"Aber ich handle doch stets ..."

"Ich bemühe mich doch immer friedlich und freundlich zu bleiben. Ich schimpfe nie, bestrafe nicht, .... Ich habe immer alle Bedürfnisse erfüllt, war immer da, hab immer versucht mich nach den Bedürfnissen zu richten. Ich bleibe immer verständnisvoll.  Ich bitte nur darum, aufzuhören, wenn etwas nicht passt oder erkläre und dennoch ... Dennoch ist bisher scheinbar nichts davon bei unserem Kind angekommen. Dennoch ist es wild und ungestüm, haut, schreit, tobt, überschreitet Grenzen anderer ... Und ich dachte immer, wenn ich all das vorlebe, wenn ich nur liebevoll und achtsam genug bin ....".

Was läuft da schief? Läuft überhaupt etwas schief?
Ist es nur eine Phase? Charakter? Eigenschaften mit denen wir einfach umzugehen lernen müssen?
Eines vorweg: es gibt diese Phasen in der Entwicklung. Phasen, wo kleine Menschen ausprobieren was geht, wo sie oft nicht in ihrer Mitte sind, wo sie uns, unser Dasein und unsere Rückmeldungen so dringend brauchen. Phasen, die herausfordernd und anstrengend sind und wo wir reden und reden und reden und innerlich seufzen und wieder reden und reden und zu verstehen versuchen und manchmal mit unseren Weisheiten am Ende sind. Es gibt diese Phasen, wo wir das Gefühl haben, ständig irgendwie dazwischen zu stehen oder hinten nach zu sein ....
Aber worüber ich heute schreibe, sind keine zur Entwicklung gehörigen Phasen, sondern Verhaltensweisen, die kleine Menschen in erster Linie dann zeigen, wenn etwas gehörig aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn sie...

Zuckerfreie Leckereien ...

Geht das überhaupt? Schmeckt das?

Es geht (gut sogar und gar nicht mal so schwer) und es schmeckt. Nicht so natürlich, wie man das von den "normalen" Keksen (oder Süßspeisen) kennt. Und variabel je nachdem, welche Alternative man zum Süßen wählt.
Ich selbst verwende am liebsten Trockenfrüchte und hier Datteln oder auch mal Feigen. Die sind einfach herrlich vom Geschmack und super vielseitig von der Verwendung her.
Und weil mich in letzter Zeit so viele Menschen danach gefragt haben, ob ich nicht einfach mal .... , und weil es so gut zur Winter- und Vorweihnachtszeit passt - kommt hier nun das Grundrezept für zuckerfreie Leckereien.


Zutaten: 
ca. 200g Datteln (oder andere Trockenfrüchte)
200 - 250g Fett (Kokosöl, Pflanzenfett oder auch Butter - je nachdem was ihr nehmen wollt)
optional 1 Ei (kann auch weggelassen werden)
ca. 500g Mehl (da könnt ihr auch gut Mehlalternativen verwenden) -  oder stattdessen: 300g Mehl und 200g Nüsse
etwas Wasser oder Reismilch
Gewürze (da verwende ich am liebsten Vanille oder Zimt oder Gewürzmischungen mit Zimt, Muskat, Pfeffer, etc.)

Zubereitung:
Trockenfrüchte über Nacht in Wasser einweichen. Abseihen (Einweichwasser auffangen) und zu einer feinen Paste pürieren. Weiches Fett mit den Gewürzen gut vermischen, die Trockenfruchtpaste dazu und wieder gut vermischen. Falls ihr ein Ei verwendet dieses dann zugeben und wieder gut vermischen. Mehl oder Nüsse und Mehl und mit den Händen gut durchkneten. Zuletzt fügt ihr dem Teig etwas Flüssigkeit zu (wenn ihr lieber weiche Schnitten statt Kekse habt, dann fügt etwas mehr Flüssigkeit hinzu und noch etwas mehr Mehl).
Den Teig kurz rasten lassen und im Anschluss so weiterverarbeiten, wie es für euch passt. Ausrollen und ausstechen, Kipferl oder Stangerl formen, mit dem Teigrad Formen ausschneiden, ...

Gebacken wird am besten zwischen 150°C und 180°C. Nach dem Auskühlen kann man noch verzieren oder Zusammenkleben ... oder einfach so genießen.

Das Grundrezpet lässt sich super erweitern oder auch variieren. Ohne Mehl, dafür mit etwas mehr Nüssen forme ich aus dem Teig gerne einfach Kugeln und rolle sie dann in Kokosraspeln oder Kakao oder Gewürz-Nussmischung. Mit etwas mehr Flüssigkeit mache ich daraus gerne Schnitten - dazu verteile ich den gesamten Teig einfach auf ein oder zwei Bleche und schneide ihn nach dem Backen in kleine Stücke ....

Wer keine Trockenfrüchte verwenden mag, kann auch einfach Apfelmark selbst machen und dieses als Süßungsmittel für die Kekse verwenden. Der Vorteil von solchen Leckereien ist nicht nur, dass sie wirklich gut schmecken, sondern dass sie auch kleine Essensanfänger schon wunderbar Essen können :-).

Ist das noch normal?

Ist normal das, was der definierten Norm entspricht oder das, was natürlich ist?
Ist normal jener Zustand des Babys, den es laut gesellschaftlicher Meinung haben sollte oder jener, der seinem Wesen und seinem Entwicklungsstand entspricht? Ist normal das natürliche Verhalten des kleinen Menschen in seiner Interaktion mit Menschen und Umwelt oder das, was Meinung von Erziehungskonzepten und Ideen ist?
Wer definiert Normalität - gerade auch in Bezug auf kleine Menschen, ihr Verhalten und ihre Wesensart? Wo setzen wir an?
Und warum scheint es uns einerseits so wichtig "normal" zu sein und ist da andererseits doch irgendwie auch die unbestimmte Sehnsucht nach einer Besonderheit, nach Individualismus, Einzigartigkeit ...

Ist das noch normal?
werde ich so oft gefragt und spüre dabei die Unsicherheit der Eltern, ihre Angst, davor, dass etwas nicht stimmen könnte, dass sie etwas falsch machen könnten oder bereits falsch gemacht haben. Oder das da etwas mit dem kleinen Wesen nicht stimmen könnte, weil es sich verhält, wie es sich verhält. Weil es nicht immer nur ruhig und zufrieden ist, weil es auch mal weint oder wütend wird, weil es schüchtern ist oder gelangweilt, weil es ungeduldig wird, ....
Ist das noch normal?
fragen sie ...

Wunsch oder Bedürfnis?

Bedürfnisorientierung gut und schön. Aber woran erkennen wir echte Bedürfnisse, die nicht warten können und wie unterscheiden sie sich von Wünschen, die eigentlich warten können? Oder denen vielleicht gar ein anderes Bedürfnis zugrunde liegt?
Es ist spät. Die Jüngste schläft schon. Die Mittleren schlafen ebenfalls. Und die Großen sind beschäftigt.  Die Dreijährige ist es auch - beschäftigt. Aber auch ganz offensichtlich müde. Dennoch will sie noch nicht schlafen - um keinen Preis. Sie schaut Bücher an, redet, erzählt, gähnt, reibt sich die Augen, schaut weiter Bücher an, erzählt. Müde? Nein. Ist sie nicht. Bett? Nein, sie geht jetzt nicht schlafen. Sie muss Bücher anschauen.
Und dann entdeckt sie den Teller mit dem restlichen Kuchen. Hoho! Was für eine Entdeckung!!!! Und natürlich will sie ein Stück davon haben. JETZT. Auf der Stelle. 
Hat sie wirklich Hunger? Was spricht gegen ein Stück Kuchen? Was dafür? Wie reagieren? Was, wenn ich NEIN sage? Leidet sie dann? Wo es doch ein Bedürfnis ist, diesen Kuchen zu essen - JETZT. Ist es ein Grundbedürfnis? Essentiell? Oder doch eher einfach Gusto? Einfach, weil der Kuchen jetzt dasteht und morgen (was ist schon morgen für eine Dreijährige) vielleicht nicht mehr da ist?

Bedürfnis oder doch eher Wunsch?
In wohl keinem anderen Bereich der Begleitung kleiner Menschen, herrscht so viel Unklarheit und Unsicherheit, wie bei der Bedürfnisbegleitung. Nicht zuletzt, weil sich diese im Grunde über das gesamte Sein erstreckt und es überdeckt. Aber natürlich auch, weil hier so viele Ideen und Ratschläge kursieren, dass man den Durchblick allzu leicht verlieren kann.
Und es ist schon spannend, dass sich so viele ...

Wie schafft ihr das?

Das mit dem Mithelfen im Haushalt? Im Alltag? Das ihr nicht alles alleine Tun müsst. 
Ein ziemlich rotes Tuch in ganz vielen Familien. Und so oft Hauptgrund für Spannungen und Streitigkeiten. 
Aber muss das sein? 
Wann beginnt denn diese Mithilfe im Haushalt eigentlich? Was kann man verlangen? Und mehr noch, wie?
Wie bringen wir diese kleinen "Mitbewohner" dazu, mit anzupacken?


Zunächst einmal: 
Mithilfe beginnt lange bevor wir überhaupt daran denken, dass mitgeholfen werden könnte. In einem Alter, wo alles spannend ist und sich das gesamte Tun noch auf das Imitieren und Kopieren der Größeren ausrichtet.
Gerade ein ...

Potentialentfaltung

"L-L-L" sagt die bald Dreijährige und malt konzentriert Striche und Kreise in ihr Heft. Sie "schreibt" - wie die Großen, neben ihr. Sie hat ihr eigenes Schüttelpenal, ihren eigenen Block und sie ist mehrmals täglich intensiv damit beschäftigt zu schreiben. Ganze Seiten füllt sie mir ihren "Worten". Besteht auf den eigenen Platz bei Tisch, um bei den großen Geschwistern zu sitzen, ihnen bei ihrem Tun zuzuschauen und sie nachzuahmen. Selbst den Blick immitiert sie gelegentlich. Zwischendurch geht sie zielstrebig zum ABC-Plakat und fährt die Buchstaben mit den Fingern nach. Das O kennt sie schon. Und L. Diese beiden verwendet sie im Augenblick für alle Buchstaben.

Lernt sie?
Sie ist mitten drinnen. Hat nie damit aufgehört. Mit dem Lernen. Wie jeder kleine Mensch, richtet sie all ihr Tun darauf aus, ihre Fähigkeiten zu schulen und ihr Potential zu entfalten. In ihrem Tempo. Ihrem ganz eigenen Rhythmus folgend. Jetzt ist es das Schreiben, vor ein paar Tagen war es das Schneiden. Übermorgen ist es vielleicht das Rechnen und irgendwann, zwischendrinnen sind es andere Dinge, mit denen sie sich beschäftigt und die sie sich aneignet. Sie sieht, hört, fühlt, .... be-greift und nimmt wahr, ahmt nach, erkennt Zusammenhänge ...

Aber so kann das nicht immer weiter gehen! Irgendwann braucht es ...
Ja was eigentlich? Struktur? Unterricht? Reglementierung ihres Tuns? Beurteilung und Bewertung? Damit sie lernt, dass Lernen Pflicht ist und nicht Spaß? Damit sie endlich aufhört sich voller Wissbegierde mit Themen auseinander zu setzen, sondern schwer seufzend und mit hängenden Schultern ein vorgegebenes Thema nach dem anderen durchackert - endlich angekommen im ERNST des Lebens - aber ohne sich auch nur einen Bruchteil dessen zu merken, was sie da macht? 
Ohne derartige Eingriffe würde sie doch nicht ... weiter lernen?
Warum sollte sie nicht? Warum sollte sie plötzlich damit aufhören? Mit dem Lernen, dem Entdecken? Warum sollte ihre Entfaltung plötzlich stoppen?
Das wäre wider die Natur. Wider unsere Lebendigkeit und fortwährende Entwicklung. Wir wären als Menschheit nicht bis zum heutigen Tage gekommen, wenn unsere Entwicklung und Entfaltung von Unterricht, Bewertung und Beurteilung abhängig gewesen wäre.

Sensibel und fragil
Lernen braucht Begleitung - keine Frage. Es braucht fähige und aufmerksame Menschen, die zuhören und hinschauen können - keine Frage. Und es braucht manchmal auch jemanden, der die Fähigkeit schon beherrscht und das direkt oder auch indirekt zeigen kann. Nichts desto trotz geschieht lernen einfach. Ganz ohne Zutun und wirklich von alleine. Wenn der Raum vorhanden ist. Wenn in diesen sensiblen und fragilen Prozess nicht fortwährend eingegriffen und dieser dadurch ge- und im Endeffekt auch zerstört wird.
Die Freude bleibt erhalten. Die Freude am Tun, die Wissbegierde, die Fähigkeit offen und unvoreingenommen an Herausforderungen heran zu gehen. Ohne Grenzen im Kopf. Ohne "da bin ich noch zu jung/da bin ich schon zu alt" Gedanken.
Welchen Mehrwert hätten wir als Menschheit, wenn unser aller Tun aus Freude geschehen würde und weniger als notwendige Plfichterfüllung? Wenn jeder einzelne, sein Potential entfalten könnte, in seinem eigenen Tempo und Rhythmus?

Wo kämen wir denn da hin?
Tja, wo kämen wir da wohl hin?

Vom (nicht) Zuhören

Und wenn es nicht hört? Wenn es einfach nicht zuhört? Wenn ich rede und rufe und erkläre und mich bemühe und dennoch nichts geschieht ...?

Zuhören
Oder eben auch nicht. Ein Thema, dass hier immer wieder kommt. In Seminaren, in Gruppen, in Beratungsgesprächen ..... Eltern die davon erzählen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter einfach nicht hören will. Dass sie schon gar nicht mehr wissen, was sie noch machen sollen und irgendwann selbst laut werden. Eltern, die verzweifelt sind, weil Sitautionen dann doch immer wieder eskalieren und in Geschrei enden. Obwohl sie sich so bemühen. Obwohl sie ruhig und liebevoll ankündigen, reden, ihre Standpunkte erläutern ...
Hör mir zu -
wie schafft man das?
Achtsam und liebevoll zu sein, Freiraum zu geben und dennoch gehört zu werden, in den eigenen Bedürfnissen oder Äußerungen?
Wie schafft man das, gehört zu werden? Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen?
Nehmen wir die klassische "Wir müssen gehen" Situation, wo kleine Menschen gerade auf Spielplätzen oder beim Besuch von Freunden manchmal so gar nicht gehen wollen. Wo sie einfach nicht hören wollen.
Was tun?
Warten, rufen, nachlaufen, Kind an der Hand nehmen oder einfach gehen, Kompromisse eingehen, Schreien, Drohungen aussprechen, wütend werden, schimpfen? Wie verhält man sich richtig, wenn kleine Menschen nicht hören (wollen)?

"Fangen wir bei den Kindern an"

... mit dem Erziehen. Oder eben auch dem Nicht-erziehen. Mit dem Beurteilen, Maßregeln, Zurechtbiegen ... oder eben auch dem Zuviel-Wollen. Von ihnen und für sie, für ihr Leben und ihr Sein. 
"Fangen wir bei den Kindern an" - und plötzlich ist da gar kein so großer Unterschied mehr, zwischen den beiden Idealen und all ihren Zwischentönen. Zwischen dem Erziehen und dem Nicht-erziehen. Und all den Grauschattierungen, die es dazwischen gibt. Plötzlich ist da gar kein so großer Unterschied mehr, wenn wir einen Schritt beiseite tun und das gesamte Szenario mal von einer anderen Warte aus betrachten. Von dem Standpunkt aus, wo wir einen klaren Blick darauf haben, was hier geschieht und welche Dynamiken dadurch entstehen können, wenn sich alle um die kleinen Menschen dreht.

"Fangen wir bei den Kindern an" ...
Klingt gut und wichtig. Schließlich geht es ja um die kleinen Menschen. 
Ja eh, es geht ...

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