ich bemühe mich doch immer friedlich und freundlich zu bleiben. Ich schimpfe nie, bestrafe nicht, .... Ich habe immer alle Bedürfnisse erfüllt, war immer da, hab immer versucht mich nach den Bedürfnissen zu richten. Ich bleibe immer verständnisvoll.  Ich bitte nur darum, aufzuhören, wenn etwas nicht passt oder erkläre und dennoch ... Dennoch ist bisher scheinbar nichts davon bei unserem Kind angekommen. Dennoch ist es wild und ungestüm, haut, schreit, tobt, überschreitet Grenzen anderer ... Und ich dachte immer, wenn ich all das vorlebe, wenn ich nur liebevoll und achtsam genug bin ....".

Was läuft da schief? Läuft überhaupt etwas schief?
Ist es nur eine Phase? Charakter? Eigenschaften mit denen wir einfach umzugehen lernen müssen?
Eines vorweg: es gibt diese Phasen in der Entwicklung. Phasen, wo kleine Menschen ausprobieren was geht, wo sie oft nicht in ihrer Mitte sind, wo sie uns, unser Dasein und unsere Rückmeldungen so dringend brauchen. Phasen, die herausfordernd und anstrengend sind und wo wir reden und reden und reden und innerlich seufzen und wieder reden und reden und zu verstehen versuchen und manchmal mit unseren Weisheiten am Ende sind. Es gibt diese Phasen, wo wir das Gefühl haben, ständig irgendwie dazwischen zu stehen oder hinten nach zu sein ....
Aber worüber ich heute schreibe, sind keine zur Entwicklung gehörigen Phasen, sondern Verhaltensweisen, die kleine Menschen in erster Linie dann zeigen, wenn etwas gehörig aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn sie...

Ist das noch normal?

Ist normal das, was der definierten Norm entspricht oder das, was natürlich ist?
Ist normal jener Zustand des Babys, den es laut gesellschaftlicher Meinung haben sollte oder jener, der seinem Wesen und seinem Entwicklungsstand entspricht? Ist normal das natürliche Verhalten des kleinen Menschen in seiner Interaktion mit Menschen und Umwelt oder das, was Meinung von Erziehungskonzepten und Ideen ist?
Wer definiert Normalität - gerade auch in Bezug auf kleine Menschen, ihr Verhalten und ihre Wesensart? Wo setzen wir an?
Und warum scheint es uns einerseits so wichtig "normal" zu sein und ist da andererseits doch irgendwie auch die unbestimmte Sehnsucht nach einer Besonderheit, nach Individualismus, Einzigartigkeit ...

Ist das noch normal?
werde ich so oft gefragt und spüre dabei die Unsicherheit der Eltern, ihre Angst, davor, dass etwas nicht stimmen könnte, dass sie etwas falsch machen könnten oder bereits falsch gemacht haben. Oder das da etwas mit dem kleinen Wesen nicht stimmen könnte, weil es sich verhält, wie es sich verhält. Weil es nicht immer nur ruhig und zufrieden ist, weil es auch mal weint oder wütend wird, weil es schüchtern ist oder gelangweilt, weil es ungeduldig wird, ....
Ist das noch normal?
fragen sie ...

Wunsch oder Bedürfnis?

Bedürfnisorientierung gut und schön. Aber woran erkennen wir echte Bedürfnisse, die nicht warten können und wie unterscheiden sie sich von Wünschen, die eigentlich warten können? Oder denen vielleicht gar ein anderes Bedürfnis zugrunde liegt?
Es ist spät. Die Jüngste schläft schon. Die Mittleren schlafen ebenfalls. Und die Großen sind beschäftigt.  Die Dreijährige ist es auch - beschäftigt. Aber auch ganz offensichtlich müde. Dennoch will sie noch nicht schlafen - um keinen Preis. Sie schaut Bücher an, redet, erzählt, gähnt, reibt sich die Augen, schaut weiter Bücher an, erzählt. Müde? Nein. Ist sie nicht. Bett? Nein, sie geht jetzt nicht schlafen. Sie muss Bücher anschauen.
Und dann entdeckt sie den Teller mit dem restlichen Kuchen. Hoho! Was für eine Entdeckung!!!! Und natürlich will sie ein Stück davon haben. JETZT. Auf der Stelle. 
Hat sie wirklich Hunger? Was spricht gegen ein Stück Kuchen? Was dafür? Wie reagieren? Was, wenn ich NEIN sage? Leidet sie dann? Wo es doch ein Bedürfnis ist, diesen Kuchen zu essen - JETZT. Ist es ein Grundbedürfnis? Essentiell? Oder doch eher einfach Gusto? Einfach, weil der Kuchen jetzt dasteht und morgen (was ist schon morgen für eine Dreijährige) vielleicht nicht mehr da ist?

Bedürfnis oder doch eher Wunsch?
In wohl keinem anderen Bereich der Begleitung kleiner Menschen, herrscht so viel Unklarheit und Unsicherheit, wie bei der Bedürfnisbegleitung. Nicht zuletzt, weil sich diese im Grunde über das gesamte Sein erstreckt und es überdeckt. Aber natürlich auch, weil hier so viele Ideen und Ratschläge kursieren, dass man den Durchblick allzu leicht verlieren kann.
Und es ist schon spannend, dass sich so viele ...

Wie schafft ihr das?

Das mit dem Mithelfen im Haushalt? Im Alltag? Das ihr nicht alles alleine Tun müsst. 
Ein ziemlich rotes Tuch in ganz vielen Familien. Und so oft Hauptgrund für Spannungen und Streitigkeiten. 
Aber muss das sein? 
Wann beginnt denn diese Mithilfe im Haushalt eigentlich? Was kann man verlangen? Und mehr noch, wie?
Wie bringen wir diese kleinen "Mitbewohner" dazu, mit anzupacken?


Zunächst einmal: 
Mithilfe beginnt lange bevor wir überhaupt daran denken, dass mitgeholfen werden könnte. In einem Alter, wo alles spannend ist und sich das gesamte Tun noch auf das Imitieren und Kopieren der Größeren ausrichtet.
Gerade ein ...

Vom (nicht) Zuhören

Und wenn es nicht hört? Wenn es einfach nicht zuhört? Wenn ich rede und rufe und erkläre und mich bemühe und dennoch nichts geschieht ...?

Zuhören
Oder eben auch nicht. Ein Thema, dass hier immer wieder kommt. In Seminaren, in Gruppen, in Beratungsgesprächen ..... Eltern die davon erzählen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter einfach nicht hören will. Dass sie schon gar nicht mehr wissen, was sie noch machen sollen und irgendwann selbst laut werden. Eltern, die verzweifelt sind, weil Sitautionen dann doch immer wieder eskalieren und in Geschrei enden. Obwohl sie sich so bemühen. Obwohl sie ruhig und liebevoll ankündigen, reden, ihre Standpunkte erläutern ...
Hör mir zu -
wie schafft man das?
Achtsam und liebevoll zu sein, Freiraum zu geben und dennoch gehört zu werden, in den eigenen Bedürfnissen oder Äußerungen?
Wie schafft man das, gehört zu werden? Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen?
Nehmen wir die klassische "Wir müssen gehen" Situation, wo kleine Menschen gerade auf Spielplätzen oder beim Besuch von Freunden manchmal so gar nicht gehen wollen. Wo sie einfach nicht hören wollen.
Was tun?
Warten, rufen, nachlaufen, Kind an der Hand nehmen oder einfach gehen, Kompromisse eingehen, Schreien, Drohungen aussprechen, wütend werden, schimpfen? Wie verhält man sich richtig, wenn kleine Menschen nicht hören (wollen)?

"Fangen wir bei den Kindern an"

... mit dem Erziehen. Oder eben auch dem Nicht-erziehen. Mit dem Beurteilen, Maßregeln, Zurechtbiegen ... oder eben auch dem Zuviel-Wollen. Von ihnen und für sie, für ihr Leben und ihr Sein. 
"Fangen wir bei den Kindern an" - und plötzlich ist da gar kein so großer Unterschied mehr, zwischen den beiden Idealen und all ihren Zwischentönen. Zwischen dem Erziehen und dem Nicht-erziehen. Und all den Grauschattierungen, die es dazwischen gibt. Plötzlich ist da gar kein so großer Unterschied mehr, wenn wir einen Schritt beiseite tun und das gesamte Szenario mal von einer anderen Warte aus betrachten. Von dem Standpunkt aus, wo wir einen klaren Blick darauf haben, was hier geschieht und welche Dynamiken dadurch entstehen können, wenn sich alle um die kleinen Menschen dreht.

"Fangen wir bei den Kindern an" ...
Klingt gut und wichtig. Schließlich geht es ja um die kleinen Menschen. 
Ja eh, es geht ...

Wie war das noch mal mit den Grenzen?

Kinder brauchen Grenzen! Sagen die einen. Nur ja keine Grenzen! Sagen die anderen.
Und es ist eines dieser Themen, über die gerne, ausgiebig und viel diskutiert wird. Eines dieser Themen, über die Erwachsene gerne und oft in Streit geraten, sich gegenseitig Vorwürfe machen oder als schrecklich, autoritär, antiautoritär, laissez faire oder was auch immer bezeichnen. Diskussionen und Streit, der mehr Verwirrung stiften als gut tut und denen meiner Meinung nach etwas Wesentliches fehlt.
Denn geredet wird viel darüber, über "diese Grenzen", aber ist uns auch wirklich bewusst, was wir damit meinen? Oder reden wir gelegentlich vielleicht doch um den berühmten heißen Brei herum?
Was hat es auf sich, mit diesen Grenzen? Was meinen wir damit eigentlich? Und was wollen wir? Für uns selbst, für unsere Töchter und Söhne?

Mehr als nur ...

... ein Baby ohne Windel. Mehr als nur Konzept und so viel mehr als ERZIEHUNG.

Wieder einmal ist es soweit. Zum ersten Mal hat sich unsere Jüngste heute morgen alleine auf den Topf gesetzt. Ist wieder aufgestanden ... ein Stück weit gegangen, hat sich dann wieder umgedreht, nochmals auf den Topf gesetzt und hinein gemacht. So als hätte sie das immer schon gemacht. So, als ob das gar keine große Sache wäre. Und eigentlich ist es das ja auch nicht. Sondern eine logische Folge des Selbstständig werdens ... oder jetzt noch werden wollens ... Denn "schnell" wird es jetzt dennoch nicht gehen mit dem "selber aufs Töpfchen setzen", es ist ein Anfang. Ein Ausprobieren. Unsere "Abhaltezeit" neigt sich dem Ende zu. Aber das was jetzt kommt ... das DANACH ist so viel größer und weiter.
Wieder einmal dürfen wir diese Eroberung der Selbstständigkeit erleben. Dieses Entdecken des SELBST. Der vielen Möglichkeiten und dieser unendlichen Weiten, die entdeckt werden können. Mit allen damit einhergehenden Höhen und Tiefem. Mit allen Gewitterstürmen und Sonnenzeiten ... Und wieder einmal wird mir deutlich bewusst, dass Windelfrei so viel mehr ist, als ein Baby ohne Windel. Oder ein Konzept. So viel mehr als ERZIEHUNG. Und gleichzeitig nur ein winzig kleiner Teil eines größeren Ganzen.

Haltung
Windelfrei - als Überbegriff für das Eingehen auf das Ausscheidungsbedürfnis des Babys und das dementsprechende Reagieren und Handeln ist Beziehung. Ist wahrnehmen und verstehen, achten und wertschätzen. Ist ...

Neueste Kommentare

Anmelden